TLAXCALA تلاكسكالا Τλαξκάλα Тлакскала la red internacional de traductores por la diversidad lingüística le réseau international des traducteurs pour la diversité linguistique the international network of translators for linguistic diversity الشبكة العالمية للمترجمين من اجل التنويع اللغوي das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt a rede internacional de tradutores pela diversidade linguística la rete internazionale di traduttori per la diversità linguistica la xarxa internacional dels traductors per a la diversitat lingüística översättarnas internationella nätverk för språklig mångfald شبکه بین المللی مترجمین خواهان حفظ تنوع گویش το διεθνής δίκτυο των μεταφραστών για τη γλωσσική ποικιλία международная сеть переводчиков языкового разнообразия Aẓeḍḍa n yemsuqqlen i lmend n uṭṭuqqet n yilsawen dilsel çeşitlilik için uluslararası çevirmen ağı

 17/11/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 UMMA 
UMMA / „Nach dir, Bruder!“ Gaddafi bleibt und Obama geht?
Date of publication at Tlaxcala: 01/07/2011
Original: “After You Brother!” Qadaffi Stays And Obama Leaves?

„Nach dir, Bruder!“ Gaddafi bleibt und Obama geht?

Franklin Lamb

Translated by  Einar Schlereth

 

Die Haftbefehle des Internationalen Gerichtshofs (IGH) für Muammar Gaddafi, seinen Sohn Seif al-Islam Gaddafi und Libyens Geheimdienstchef Abdulla al-Sanoussi, wie sehr sie auch den „Rebellen“ und der NATO gefallen haben, werden wahrscheinlich keine große Auswirkung auf das Aushandeln einer Beilegung des Konflikts zwischen den beiden Lagern haben und sie werden gewiss nicht einen freiwilligen Regimewechsel erleichtern. Eher werden die Haftbefehle das Gegenteil bewirken; die libysche Regierung ignoriert sie und macht die viel kritisierte IGH lächerlich, indem sie auf ihr Muster verweist, nur afrikanische Führer anzuklagen. Im Rixos Nasser Hotel in Tripolis machten, wenige Stunden nach Verkündung der Haftbefehle, Libyens Justizminister und ein hochrangiger Beamter des Außenministeriums genau dies und weigerten sich danach, irgendwelche Fragen von der großen Menge westlicher Journalisten zu beantworten, denen gegenüber Libyen misstrauisch ist, nach einer Flut von Falschmeldungen in den Mainstream-Medien, die sich als Witz herausstellten.

pro-Gaddafi Demonstration

Oberst Gaddafi und seine Anhänger machen deutlich, dass es ihnen gelingen werde, Libyen wieder zusammenzuführen, wahrscheinlich noch bevor der Ramadan beginnt, dieses Jahr zu Anfang August. Sie argumentieren, dass die „Rebellen“ sich zunehmend untereinander bekriegen und die Unterstützung des Volkes verlieren. Dieses Argument ähnelt dem der „Rebellen“, das erklärt, dass der Sieg sicher sei, gegen Ende des Ramadan.

Ein anschließender Bericht führt im Detail den Terrorismus der NATO gegen die zivile Bevölkerung auf, der die Bombardierung von zivilen Zielen zwischen dem 17. Februar und dem 27. Juni 2011 umfasste, wobei insgesamt 6232 Personen getötet oder verwundet wurden, laut Berichten des libyschen Roten Halbmonds. Die zivilen Ziele umfassen eine Schule der libyschen Downs Syndrom Gesellschaft, die Sprachtherapie, Handwerk und Sportübungen für behinderte Kinder bereitstellte, sowie die Nassar Universität, Wohnhäuser, Schulen, medizinische Einrichtungen und Lagerhäuser für Nahrungsmittel, was alles von der Genfer Konvention verboten ist. Ein zusätzliches großes Dokumentationsprojekt von internationalen Organisationen soll wahrscheinlich bis zum 30. Juli fertig werden.

Wenn man nach Libyen von Tunesien einreist, liefert die ca. 200 km lange Fahrt nach Tripolis eine faszinierende, wenn auch beunruhigende Einführung in die gegenwärtige Situation in Tripolis. Als ich im Hotel ankam, fühlte sich mein Mund an, als ob ich Kerosin geschlürft hätte und meine Kleider stanken auch danach. Der Grund ist, dass der akute Mangel an Ölprodukten dazu führte, dass die Tunesier und andere für eine schnelle Mark alles, was sie können, nach Tripolis transportieren, um tausende Autos zu beliefern, die an den Straßenrändern mit leerem Tank stehenblieben. So gut wie alle Kofferräume, die nach meiner Beobachtung durch zufällige Inspektion an den mehr als 50 Checkpoints geöffnet wurden, waren mit Plastikkanistern voller Benzin gefüllt. Viele lecken offenbar und haben in den vergangenen drei Monaten eine Dunstglocke und starken Gestank auf der Strecke hinterlassen. Manche LKWs, die vielleicht mit 1000 Fässern mit 220 l Benzin beladen waren, schienen umstürzen zu wollen und fuhren beinahe auf den Felgen. Brot, Kinderspielzeug und sowohl getrocknete Früchte als auch in Büchsen füllten auch viele Autos.

Frischgemüse in Tripolis

Die hervorstechende Haltung, der man in den Straßen der Altstadt wie der Avenue Omar Muktar und entlang der Cornice antrifft, ist Trotz und eine starke nationalistische Untertützung für die Libyens Revolution.

„Es ist unser Land. Welche andere Wahl haben wir, als es zu verteidigen?“ ist ein häufig ausgesprochenes Gefühl. Eine Frau fragte mich: „Solch ich meinen weißen Hijab abnehmen und kapitulierend schwenken, wenn die NATO-Truppen in mein Viertel kommen oder soll ich meinen grünen Schal tragen und meine Waffen abfeuern? Meine Wahl ist die zweite!“

Ein libyscher Geschäftsmann, der zugibt, dass er in diesen Tagen viel Zeit übrig hat, und der an der George Washington Universität ausgebildet wurde, kommentierte: „Die Resolution 1973 des UN Sicherheitsrates autorisierte eine no-fly-Zone über Libyen, um angeblich Zivilisten vor Muammar Gaddafi zu schützen. Die Wirklichkeit ist, dass wir die NATO brauchen, um einfach „mission accomplished“ (Aufgabe erfüllt) zu erklären und dann das Schlachten unseres „geschützten“ Volkes einzustellen.“

Heute morgen sagte mir der Generalsekretär in einer langen und anregenden Diskussion im Hauptquartier des Libyschen Volkskongresses in Tripolis, dass mehr als zwei Millionen Libyer über 18 Jahre bewaffnet worden sind und trainieren, gegen die NATO zu kämpfen, wenn sie landen wird.
Praktische jeder, der gefragt wird, versichert, dass „Baba (Vater) Gaddafi“ nicht fliehen, sondern sterben wird, wenn notwendig bei der Verteidigung seines Landes. Sie glauben, er werde noch weitere Mordversuche der NATO überleben. Mehr als ein Beamter erklärte im Vertrauen, dass Gaddafi noch da sein werde, wenn US-Präsident Gaddafi in der Wahl von 2012 vom amerikanischen Volk abgelehnt werden wird.

Stütze für diese Idee kann man in der scheinbar weit verbreiteten Unterstützung finden, die Gaddafi genießt, und in den „Pluspunkten“ aus einem gewissen libyschen Stolz, dass fünf Millionen Menschen noch nach hundert Tagen gegen 27 Länder voller Widerstandswillen sind. Die Bomben haben das Volk geeint zwangen die manchmal zu bequem lebende Bevölkerung, eine Zukunft ins Auge zu fassen, selbst eine ohne Baba Gaddafi; man lernte, dass die Schläge der Medien mit falschen Geschichten in gewisser Hinsicht stärker sind als militärische Angriffe, erfuhren, wie manche in der Regierung schnell zur Kapitulation bereit waren, während eine Million junge Menschen der 42 Jahre alten Revolution neues Blut zuführten, lernten neu, dass das „arabische System“, i. e. die Arabische Liga wertlos ist, dass es die armen Leute Libyens sind, die wirklich an die Revolution glauben und ihr treu bleiben und nicht jenen mit ausländischen Bankkonten, denen von der NATO und den USA schnell gedroht werden konnte und die zum Desertieren gezwungen konnten.

Die Zuversicht, dass die Waffen des Volkes und sein Selbstvertrauen über diese versuchte Besetzung gewinnen werden, während die „Rebellen“ die Moslem Bruderschaft als Partner der USA offenbart haben und auch die wahre Natur der Jihadisten, der al-Qaida und der NATO gezeigt haben; dass die Afrikanische Union eine Schlüsselfunktion innehat, dass Libyen nicht teilbar ist wegen seiner sozialen und ökonomischen gegenseitigen Abhängigkeit; die Einsicht, dass Libyen reformiert und das IMF-System zurückgewiesen werden muss und man aus seinen Fehlern lernen muss, dass man den USA und gewissen Ländern 2002 getraut hat, als man auf gewisse Waffensysteme verzichtete und Milliarden Dollar in amerikanischen Banken deponierte; eine Rückkehr zum Kapitalismus des Volkes, nicht einem Regierungs-Kapitalismus, und der Notwendigkeit, autarker zu werden.

Außerdem sind wegen der Krise die Frauen eingesprungen und erstaunlich viele haben viele Regierungsfunktionen „übernommen“ und ermuntern die Bevölkerung, ihr Land zu verteidigen. Die Jugend des Landes folgt den vielen ihresgleichen im ganzen Nahen Osten und engagiert sich, nicht nur zur Verteidigung des Landes, sondern wirkt auch an Reformen mit, auch bei der Skizzierung einer Verfassung in einer verfassungsgebenden Versammlung, die nächste Woche in Tripolis stattfinden soll. Die Libyer sagen, dass sie ihre Revolution verjüngen müssen und sich auf die eigenen Kräfte stützen müssen. Fast alle sagen, dass Libyen bei den Verhandlungen 2004 und dem Abkommen mit den USA und den westlichen Ländern betrogen wurde. Sie geben zu, dass sie einen hohen Preis an Menschenleben und zerstörter Infrastruktur bezahlt haben.

Libyen beabsichtigt auch, mit seinem goldbasierten Währungsprojekt fortzufahren und der Verbesserung der Beziehungen mit den afrikanischen Ländern. Dass Libyen versucht, die frühere Kolonialmacht aus Afrika zu verdrängen, ist ein Motiv für jenes Land, einen Regime-Wechsel herbeizuführen.

Regime-Wechsel?

Präsident Obama wird laut dem früheren Bush-Berater Karl Rove und einer zunehmenden Zahl politischer Experten wahrscheinlich 2012 unterliegen. Die US-Wirtschaft ist sehr schwach und es ist unwahrscheinlich, dass sie sich bis zu den Wahlen erholen wird. Wichtige Wählergruppen wollen Obama nicht, teilweise wegen seinem „freiwilligen Krieg“ gegen Libyen, der als schlechte strategische Entscheidung angesehen wird, in dem die Aktionen der NATO zunehmend zu einer tödlichen Farce werden und die Rechtfertigungen immer lächerlicher werden und die Kosten schon bei 500 Mrd. US-Dollar stehen.

Außerdem nähert sich die Arbeitslosigkeit den 10% mit beinahe 14 Millionen arbeitslosen Amerikanern, von denen mehr als die Hälfte länger als sechs Monate ohne Arbeit ist. Sie erinnern sich, dass Obama Besseres versprochen hatte – dass die Anreize vom Februar 2009 die Arbeitslosigkeit im Sommer 2009 auf 8% und auf 6.8% am heutigen Tag drücken werden.

Gallup berichtete, dass Obamas Beliebtheit auf 45% von 67% bei Amtsantritt gesunken ist. Unter den Gruppen, die größere als durchschnittliche Ablehnung seit 2009 zeigen sind Weiße (25% weniger), ältere Wähler (24% weniger), Selbständige und Hochschulabsolventen (beide um 23% gesunken), Männer mit höherer Schulbildung (minus 22%), Frauen (minus 21%), Verheiratete und jene, die 2-4000 $ im Monat verdienen (minus 20 %). Dies alles deutet auf ernste Probleme in Vororten und mittelgroßen Städten in Staaten wie Colorado, Indiana, Ohio, Pennsylvania und Nevada hin.

Darüberhinaus ist die Zustimmung bei jüngeren Wählern um 22 Punkte gesunken und bei Latinos um 20 %. Selbst Afro-Amerikaner sind jetzt weniger von Obama begeistert als zu Anfang und sind entschieden gegen seine Politik, die darin am schlechtesten ist, was die Wähler als wichtig ansehen. In einer Umfrage vom 13. Juni von NBC und Wall Street Journal zeigten sich 56% unzufrieden mit seiner Handhabung der Wirtschaft. Und in einer Umfrage von Economist und YouGov vom 14. Juni waren 59 % unzufrieden, wie er das Defizit handhabte.

Berichten zufolge versöhnt sich das Weiße Haus mit dem Gedanken, dass Gaddafi in der libyschen Führung bleiben wird. Gaddafi hat Angriffe der unterschiedlichsten Art von den US-Präsidenten Ford, Carter, Reagan, George Bush I, Clinton, George Bush 2 und Obama überlebt. Wettbüros in Las Vegas setzen auf Libyens Fatah Revolution nach Obamas Pensionierung durch die Wähler, zu dessen gebrochenen Versprechungen auch gehörte, dass die USA in Libyen ein paar Tage, nicht Monate sein würden.





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.countercurrents.org/lamab280611.htm
Publication date of original article: 28/06/2011
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=5275

 

Tags: UmmaLibyenNATO TerrorUSAGaddafi6232 Tote und VerwundeteObama
 

 
Print this page
Print this page
Send this page
Send this page


 All Tlaxcala pages are protected under Copyleft.