TLAXCALA تلاكسكالا Τλαξκάλα Тлакскала la red internacional de traductores por la diversidad lingüística le réseau international des traducteurs pour la diversité linguistique the international network of translators for linguistic diversity الشبكة العالمية للمترجمين من اجل التنويع اللغوي das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt a rede internacional de tradutores pela diversidade linguística la rete internazionale di traduttori per la diversità linguistica la xarxa internacional dels traductors per a la diversitat lingüística översättarnas internationella nätverk för språklig mångfald شبکه بین المللی مترجمین خواهان حفظ تنوع گویش το διεθνής δίκτυο των μεταφραστών για τη γλωσσική ποικιλία международная сеть переводчиков языкового разнообразия Aẓeḍḍa n yemsuqqlen i lmend n uṭṭuqqet n yilsawen dilsel çeşitlilik için uluslararası çevirmen ağı

 22/10/2020 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 Survie 
Author /   Survie
Survie
Biographies available: Français  Español  Deutsch  English 

 


Survie

 

Wer wir sind

Survie (französisch: Überleben) ist ein gemeinnütziger Verein, der Informationskampagnen in der Öffentlichkeit sowie Lobbyarbeit bei Politikern für eine Reform der Nord-Süd-Beziehungen und der französischen Politik in Afrika betreibt.

Ausgangspunkt unserer Aktivitäten ist das Recht aller Bürger und Bürgerinnen, ihre gewählten Volksvertreter anzusprechen und eine echte Kontrolle der politischen Entscheidungen in allen Bereichen zu fordern.

Der Verein hat 1800 Mitglieder und 21 Ortsgruppen (Stand Mitte 2009), die in ganz Frankreich Kampagnen durchführen.

Präsident des Vereins ist Fabrice Tarrit.

Das Selbstverständnis von Survie basiert auf folgender Tatsache: Entwicklungsprobleme und Armut in den Ländern der südlichen Hemisphäre resultieren zuallererst und überwiegend aus politischen Entscheidungen. Veränderungen können deshalb nur durch Aktionen im politischen Bereich erzielt werden.

Unsere 3 Hauptziele

• Die Reform der französischen Entwicklungspolitik

Survie kämpft für die Abschaffung der «Françafrique»[1], der okkult betriebenen Seite der französischen Politik in Afrika, und die Etablierung fairer, transparenter und demokratischer Beziehungen zwischen Frankreich und Afrika.

• Der Kampf gegen die Straflosigkeit und die Banalisierung des Völkermords

Survie kämpft insbesondere dafür, die ganze Wahrheit über Frankreichs Verwicklung in den Völkermord der Tutsi in Ruanda ans Licht zu bringen.

• Die Förderung globaler öffentlicher Einrichtungen

Survie kämpft für den universellen Zugang, im Norden wie im Süden, zu den öffentlichen Einrichtungen des Gemeinwohls (Gesundheits- und Erziehungswesen, Justiz etc.)

Die Aktivitäten von Survie

Survie organisiert Kampagnen für die Aufklärungsarbeit bei französischen Bürgern und Politikern wie etwa die Kampagne «Frankreich, Diktators bester Freund?» gegen die französische Unterstützung der Diktaturen in Afrika, die Untersuchungskommission der Bürger (Commission d’Enquête Citoyenne, CEC) zur Rolle Frankreichs während des Völkermords der Tutsi in Ruanda oder die Kampagne «Diplomatie, Business und Diktaturen» zu den Kehrseiten der wirtschaftlichen Vormachtstellung Frankreichs in den afrikanischen Ländern seiner Einflusszone.

Survie organisiert Kolloquien und Konferenzen, um die öffentliche Debatte zu provozieren. So veranstaltet Survie seit 1994 Gegengipfel während der offiziellen Frankreich-Afrika-Gipfel. Im Jahr 2005 nahm Survie am alternativen Bürgergipfel in Bamako (Mali) teil.

Survie verbreitet Information durch die Veröffentlichung von Büchern und Zeitschriften, darunter der Monatszeitschrift Billets d’Afrique et d’ailleurs, einer Reihe Schwarzbücher zur französischen Politik in Afrika sowie der Standardwerke zum Thema, die die Forschungs- und Dokumentationsarbeit von Survie zusammenfassen wie etwa:

François-Xavier Verschave, La Françafrique. Le plus long scandale de la République, Stock 1999; ders., Noir silence. Qui arrêtera la Françafrique?, Les Arènes 2001; Boubacar-Boris Diop, François-Xavier Verschave und Odile Tobner-Biyidi, Négrophobie, Les Arènes 2005; François Lille und François-Xavier Verschave, On peut changer le monde, La Découverte 2003, etc. 

Kurze Geschichte unseres Vereins

Survie wurde 1984 in Folge eines Aufrufs von 123 Nobelpreisträgern, der politische Aktion gegen den Hunger in der Welt und für Entwicklung forderte, gegründet. Damals war das Ziel von Survie die Verabschiedung eines Überlebens- und Entwicklungs-Gesetzes, das eine signifikante Erhöhung der öffentlichen Entwicklungshilfe für die ärmsten Bevölkerungen der Welt und Mechanismen zur Vermeidung ihrer Unterschlagung bedeutet hätte. Erst allmählich realisierte Survie das Ausmass, in dem diese Entwicklungshilfe durch ein System abgezweigt und unterschlagen wird, das (unter Missachtung der Rechte der Bevölkerungen, diese Hilfe zu ihrem Eigenwohl zu verwenden) anderen Interessen dient, nämlich der Perpetuierung der kolonialen Ausbeutung des afrikanischen Kontinents im Namen der Verteidigung von Frankreichs diplomatischen und wirtschaftlichen Interessen in seinen ehemaligen Kolonien.

Survie wurde klar, dass eine Gruppe von Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Militär an der Abzweigung der Entwicklungshilfe und der Plünderung des Kontinents beteiligt ist. Dies ist das System, welches François-Xavier Verschave, Mitbegründer von Survie und Vereinspräsident von 1995 bis 2005, «Françafrique» nannte.

Im Bewusstsein, dass Afrikas Entwicklungsprobleme zuallererst politischer Natur sind, erkannte Survie die Notwendigkeit, prioritär auf dieser Ebene aktiv zu werden. Der zuerst innerhalb des gesamtgesellschaftlichen französischen Konsenses positionierte Ansatzpunkt von Survie wurde allmählich durch einen politischen Kampf ersetzt, der als die wesentliche Voraussetzung zur Erreichung seiner Ziele erschien. Während der 90er Jahre entwickelte sich Survie zu einer erheblich militanteren Organisation.

Seine aktiven Mitglieder mobilisierten sich insbesondere im Jahr 1994, um die Kollusion der französischen Regierung mit den Organisatoren des Völkermords an den Tutsi in Ruanda anzuprangern, die den Höhepunkt der kriminellen Exzesse der Françafrique darstellt.

Aufgrund der Tatsache, dass ein Großteil der Entwicklungshilfe nicht bei den ärmsten Bevölkerungen der Welt ankommt, hielt es Survie darüber hinaus für unabdingbar, seine Ziele hinsichtlich der internationalen Solidarität neu zu definieren. Survie setzt sich für die Förderung globaler öffentlicher Einrichtungen, den universellen Zugang zu ihnen und das Recht auf Befriedigung der elementaren Bedürfnisse wie Ernährung, Unterkunft, Arbeit usw. ein.

Survie gibt  die Monatszeitschrift Billets d’Afrique et d’ailleurs heraus


[1] «Françafrique» kann auch als «France-à-fric» gelesen werden; fric = Zaster, Moneten, Knete.





URL: http://survie.org/

URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/biographie.asp?ref_aut=624&lg_pp=de


 All Tlaxcala pages are protected under Copyleft.