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EUROPE / BAYER: Einwendung gegen TDI-Anlage in Dormagen
Date of publication at Tlaxcala: 19/07/2011
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BAYER: Einwendung gegen TDI-Anlage in Dormagen

CBG Coordination gegen BAYER-Gefahren/Coalition against BAYER-Dangers

 

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) und Friends of the Earth Germany haben Einwendungen gegen eine neue Fabrik der Bayer MaterialScience AG in Dormagen/Deutschland veröffentlicht. In der Anlage soll jährlich 300.000 Tonnen Toluylendiisocyanat (TDI) produziert werden. TDI wird für die Herstellung von Polyurethan, einem Kunststoff, verwendet.

Kernpunkt der Kritik sind die Risiken giftiger Chemikalien wie Phosgen, TDI und Kohlenmonoxid, die in großen Mengen eingesetzt werden sollen. Als Vorprodukt sollen allein 360.000 Jahrestonnen Phosgen zum Einsatz kommen. Die Substanz, die bereits im Grammbereich tödlich wirken kann, wurde im 1. Weltkrieg als Kampfgas verwendet.

In den 90er Jahren scheiterte der Plan von BAYER, in Taiwan eine TDI-Anlage zu bauen, an dem Widerstand der Bevölkerung gegen eine erhöhte Phosgen-Produktion.
 
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren hält den jetzigen Antrag von BAYER für nicht genehmigungsfähig: "Zu jedem Zeitpunkt befinden sich rund 60 Tonnen Phosgen in der Anlage. Dennoch werden in den Antragsunterlagen die Auswirkungen eines Austritts großer Mengen Phosgen in keiner Weise betrachtet. Nicht nur der GAU von Fukushima, sondern auch die schweren Störfälle bei BAYER in den letzten Jahren zeigen jedoch, dass sich Unfälle nicht an vorhersehbare Abläufe halten. Daher muss auch für unwahrscheinliche Szenarien Vorsorge getroffen werden", so Philipp Mimkes von der CBG.
 
Erstmalig sollen die Teile der Anlage, in denen Phosgen verwendet wird, eine Schutzhülle erhalten. "Wir begrüßen das von BAYER geplante Containment. Die Firma kommt damit endlich einer jahrzehntelangen Forderung der Umweltverbände nach", so Philipp Mimkes weiter.
 
Nach Ansicht der Coordination gegen BAYER-Gefahren sollte das Unternehmen alle Anstrengungen darauf konzentrieren, phosgenfreie Verfahren für die Produktion von Kunststoffen zu entwickeln. Zur Bekräftigung dieser Forderung hat die CBG mehr als 12.400 Unterschriften gesammelt.
 
Weitere Kritikpunkte sind:
  • Die Anlage liegt 283 Meter von der nächsten Werksgrenze entfernt. Die Kommission für Anlagensicherheit , die von der deutschen Bundesregierung eingesetzt wurde, empfiehlt hingegen für Phosgen einen Abstand von 1.500m zu bewohnten Gebieten.
  • Schwere Störfälle in BAYER-Werken, in denen Phosgen in großen Mengen eingesetzt wird (Baytown/US 2006, Institute/US 2008) werden in den Antragsunterlagen nicht erwähnt. Auch existierende worst case-Szenarien werden nicht berücksichtigt.
  • In der Anlage entstehen jährlich 10.900 Tonnen giftige TDI-Rückstände. Diese sollen in Kraftwerken als Brennstoff dienen. Dies würde zu hohen Emissionen führen.
  • Die Produktion von TDI ist extrem energieaufwendig. Für jede Tonne TDI entstehen rund 5 Tonnen Kohlendioxid. In den Antragsunterlagen fehlt jedoch eine Energie- und CO2-Bilanz für den kompletten Herstellungsprozess.
  • Flugzeug-Abstürze werden in dem Antrag nicht betrachtet. Dies ist angesichts der zahlreichen Flugbewegungen in der Rheinschiene nicht zu tolerieren.
Die CBG soll ihre Bedenken auch in dem öffentlichen Erörterungstermin am 5. Oktober diskutieren.

 





Courtesy of CBG
Source: http://www.cbgnetwork.org/3961.html
Publication date of original article: 06/07/2011
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=5350

 

Tags: BayerBayer MaterialSciencePhosgenTDIToluylendiisocyanatDeutschland
 

 
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