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 30/09/2014 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 UMMA 
UMMA / Ägyptens Revolution – von dem IWF unterstützt? Nein danke.
Date of publication at Tlaxcala: 11/06/2011
Original: Egypt's IMF-backed revolution? No thanks

Ägyptens Revolution – von dem IWF unterstützt? Nein danke.

Wael Khalil وائل خليل

Translated by  Einar Schlereth

 

Jahr für Jahr pries der IWF (Internationaler Währungsfonds) den 'Fortschritt' Mubaraks. Jetzt ein Darlehen über 3 Mrd. $ zu unterzeichnen, ist wohl kaum ein Bruch mit der Vergangenheit.

Die Nachricht, dass die ägyptische Interims-Regierung ein Abkommen mit der IWF getroffen hat, womit Ägypten ein Darlehen von 3 Mrd. $ bewilligt werden, ist auf unterschiedliche Reaktionen gestoßen. Von einigen wurde es mit Erleichterung begrüßt, als Beweis für die positiven wirtschaftlichen Aussichten des Landes auf mittlere und lange Sicht, und eine Zurückweisung jener Angstmacher, die laut davor gewarnt haben, dass Ägypten am Rande des Bankrotts stehe wegen der Revolution und den anhaltenden Protesten und Straßenaktivitäten.

Aber viele Leute, mich eingeschlossen, waren über diese Nachricht unglücklich und über die Auswirkungen, die ein solches Darlehen auf die Vergößerung der Schulden des Landes und die steigende Last des Schuldendienstes haben wird.

Und es gibt ein noch viel beunruhigenderes Detail – es handelt sich um den IWF, meine Güte. Ich erinnere mich der wiederholten Demonstrationen in den vergangenen 10 Jahren gegen das Mubarak-Regime, wobei wir Lieder gegen den „Fond“ und die „Bank“ sangen, womit wir den IWF und die Weltbank meinten. „Wir wollen nicht von der Bank regiert werden, wir wollen nicht vom Imperialismus regiert werden“, sangen wir, „und dies sind die Bedingungen der Bank: Armut, Hunger und steigende Preise“.

Der IWF und die Weltbank haben jahrelang auf neoliberale Reformen gedrängt, die dann von Mubarak und seinen Regierungen durchgesetzt wurden, wofür er gelobt wurde wegen seines Mutes und seiner Errungenschaften.

Jahr für Jahr lobten die internationalen Experten den ägyptischen wirtschaftlichen „Fortschritt“ und „Leistung“, während die Mehrheit der Ägypter zusahen, wie ihr Leben immer schlechter wurde und ihre Lebensbedingungen immer schwerer. Eine Untersuchung des Internationalen Republikanischen Instituts fand heraus, dass 60% der Bevölkerung fühlten, dass ihr Lebensstandard im vergangenen Jahr gesunken war, und dass das einer zentralen Gründe für ihre Beteiligung an der Revolution vom 25. Januar war.

Jahr für Jahr sahen wir zu, wie die Reichen und Mächtigen immer reicher und mächtiger wurden. Jahr für Jahr warteten wir vergeblich, dass das allmähliche wirtschaftliche Wachstum auf die Armen und die Arbeiterklasse heruntertröpfeln sollte. Aber es kam nichts.

Und während der IWF und ähnliche internationale Institutionen Ägypten aufforderten, „Verschwendung und ihre Auswirkungen“ zu beseitigen wie etwa soziale Maßnahmen oder Lebensmittelsubsidien, bewahrten sie höfliches Schweigen über die empörende Korruption der Herrschenden, deren Familien und Freunden und Kumpanen. Mubaraks letzter Finanzminister, Youssef Boutros-Ghali, ein IWF-Mann, der den Vorsitz in deren Politischen Ratgebungskomitee führte, wurde zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt wegen der unanständigen Verwendung von Autos, die vom ägyptischen Zoll beschlagnahmt worden waren. Boutros-Ghali wurde in absentia verurteilt, weil er einer von den gewitzten Beamten war, die das Land bald nachdem die Proteste am 25. Januar begonnen hatten, verließen.

Ich glaube, dass die Zukunft dieses Landes nicht von einigen hochbezahlten, nicht gewählten, nicht Rechenschaft schuldigen Bürokraten desIWF abhängig ist, noch von ihren geheiligten Indikatoren für Budget-Defizite und die Marktökonomie. Unsere Zukunft liegt in einer neuen, bei uns gewachsenen Wirtschaft, die sich um die Mehrheit der Ägypter kümmert, in Schulen, die unsere Kinder erziehen, in Krankenhäusern, wo sie behandelt werden können und in Jobs, die ein anständiges und ehrenhaftes Leben garantieren.

Unsere Revolution, noch bevor sie zum Sturz von Mubarak aufrief, hatte „soziale Gerechtigkeit und menschliche Würde“ gefordert, und wir werden nicht eher aufhören, bis dies erfüllt ist.





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2011/jun/07/egypt-imf-loan
Publication date of original article: 07/06/2011
URL of this page: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=5014

 

Tags: UmmaÄgyptenMubarakInterimsregierungIMFWeltbankDarlehenDiktaturImperialismus
 

 
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