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 29/05/2016 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / „‘Willkommen in Palästina 2012‘: Jeder kann mitmachen“- Interview mit Mick Napier
Date of publication at Tlaxcala: 27/12/2011
Original: "Everyone can help ‘Welcome to Palestine 2012’": Mick Napier, Scottish Palestine Solidarity Campaign
Translations available: فارسی 

Abflug am 15. April 2012
„‘Willkommen in Palästina 2012‘: Jeder kann mitmachen“- Interview mit Mick Napier

Adri Nieuwhof Άντρι Νιούχοφ آدری نیووٌف

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Es gibt Pläne, die israelische Apartheid während 2012 herauszufordern: eine große Anzahl internationaler Aktivisten werden in Tel Avivs Ben-Gurion-Flughafen landen und offen erklären, dass sie Palästina besuchen wollen. Am 15. April wird die Initiative „Willkommen in Palästina 2012“ zum zweiten Mal solch einen Versuch unternehmen, um das Recht der Westbankpalästinenser, Besucher zu empfangen, zu bestätigen.

Im Juli des letzten Jahres kollaborierten internationale Fluggesellschaften mit Israel, indem sie Teilnehmer, die auf einer schwarzen Liste standen, daran hinderten, Flugzeuge zu besteigen. Mehr als hundert Aktivisten erreichten mit der „Willkommen in Palästina“-»Flugtille»den Flughafen in Tel-Aviv, wurden aber von israelischen Streitkräften gleich bei der Ankunft verhaftet und später deportiert.

Die Electronic Intifada-Mitarbeiterin Adri Nieuwhof interviewte kürzlich Mick Napier (MN), Vorsitzende der schottischen Palästina-Solidaritäts-Kampagne und einer der Organisatoren der „Willkommen in Palästina 2012“ –Kampagne im Vereinigten Königreich über das Projekt. Napier war einer der Teilnehmer der „Flugtille“ [Übers. des engl. Neologismus Flytilla, Anm. d. Hrsgb.]  des letzten Jahres, der also aus Israel deportiert wurde.

 

 

Die Ausweisung von Dutzenden internationaler Aktivisten im vorigen Sommer machte schlechte Werbung für Israel (
Oren Ziv /ActiveStills )

 

Adri N.: Kannst du erklären, wie du Palästina-Solidaritäts-Aktivist wurdest und was dich antreibt?

M.N. „Während meiner Jahre an der Universität war ich gegen die US-Invasion und Zerstörung von Vietnam aktiv engagiert. Daraus nahm ich die Idee, dass es möglich ist, sogar die größten Verbrechen zu vereiteln . Wenn wir uns organisieren und uns mit den Menschen in den Kolonialländern mit einer prinzipientreuen Solidaritätsbewegung in den Metropolen verbinden, können wir gewinnen.
 

AN: Kannst du uns mehr über die „Willkommen in Palästina“-Initiative erzählen?

MN: Es ist eine französisch-belgische Initiative mit ein paar von uns, die wir uns aus dem VK anschlossen. Sobald ich davon hörte, war mir klar, dass dies eine ernste Herausforderung an die Einmauerung der Palästinenser in der Westbank sein wird – etwa in derselben Weise wie die „Gaza-Freiheits-Flottille“ (es für Gaza gewesen ist). Mit „Willkommen in Palästina“ können wir den Leuten die Verbrechen Israels zeigen, die es gegenüber den Palästinensern begeht.
Im Juli 2011 waren über 500 Leute bereit, nach Tel Aviv zu fliegen und 125 kamen tatsächlich an. Wir wissen, dass wir die Israelis in Verlegenheit gebracht haben. Wir wissen, wenn wir die Anzahl  vervielfachen, können wir Israel in Frage stellen und die Mittäterschaft unserer Regierungen belegen. Nicht nur in Gaza, sondern auch in der Westbank.
 

AN: Du nahmst an der ersten Flugtille teil. Wie war der Empfang am Ben Gurion-Flughafen in Tel Aviv im letztem Juli ?

MN: Der Empfang in Tel Aviv zeigt, dass Israel ein rechtloser Staat ist. Obwohl wir die gegen die Bestimmungen fürPasskontrolle nicht verstoßen hatten, indem wir sagten, dass wir palästinensische Freunde in Bethlehem besuchen wollten, wurden wir in ein Haftzentrum geschleppt und von dort in zwei andere Gefängnisse. Israelische Offiziere versicherten uns, wir seien schuldig, aber sagten uns nicht wessen. Während wir im Gefängnis waren, erklärte die israelische Botschaft in London, dass wir nicht in einem Gefängnis gehalten werden.
 
        

 

AN: Welche Lehre hast du von der Flugtille gezogen?

MN: Die israelischen Behörden sind in den Tagen vor dem 8. Juli hysterisch geworden. Netanjahu verkündigte, dass die Leute, die nach Tel Aviv fliegen um nach Bethlehem zu gehen eine Bedrohung für die Sicherheit Israels sind. Der israelische Polizeichef, der selbst ein Hooligan ist, nannte uns Hooligans, mit denen man entsprechend umgehen muss. Es wurde uns klar, dass wir in großen Mengen fahren und (das ist wichtig) mit Palästinensern und Freunden in Israel vorher Verbindungen knüpfen sollten.
Die Israelis haben riesige Gefängnisse für die Palästinenser gebaut. Aber Gefangene haben das Recht, besucht zu werden. Unsere Länder sind mit Israel verbündet. Israel verweigert den Palästinensern die grundlegendsten Rechte. Ihre Antwort auf unsere Initiative war, ein Eigentor zu schießen. Die Öffentlichkeit und Sympathie, die wir aber erhielten, war bemerkenswert.
Kleine Städte adoptierten Leute, die gehen würden. Israel wurde als das Problem dargestellt, nicht die britischen Bürger. Sogar ganz rechte Gemeinden wunderten sich über die Dummheit von Netanjahu und den Polizeiminister. Die Dummheit und die mangelnde Finesse und der Glauben, sie könnten das Problem mit Unterdrückung lösen, ging zu unsern Gunsten.
 

AN: Bei der ersten Flugtille erhielten die Fluggesellschaften  Listen mit Namen von Leuten, denen der Eintritt nach Israel verwehrt war und die Fluggesellschaften  erlaubten ihnen nicht, an Bord des Flugzeuges zu gehen. Welche Rolle werden die Fluggesellschaften  bei der nächsten Flugtille spielen?

 
MN: Es gibt Anzeichen, dass Fluggesellschaften  sich von Israel manipuliert fühlen. Die europäischen Fluggesellschaften  hatten das Gefühl, dass dies zu kostspielig sei, was das Geld und die PR betreffen. Dann wird es Demonstrationen geben, wenn man uns nicht erlaubt, an Bord zu gehen. Da gäbe es für die Fluggesellschaften  die Gelegenheit, Israel im Stich zu lassen und mit auf unserer Seite zu stehen. Fluggesellschaften  sollten sich weigern, die Hilfskräfte von Gefangenenwärtern für Israels illegale Besatzung zu sein.
 

AN: Nicht jeder kann an der nächsten Flugtille am 15.April 2012 teilnehmen. Kannst du Vorschläge machen, was Leute tun könnten, die die Palästinenser unterstützen wollen?

 
MN: Jeder kann teilnehmen. Nicht nur die Hunderten von Leuten, die tatsächlich fliegen werden. Es sind Leute nötig, die erklären, warum es wichtig ist, dass Leute offen dazu stehen, palästinensische Freunde zu besuchen. Wir benötigen ein Unterstützungssystem vor Ort, wie die Flottille, um die Öffentlichkeit zu informieren, im Falle, dass wir verhaftet werden.
 
Die ausführlichere Antwort wäre Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS). Wir antworten auf den palästinensischen Aufruf mit dem Boykott jeder Institution des israelischen Staates. Deshalb wird an diesem Tag die El Al  endgültig keine Flug-Option sein.
Grundlegend für das, was wir tun, ist die Erkenntnis – das von den Zionisten geteilt wird – dass Israel zu einem schädlichen Markenzeichen geworden ist. Das Wissen über Israels kriminelles Verhalten hat sich inzwischen weit und breit in jedem europäischen Land verbreitet. Falls Israel noch eine rote Linie überschreitet – durch ein Massaker auf dem Meer oder die Verbote, Palästinenser im Gefängnis zu besuchen – verursachen sie immer mehr eine feindselige öffentliche Meinung, die die Basis für alle bis jetzt schon erzielten BDS-Erfolge ist.

Entsprechende Links
Welcome to Palestine 2012
Bienvenue en Palestine 2012

Aufruf
Willkommen in Palästina 2012

„Wir, die Unterzeichneten, unterstützen den Aufruf der Initiative „Willkommen in Palästina 2012“ an alle Personen weltweit, die für die Menschenrechte und das nationale Recht der Palästinenser eintreten, zu einem offenen Besuch Palästinas über Ostern 2012.
Um nach Palästina einzureisen, führt kein Weg an den israelischen Kontrollpunkten vorbei. Israel hat aus Palästina ein gigantisches Gefängnis gemacht. Doch haben Gefangene das Recht, Besucher zu empfangen.
„Willkommen in Palästina“ wird erneut die israelische Politik herausfordern, welche das Westjordanland isoliert, während Paramilitärs der Siedler und die israelische Armee brutale Verbrechen gegen die praktisch wehrlose palästinensische Zivilbevölkerung  begehen. Wir rufen Regierungen dazu auf, das Recht der Palästinenser auf das Empfangen von Besuchern zu unterstützen sowie das Recht ihrer eigenen Bürger, Palästina offen zu besuchen.
Die Teilnehmenden an der Initiative „Willkommen in Palästina 2012“ verlangen die Erlaubnis, den Flughafen in Tel Aviv ohne Behinderung passieren und in das Westjordanland weiterreisen zu dürfen, um dort an einem Projekt für Kinder zur Nutzung ihres Rechts auf Bildung teilzunehmen.“

Erste Unterzeichner  :

Desmond TUTU (Afrique du Sud, archévêque, prix Nobel de la Paix pour sa lutte contre l’apartheid)
Ronnie KASRILS (Afrique du Sud, ancien membre du Congrès National Africain)
Noam CHOMSKY (Etats-Unis, auteur, linguiste, philosophe)
Tony BENN (Grande-Bretagne, ancien ministre socialiste)
John PILGER  (Australie, journaliste et cinéaste)
Nawal Al SADAAWI  (Egypte, auteur, féministe)
Nurit PELED ELHANAN (Israël, professeur, activiste de la paix)
Sam BAHOUR (Palestine, Right to Enter Campaign)
Jonathan COOK (Grande-Bretagne, journaliste indépendant vivant à Nazareth)
Vauro SENESI (Italie, dessinateur et auteur)
AbdelFattah ABU SROUR  (Palestine, directeur du centre culturel Al-Rowwad, camp de réfugiés d’Aïda à Bethléem)
Xavier RENOU (France, fondateur et porte-parole des « Désobéissants »)
Rabbi Lynn GOTTLIEB (Shomer Shalom Network for Jewish Nonviolence)




Courtesy of Tlaxcala
Source: http://electronicintifada.net/content/interview-everyone-can-help-welcome-palestine-2012/10706
Publication date of original article: 19/12/2011
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=6497

 

Tags: PalästinaIsraelWillkommen in Palästina 2012Internationale SolidaritätBDS (Boykott, Desinvestition, Sanktionen)FrankreichBelgienGroßbritannienSchottlandScottish Palestine Solidarity Campaign
 

 
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