TLAXCALA تلاكسكالا Τλαξκάλα Тлакскала la red internacional de traductores por la diversidad lingüística le réseau international des traducteurs pour la diversité linguistique the international network of translators for linguistic diversity الشبكة العالمية للمترجمين من اجل التنويع اللغوي das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt a rede internacional de tradutores pela diversidade linguística la rete internazionale di traduttori per la diversità linguistica la xarxa internacional dels traductors per a la diversitat lingüística översättarnas internationella nätverk för språklig mångfald شبکه بین المللی مترجمین خواهان حفظ تنوع گویش το διεθνής δίκτυο των μεταφραστών για τη γλωσσική ποικιλία международная сеть переводчиков языкового разнообразия Aẓeḍḍa n yemsuqqlen i lmend n uṭṭuqqet n yilsawen dilsel çeşitlilik için uluslararası çevirmen ağı

 20/10/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 AFRICA 
AFRICA / Südafrikas Bergleute trotzen der Repression
Date of publication at Tlaxcala: 23/10/2012
Original: South African miners defy repression

Südafrikas Bergleute trotzen der Repression

Chris Marsden

Translated by  Einar Schlereth
Edited by  Susanne Schuster سوزان شوستر

 

 

Am Freitag brüstete sich Gold Fields, dass die Drohungen mit Massenentlassungen erfolgreich waren und sie die 9000 Arbeiter in der Beatrix-Mine und 90 % der 14300 Arbeiter in KDC West wieder zur Arbeit gezwungen haben. Aber ein neuer Streik der Platin-Bergarbeiter im Lonmin-Bergwerk in Marikana haben den Bemühungen, den Aufstand der Bergarbeiter zu zerschlagen, einen Strich durch die Rechnung gemacht – zehntausende Arbeiter führen den Kampf weiter.

 
Die Marikana-Arbeiter sind am Donnerstag zur Verteidigung von Kollegen, die von der Polizei mit Verfolgung und Verhaftung bedroht werden, in den Ausstand getreten. Sie hatten den Streik im August begonnen und weigerten sich, an den Arbeitsplatz zurückzukehren, nachdem die Polizei 34 Streikende getötet und 78 verwundet hatten. Der Streik weitete sich aus, als Lonmin einer 22-prozentigen Erhöhung der Löhne zugestimmt hatte, um den Marikana-Streik zu beenden; das hat zu weiteren Streiks in der gesamten Bergbau-Industrie geführt, um ähnliche Erhöhungen zu erhalten. Die Berichte sind nicht klar, aber man glaubt, dass zwischen 80 und 100 000 Arbeiter an verschiedenen Punkten im Streik sind.
 
Im genauesten Bericht über die jüngsten Ereignisse hat die Daily Maverick geschrieben, dass eine Woche vor einer offiziellen Untersuchung des Marikana-Massakers die Polizei mit einer Welle von Verhaftungen von Militanten und Streikführern begonnen hatte.
 
Am 15. Oktober verhinderten die Arbeiter der Marikana-Mine die Verhaftung des Streikführers „Rasta“ Thembele Sohadi durch Sicherheitskräfte, als er am Schacht Drei einstempeln wollte. Die Polizei wartete vor dem Haupteingang. Am 17. Oktober wurden Xolani Nzuza, ein Führer des ad-hoc-Streik-Komitees und ein Streiker namens Mzet verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Sie werden Berichten zufolge zweier Morde angeklagt, u.a. an einem Beamten der Nationalen Bergarbeiter-Gewerkschaft (NUM).
 
Verschiedene andere Bergarbeiter, Zeugen dessen, was beim Massaker vom 16. August passiert war, sind auch unter den Verhafteten. Die Daily Maverick befasst sich mit dem Fall von Bangile Mpotye, der am 14. Oktober wegen Betrug verhaftet wurde, obwohl keine offizielle Anklage von Lonmin vorliegt.
 
Mpotye wurde erstmals am 20. August verhaftet und angeklagt, einen Polizisten erschossen zu haben. Vier Tage lang wurde er geschlagen und gefoltert, bevor er frei gelassen wurde.
 
„Das Erstaunliche ist, dass Mpotye sagt, die Polizei brachte ihn täglich zur Lonmin-Mine, wo er geschlagen wurde,“ berichtet die Daily Maverick. „Ein Anwalt, der mit den Marikana-Fällen arbeitet, sagt, es sei offensichtlich, dass es sich um eine Terrorwelle handelt, um die Zeugen einzuschüchtern, damit sie nicht vor der Farlam-Kommission aussagen.“
 
Die Einschüchterung in Marikana ist das eklatanteste Beispiel einer brutalen Kampagne, bei der zehntausende Arbeiter entlassen wurden oder mit Entlassung bedroht werden, sowie von Massenverhaftungen und Polizeigewalt.
 
Gold Fields, der viertgrößte Goldbarren-Hersteller der Welt, hat auch gedroht, 8500 Streikende in seinem KDC Ost-Werk zu entlassen. Ein Sprecher der Gesellschaft erklärte: „Die Überfälle auf die Schlafunterkünfte und die Entwaffnung der Streikenden haben die Arbeiter zur Vernunft gebracht, dass sie wieder arbeiteten.“
 
Anglo American Platinum Ltd. (AMPLATS) sagte, sie wolle 12000 Arbeiter im Rustenberg-Werk entlassen, würde aber über den Fall mit den anerkannten Gewerkschaften verhandeln. Nur 20 % der Arbeiter seien anwesend.
 
Atlasta Resources feuerte 3000 Angestellte in ihrer Bokoni-Platin-Mine.
 
Die Mail&Guardian beschrieb am 18. Oktober, wie streikende Arbeiter in der Sishen Mine von Kumba Iron Ore sich vor dem Kathu-Gericht versammelten aus Solidarität mit 47 Arbeitern, die zwei Tage zuvor verhaftet wurden. Der Forderung der Arbeiter nach Entlassung auf Bürgschaft wurde nicht stattgegeben und eine zweite Anhörung wurde auf den 26. Oktober verschoben unter Verletzung des Gesetzes, das verbietet, jemanden länger als 48 Stunden ohne Anklage in Haft zu behalten.
 
Lonmin, Aquarius, Impala, Anglo American Platinum, Royal Bafokeng Platinum, Xstrata, Anglo Gold Ashanti, Gold Fields, Gold One, Harmony Gold, Kumba Iron Ore, Petra Diamonds, Forbes, Manhattan Coal und Samanvor sind vom Streik betroffen. Außer den Bergarbeitern streiken 180000 Kommunalarbeiter und Busfahrer, die diese Woche zu streiken begannen. Toyota hat wegen eines Streiks in einem Ersatzteilwerk seine Produktion in seiner Fabrik in Durban eingestellt.
 
Die Stimmung in den Bergbaugebieten hat Aufstandscharakter; Bergwerkgebäude, Streikbrecher, Polizisten und Polizeistationen sind angegriffen worden. Mini-Busse und Taxis mit Streikbrechern sind angezündet worden.
Die Unruhen richten sich in erster Linie gegen die Nationale Bergarbeitergewerkschaft (NUM), die als eine Gewerkschaftspolizei der Unternehmen angesehen wird. NUM-Generalsekretär Frans Baleni brüstete sich kürzlich, dass seine Organisation eine Million Rand für eine Kampagne zur Beendigung des Streiks ausgegeben habe. Das war „gut angelegtes Geld“, um „den Leuten das Risiko verständlich zu machen, in das sie sich und das Land bringen“, sagte er und verurteilte „die Leute, die Anarchie und ökonomische Sabotage organisieren“.
 
„Man muss nur in einer Mine den Streik brechen“, fügte er hinzu.
 
Die Mail&Guardian beschreibt eine Organisation, die an einer „langsamen, sicheren, gewaltsamen Implosion“ leidet. Sie bemerkt, dass die NUM behaupte, dass bisher in diesem Jahr 13 ihrer örtlichen Angestellten von Streikenden getötet worden sein. Hunderte von Amplats-Arbeitern marschierten in diesem Monat zum regionalen Hauptquartier der NUM und verlangten die sofortige Streichung ihrer Mitgliedschaft.
 
Bei Lonmin und Implats hat die NUM mindestens 20 000 Mitglieder verloren. Die NUM-Mitgliedschaft bei Implats ist jetzt von 70 % auf 13 % gefallen und die wahre Zahl ist vielleicht noch niedriger, weil die Arbeiter sich oft nicht offiziell abmelden. Die Gewerkschaft nähert sich rasch ihrer Auslöschung.
 
Reporter von der Daily Maverick besuchten die Gold Fields KDC WEST Mine in Carletonville vor dem Ende des Streiks dort. Die Streikenden erklärten, dass 1500 von ihnen nicht zur Arbeit erschienen sind, weil sie auf den NUM-Präsidenten Senzeni Zokwana warteten, um das von der Bergwerkkammer gemachte Angebot formell zurückzuweisen, wie der Präsident beim Besuch der Mine am Mittwoch versprochen hatte. Dann fanden sie heraus, dass sie entlassen worden waren.
 
Jeffrey Mphahlele, Generalsekretär der abgespalteten Association of Mineworkers and Construction Union (Vereinigung der Bergwerk- und Bauarbeiter, AMCU) forderte die Arbeiter auf, die Arbeit wieder aufzunehmen, als sie ihre NUM-Ausweise zerrissen und der neuen Gewerkschaft beitraten. Die Arbeiter verlangen jetzt außer der Angleichung aller Löhne und der Zurücknahme aller Entlassungen auch, dass die NUM-Führer bei KDC West zurücktreten. Sie drohen, den Streik wieder aufzunehmen, wenn ihren Forderungen nicht stattgegeben wird.
 
Die AMCU hat auch erreicht, den Streik bei Marikana zu beenden, der sich zu einem unbefristeten wilden Streik zu entwickeln drohte. Laut einem anderen Bericht von Daily Maverick, „gelang es einem AMCU-Vertreter und dem Anwalt der Gewerkschaft die Leute zu überzeugen, dass ein weiterer Streik nicht der richtige Weg wäre, ihre Ziel zu erreichen“.
 
Die AMCU-Mitgliedschaft liegt jetzt bei 50 % sowohl bei Implats als auch Lonmin, was erforderlich ist, um als offizieller Vertreter anerkannt zu werden. Sie profitiert von dem weit verbreiteten Hass auf die NUM, benutzt aber das in sie gesetzte Vertrauen, um die Ordnung wieder herzustellen. Viele Streiks werden jedoch von ad-hoc Streikkomitees geführt.
 

Anm. d.  Redaktion: Einen ausführlichen Bericht über die Untersuchung der Morde gibt es hier.

 





Courtesy of Einar Schlereth
Source: http://einarschlereth.blogspot.se/2012/10/sudafrikas-bergleute-trotzen-der.html
Publication date of original article: 20/10/2012
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=8425

 

Tags: AfrikaSüdafrikaMarikanaApartheidBergarbeiterMordeStreiksNational Union of MineworkersNUM
 

 
Print this page
Print this page
Send this page
Send this page


 All Tlaxcala pages are protected under Copyleft.