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 18/10/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Israel muss zwischen Frieden und einem rassistischen Staat wählen
Date of publication at Tlaxcala: 20/05/2011
Original: Israel must choose between peace and a racist state

Israel muss zwischen Frieden und einem rassistischen Staat wählen

Sefi Rachlevsky ספי רכלבסקי

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس
Edited by  Hergen Matussik

 

Der Slogan, der Benjamin Netanyahu an die Macht brachte, war „einen sicheren Frieden machen.“ Das ist kein Zufall. „Frieden“ hat die rechte Regierung in einem viel größeren Ausmaß aufrecht erhalten, als die rechte Regierung den Frieden aufrecht erhielt.

Der Grund dafür ist einfach. Wenn „Frieden“ zur Debatte steht, dann wird die innenpolitische Debatte auf das Image des „anderen“umgelenkt, mit dem Frieden gemacht oder nicht gemacht werden soll. Von da ist in Israel der Weg kurz zu regierungsamtlich vorgetragener Verachtung für die Schwäche des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas und für Behauptungen wie die von Netanyahu, dass die Hamas eine Fortsetzung der Nazis sei.
 
Aber der periodische israelische Kalender, der sich zwischen „Holocaust“ und Unabhängigkeitstag bewegt, erinnert uns an das, was selbstverständlich sein sollte: Es gibt da eine Frage, die der Frage nach „Frieden“ vorausgehen müsste – eine Frage, die das Wesen der Unabhängigkeit ausmacht und die Basis für die zionistische Revolution bildet: Was will Israel?
 
Nicht ohne Grund wird diese Frage von der Regierung ignoriert. Denn wenn man fragt, was Israel will, ist die korrekte Antwort eigentlich klar: einen Staat innerhalb der Grenzen, in denen er seine Unabhängigkeit erlangt hat und die heute als die Grenzen von 1967 bekannt sind; einen demokratischen Staat, in dem alle gleich sind, so wie es in der Unabhängigkeitserklärung beschrieben wird.
 
Diese Antwort ist für die Rechten gefährlich, weil die meisten Israelis dies noch unterstützen und weil diese Position auch international unterstützt wird. Außerdem besitzt sie in jeder Situation Stärke, sogar dann, wenn man nur von innen nach außen, auf die Beziehungen zwischen Fatah und Hamas schaut. Wenn Verteidigungsminister Ehud Barak Recht hat, dass die Hamas vor der Fatah kapitulierte, dann ist der Weg frei für eine erfolgreiche Umsetzung einer Zwei-Staaten-Lösung, die sich auf die Grenzen von 1967 gründet. Und wenn das Gegenteil wahr ist, dann hat Israel, wenn es sich für einen demokratischen Staat in den Grenzen von 1967 entscheidet, eine Menge realistischer Optionen, für die es mit weitreichender internationaler Unterstützung rechnen kann.
 
Aber die Frage was Israel will, hat eine zweite mögliche Antwort: Israel strebt nach einem rassistischen, messianischen Staat, in dem Juden Bürger sind und Nicht-Juden Untertanen. Diese zweite Antwort ist keine Phantasie. Im Grunde ist dies bereits seit 44 Jahren die israelische Wirklichkeit. In den (besetzten) Gebieten und in Jerusalem sind Juden Bürger und Nicht-Juden sind es nicht. Erst in dieser Woche vergab der Wissenschaftsminister (!) anlässliche einer Feier einen Preis an den Rabbiner Shmuel Eliyahu, bei der dieser sich dafür aussprach, Safed von Arabern zu säubern.
 
Barak, ein Anhänger der Methode verbaler Irreführung, um Operationen durch Sondereinheiten zu ermöglichen, zog „den dritten Weg“ aus dem Hut, der als Argumentationsbasis für seine Atzmaut-Partei dienen soll. Aber Barak weiß besser als jeder andere, dass es keinen dritten Weg gibt. Bei Einsätzen von Spezialeinheiten, bei Geschäften oder auch in der Politik ist die Entscheidung einfach und klar: ja oder nein. Entweder will Israel einen Staat, der sich auf die Versprechen die Unabhängigkeitserklärung gründet - oder nicht.
 
Um vor dieser einfachen Wahrheit zu fliehen, erfand der frühere Ministerpräsident Yitzhak Shamir (Likud) was seine Kollegen bei der Madrider Konferenz 1991 als „Teelöffel“-Politik bezeichneten: endlose Verhandlungssitzungen, bei denen Berge von Zucker in Ozeane von Tee und Kaffee gerührt wurden – bei denen es aber niemals zu einem Abkommen kam. Netanyahu hat diese Methode perfektioniert, was ihm ermöglicht, unablässig Zucker in die Tassen der Unterhändler zu rühren, anstatt die Frage zu beantworten, was Israel will.
 
Aber die Zeit der Teelöffel ist vorbei. Der September 2011 steht bevor. US-Präsident Barack Obama, der auf den Flügeln der innenpolitischen Opposition gegenüber Rassismus zur Macht kam, hat gerade einen Sieg über Rassismus und Messianismus im Ausland errungen. Ob er nun ein persönlicher Fan des Zionismus ist oder nicht, jedenfalls haben Amerikas Interessen und internationale Entwicklungen ihn in die Lage versetzt dabei zu helfen, daß Israel sich vom Rassismus distanziert und seine Unabhängigkeit wieder herstellt.
 
Um dies zu tun, ist es nötig, das Hexengebräu von Frieden, Teelöffeln und Vieldeutigkeit zu beenden und Netanyahu zu Hause und im Ausland direkt mit dieser einfachen, scharf umrissenen Frage zu konfrontieren: Wollt Ihr einen demokratischen Staat, der sich auf die Grenzen von 1967 gründet oder nicht? Es gibt keine andere Frage. Aber die erforderliche Antwort ist keine leichte Sache. Es erfordert das Auflösen der Siedlungen außerhalb von Israels Grenzen, ein Platzen der rassistisch-messianischen Seifenblase, die im Begriff ist, Israels Bildungs- und Rechtssystem zu übernehmen, und Rabbiner wie Eliyahu vor Gericht zu bringen, anstatt sie mit Preisen auszuzeichnen.
 
Jetzt ist die Zeit, diese eine Frage zu beantworten, die eine, die vor 63 Jahren Israel gründete: was will Israel?




Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.haaretz.com/print-edition/opinion/israel-must-choose-between-peace-and-a-racist-state-1.359742
Publication date of original article: 04/05/2011
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=4793

 

Tags: IsraelPalästinaNetanyahuEhud BarakShmuel Eliyahu
 

 
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