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 08/12/2016 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 UMMA 
UMMA / Al-Dschasira: Eine Insel von pro-Imperium Machenschaften
Date of publication at Tlaxcala: 29/03/2011
Original: Al-Jazeera: An Island of Pro-Empire Intrigue

Das Imperium gibt zu: Ohne Al-Dschasira hätte man nicht Libyen bombardieren können.
Al-Dschasira: Eine Insel von pro-Imperium Machenschaften

Sukant Chandan

Translated by  Einar Schlereth

 

Wie konnte Al-Dschasira, einst als 'Terror-Netzwerk' von einigen bezeichnet, dessen Mitarbeiter von US-Bomben in Irak und Afghanisten gekillt wurden, zu einem Medium für Kriegspropaganda für einen weiteren westlichen Krieg gegen einen kleinen Staat des globalen Südens, Libyen, werden? Alle Details werden wir noch nicht erfahren; vielleicht werden uns später ein paar Wikileaks helfen zu verstehen. Aber so viel ist bereits sicher: der Sender verrät mit grober politischer Parteilichkeit seine pan-arabische, pan-islamische und anti-imperialistische Anhängerschaft, die sich in seiner diskriminierenden Berichterstattung über die Region widerspiegelt, auf Grund von Katars Interessen und seiner Beziehungen und seiner Dienste für den Westen.

Al-Dschasira zerschlägt die westliche Hegemonie in den Medien

Ende der 90-er Jahre verpasste Al-Dschasira der westlichen Hegemonie in den Medien, die durch Sky, CNN und BBC aufrechterhalten wurde, einen historischen Schlag. Der Aufstieg von Al-Dschasira war Teil des weltweiten Anwachsen der Multi-Polarität – der Anfang vom Ende der Phase der 'Neuen Weltordnung' der US-Hegemonie. In der arabischen Welt begann die Golfregion in den 90-er Jahren eine große politische Unruhe zu verspüren, als sich die Leute in der Region bewusst wurden, dass ihre nationale Hauptressource – das Erdöl – nicht für immer da sein würde, und dass, falls sie nicht das Öl benutzen würden, um ihre Länder zu entwickeln, ihnen am Ende nichts als Sanddünen bleiben würden. Diese Faktoren führten zur Entstehung einer lebhaften pro-Demokratie Bewegung im Golf, besonders in 'Saudi'Arabien.

Alle Medien versuchen, unabhängig zu erscheinen, aber kein großes Medium ist es jemals wirklich, einschließlich Al-Dschasira. Zu Anfang des neuen Jahrtausends spielte er eine entscheidende agit-prop Rolle während der intensiven Kämpfe der Völker im Libanon, in Palästina, Afghanistan und Irak. Da ich selbst mit meinen ärztlichen Mitarbeitern auf der Höhe der Belagerung von Ramallah im April 2002 internationale Solidaritätsarbeit ausübte, kann ich bezeugen, dass für jene unter der militärischen Ausgangssperre und der Besatzung Palästinas durch den zionistischen Staat Al-Dschasira die Augen und Ohren des Volkes in Ramallah waren, die uns über die Solidaritäts-proteste in der Region und weltweit informiert hielten, und uns auch aufrecht hielten durch die Berichte über den Widerstand in Afghanistan, der Tora Bora Schlacht, um genau zu sein.

Die glorreiche Vergangenheit

Es gab immer politische Widersprüche im Sender, dessen Boss die Golfmonarchie von Katar ist, die den US Army's Regional Central Command (Centcom) beherbergt. Trotz der Widersprüche im Sender schien es klar, dass die westlichen Mächte der arabischen Al-Dschasira nicht erlauben würden, einen englischsprachigen Sender mit derselben positiven, nein militanten Einstellung gegenüber westlicher Außenpolitik einzurichten. Al-Dschasira English (AJE), der 2006 auf Sendung ging, musste vorsichtig auftreten, um nicht die unsichtbare ideologische Linie zu übertreten, die auch von den USA gezogen worden war, nicht nur von der herrschenden Klasse in Katar. Das AJE-Programm hat seit 2006 die Berichterstattung über die Region innerhalb der Grenzen der liberalen Opposition gegen den Westen gehalten (jeder Flirt mit dem Radikalismus wurde auf das beschränkt, was von Katars warmen Beziehungen zu Hisbollah und Hamas toleriert wurde), hat niemals die afrikanische Einheit ermutigt (kein pan-Afrikanismus in der Redaktionsanzeige) und ist ständig negativ gegenüber China. (Hingegen ist die AJE-Berichterstattung über Lateinamerika abwechslungsreicher gewesen, allerdings deutlich positiver gegenüber der 'Guten Linken' Brasiliens als gegenüber der 'Bösen Linken' Venezuelas.)

Al-Dschasiras Berichterstattung über die Region und westliche Hegemonie

AJE begann seinen Anspruch auf „jeden Blickwinkel, beide Seiten“ bei seinen Berichten vom Tahrirplatz aufzugeben. Millionen schauten mit Stolz, Inspiration und Nervosität der Schlacht der Massen auf dem Tahrirplatz zu, wobei AJE im Kampf die agit-prop-Rolle spielte. Jedoch gab es zwei miteinander verknüpfte Bereiche, wo die AJE-Berichte suspekt waren. Erstens überschritten nur wenige von ihren Gästen, Analytikern und Meinungsmachern die liberale Tagesordnung. Viele der Gäste kamen von westlichen NGOs und Think Tanks, von denen keine jemals einen bedeutenden Beitrag zur Befreiung von irgendeinem Land im globalen Süden geleistet haben. AJE stellte sicher, dass es keine radikale anti-imperialistische Analyse im Sender gab. Vielleicht deshalb, weil es kaum irgendwelche Nasseristen, anti-imperialistische Moslems oder revolutionäre Linke in Ägypten gibt? Natürlich nicht, Ägypten ist reich an revolutionärer Erfahrung und revolutionärem Denken, so wie die arabische Welt im allgemeinen, was einen zu der Schlußfolgerung veranlasst, dass es eine klare Entscheidung gibt, diese Stimmen vom Sender zu zensieren. [Die Unterlassungen sind noch viel umfassender: AJE hat auch kein Wort über die Gewerkschaften, die Kämpfe und Demonstrationen der Arbeiter in den Betrieben und auf den Straßen sowie die Unruhen bei den Landarbeitern und den Fellachen verloren. D.Ü.]

Vielleicht, wenn man sich die letzte erfolgreiche Revolution in Ägypten anschaut, dann wird dieser Punkt deutlicher. Die von Präsident Gamal Abdel Nasser geführte ägyptische Revolution erklärte offen, dass ihr zentrales Ziel des Kampfes sei, den Imperialismus und Zionismus zu bekämpfen und eine blockfreie Außenpolitik zu führen mit einer sozialistisch orientierten Verteilung des Reichtums und einer Landreform zuhause. Alle diese Fragen wurden aus AJEs Berichterstattung über Ägypten gestrichen. Sie wurde allein den Liberalen überlassen.

Die Berichte von Tahrir wurden noch interessanter, wenn man die Gelegenheit hatte, sie mit Irans englischsprachiger Press TV zu vergleichen, die beide am selben Ort waren, zur selben Zeit und unter denselben Menschen. Während AJE genau alles an antiimperialistischen und pro-Palästina/ antizionistischen Parolen und Gefühlen der Massen auf dem Tahrirplatz wegließ, hat Press TV genau diese Stimmen hervorgehoben, Stimmen, die sehr laut und zahlreich waren. Eine Sache ist sicher, dass der Westen, besonders die USA, trotz einer sich verändernten Situation in der Region, sicherstellen wollen, dass die Erhebungen in Tunesien und Ägypten nie antiimperialistisch werden, und AJE ist ein integraler Bestandteil dabei gewesen, diese Kämpfe innerhalb der vom Westen festgelegten Grenzen zu halten.

Es ist allerdings in der Berichterstattung über Libyen und den Golf gewesen, wo die AJE vollständig ihre Tagesordnung offengelegt hat, die ganz klar eine reaktionäre Golf und pro-westliche Agenda ist. Schwimmend auf der good will Welle ihrer Berichte in Tunisien und Ägypten hat AJE vom ersten Tag an all ihre Aufmerksamkeit und ihre agit prop auf die libysche Rebellion gerichtet und sagte nichts Negatives über den gleichzeitigen Besuch des englischen Premiers Cameron zum Waffenverkauf im Golf – weit entfernt, die AJE gab Cameron sogar Sendezeit, um seine Kriegspopaganda gegen Libyen zu verbreiten.

Von dem Zeitpunkt an war es klar, dass AJE alles tat, um das Golfgebiet von Erhebungen zu verschonen, und den Fokus auf die Regime richtete, die der Westen für Regimewechsel vorgesehen hatte: Libyen und Syrien (und im geringeren Ausmaß, zumindest im Augenblick, Algerien). Und die Golf-Regime zu schützen, war genau das, was AJE tat. AJE hat alle Unruhen in Arabien heruntergespielt, während vergleichbare Proteste in Libyen zu Massenerhebungen des libyschen Volkes hochstilisiert wurden, die außerhalb von Benghasi wenig Massenunterstützung fanden und selbst dort nicht allgemein waren. AJE hat kaum über Proteste in Marokko oder Bahrain berichtet. Die Bahrain-Proteste wurden häufig als Shia-sektiereisch mit Verbindungen zu Iran abgetan. Vielleicht wird AJEs Berichterstattung verständlich, wenn wir daran denken, dass Bahrain die größte US-Flottenbasis in der Region beherbergt; AJE will nicht seine Freunde in den USA und der Regierung von Bahrain verärgern. AJE hat sogar Nasrallahs Rede vor ein paar Tagen zusammengestrichen, wahrscheinlich weil er zu viel über den gerechten Kampf des Volkes von Bahrain sprach.

Es ist ganz klar geworden, dass die libyschen Rebellen mit Haut und Haar mit westlichen Interessen in Libyen verbunden sind, aber von AJE wurden sie als patriotische und heroische Revolutionäre dargestellt. Von der einstigen Unterstützung des Widerstandes in Afghanistan, Irak, Libanon und Palästina bis zur Unterstützung einer Bewegung, die buchstäblich auf den Schädeln von Libyern tanzt, die von französchen, britischen und US-Bomben in Brand geschossen wurden, ist wahrlich eine Kehrtwende.

Die Financial Times in England ist die Zeitung, die die intelligente Stimme der britischen Elite mehr als jede andere repräsentiert, und sie hatte am 20. März eine Story auf der dritten Seite unter dem Titel „Al-Dschasiras Rückhalt ist entscheidend für die Koalition“:

„Verzweifelt, zwischen Libyen und anderen westlichen Interventionen in der moslemischen Welt zu unterscheiden, die scharfe antiwestliche Gefühle haben, wollen die drei führenden Mächte in der Libyen-Kampagne Legitimiät für ihre Aktionen gewinnen, indem sie hervorheben, dass sie auf arabischen Forderungen beruht. Während einige Leute fragen, wo die arabischen Kampfflugzeuge sind, hat die internationale Koalition – zumindest für den Moment – eine viel wirksamere Waffe auf ihrer Seite: den Al-Dschasira Fernsehkanal … Die Besitzer von Al-Dschasira, die königliche Familie von Katar, gehört zu denen, die die internationalen Bemühungen unterstützen … In der Tat stellt die Libyen Krise einen der wenigen Momente der Einheit zwischen dem Volk und seinen Führern in der arabischen Welt dar – mit al-Arabiya, dem von den Saudis unterstützten Kanal ebenfalls auf der Seite der Rebellen.“

Ein seltener Moment der Einheit zwischen arabischen Massen und den reaktionärsten pro- westlichen Herrschern der Region? AJE entscheidend für die Kriegführung des Westens für Regimewechsel gegen einen alten Feind? Diese Entwicklungen bei AJE werden am Ende den Kanal zum Zentrum von scharfer und umfassender arabischer Kritik machen, vielleicht gar lautstarken und sichtbaren Protesten. Eine zunehmende Zahl von Analytikern und Kommentatoren beginnt die Tagesordnung von AJE bereits in Frage zu stellen. Schließlich sind die Schachzüge von Katar und AJE alles andere als subtil, um das mindeste zu sagen:

Obwohl Doha häufig Al- Dschasira benutzt hat, um Kritik von früheren Partnerschaften mit den USA abzulenken, zeigten seine Herrscher oft ihre Unterstützung für die libyschen Rebellen, obwohl Katars genaue Rolle noch unsicher ist.

„Katar wird an der militärischen Aktion teilnehmen, weil wir glauben, dass arabische Staaten diese Aktion durchführen müssen, weil die Situation unerträglich ist“, sagte Scheich Hamid bin Jassem, Premierminister, zu Al-Dschasira am Samstag.“ (Financial Times vom 20. März 2011)
Militärische Verwicklung von Katar in Bahrain und Libyen ist kaum wohlwollend gegenüber pan-arabischer Einheit und Kampf; sie ist vielmehr dreist konterrevolutionär und ist eine Juniorrolle für westliche Aggression. Zu allem Unglück entwickeln sich die Dinge von entsetzlich zu noch schlimmer.

Al-Dschasiras Berichterstattung über Palästina

Während der Westen, so gut er kann, versucht, dass die gegenwärtige Unruhe in der Region sich nicht in Richtung Antiimperialismus und Antizionismus bewegt, können doch irgenwelche aggressiven Akte des zionistischen Staates zu einem Katalysator werden, der die Bewegungen des Volkes in der Region genau in diese Richtung lenkt. Deshalb muss der Westen sehr vorsichtig die Vorstellungen vom zionistischen Staat, seines Kamfhundes in der Region, handhaben. Zu seiner Schande hat AJE begonnen, dem Westen auch bei diesem Image-Management beizustehen: er hat grob die Berichte über die jüngsten zionistischen Luftangriffe auf die Palästinenser in Gaza heruntergespielt, die zum Tod von 8 Menschen führten, darunter ein paar Kinder, während er vergleichsweise viel Raum dem etwaigen Widerstandsangriff in Jerusalem widmete, der zum Tod von einer Person führte. Der angesehene Kommentator über arabische Politik As'ad Abu Khalil greift diese Frage auf:

„Die traurige Rolle von Al-Dschasira (Arabisch) ist schlimmer geworden – viel schlimmer. Gestern war ich den ganzen Tag wütend, weil er nicht seine langweilige, obsessive non-stop-Berichterstattung von Libyen abbrechen konnte, um ausführlich über den israelischen Mord an Kindern zu berichten. Al-Dschasira und Al-Arabiyyah (der Sender von König Fahds Schwiegersohn) berichteten kaum etwas, aber beide berichteten ausführlich über Libyen und die „Erfolge“ des westlichen Bombardements von Libyen. Schlimmer, als heute die Nachricht von der Explosion in Jerusalem kam, beendete Al-Dschasira (wenn auch nur kurzfristig) die Libyenberichte und gab non-stop-Live-Berichte über die Explosion. Es scheint, als ob Al-Dschasira jetzt den westlichen Standard befolgt, nach dem israelische Opfer wertvoller sind als palästinensische.

Tatsächlich ist AJE, der auch durch Veröffentlichung der Palästina-Papiere zur Vertiefung der Spaltung in der palästinensichen politischen Familie beigetragen hat, auf dieses Niveau bei der Palästina-Berichterstattung gesunken; man bekommt das Gefühl, dass AJE die palästinensischen Interessen nicht mehr im Programm hat.

Die arabische Region erlebt die Entwicklung der Volksbewegungen, die viele politische Strömungen umfassen, allerdings belastet mit der unausweichlichen konterrevolutionären Einmischung westlicher Geheimdienste und Kräfte, die von diesen beeinflusst sind. Das Potential für Gerechtigkeit, Entwicklung und Unabhängigkeit könnte etwas größer werden, wenn die keimende antiimperialistische und antizionistische Bewegung sich entwickeln könnte. Aber hier stehen wir AJE und Al-Dschasira Arabic (die beide genau dieselben Darstellungen geben) gegenüber, die sich nützlich machen bei der erfolgreichen Führung eines westlichen Angriffskrieges gegen Libyen, ein kleines islamisches, arabisches, afrikanisches und Dritte-Weltland. Sie geben beide Schützenhilfe bei den Waffenverkäufen in der Region durch die westlichen Mächte, verringern die Bewegungen des Volkes im Golf (benutzen sogar die 'I' und 'S' Worte: Iran und Shia), d. h. in der für den Westen allerwichtigsten strategischen Region und machen nun auch mit dem Westen gemeinsame Sache in den Berichten über die palästinensische Revolution. AJE und Al-Dschasira Arabisch haben in den vergangenen Monaten und noch mehr in den vergangenen Wochen sich als nur geringfügig liberalere Version der westlichen neo-kolonialistischen Hegemonie in der Region erwiesen, ein wertvolles Werkzeug eines dem Westen gegenüber loyalen Golfstaates; und sie kommen damit durch, weil sie sich immer noch sonnen im Ruhm der Opfer in den Kämpfen anderer Völker in der Region.

Multipolare Medien sind entscheidend

Vor dem Auftauchen von Al-Dschasira und besonders AJE waren die englischsprechenden Satellitenmedien vom Westen beherrscht, der feindlich gegenüber der Berichterstattung von den Rechten unserer Völker war. Westliche Medien, die die westliche Außenpolitik widerspiegeln, sind immer und allgemein feindlich gegen den Kampf des globalen Südens für Unabhängigkeit gewesen, und deren Recht, erfolgreich ihre Macht auszuüben, um unseren natürlichen Reichtum und die Umwelt zu benutzen, um eine Welt gegenseitiger Kooperation und Freundschaft zu entwickeln, d. h. einer multipolaren Welt, die wichtigste demokratisierende Entwicklung in den internationalen Beziehungen in der Geschichte der Menschheit, die es je gab.

Mit diesem Trend wachsender Multi-Polarität erleben wir das Entstehen einer größeren Anzahl von Satellitenstationen der aufsteigenden Mächte: AJE in der arabischen und islamischen Welt (trotz der kritischen Analyse hier), Press TV in Iran; Russia Today in Russland; NDTV in Indien, CCTV-9 in China usw. In der libyschen Krise ist Russia Today die einzige kritische Stimme von Beginn der pro-westlichen Rebellion dort gewesen. Chinas Position gegen die Aggression in Libyen ist wahrscheinlich die wichtigste aller aufsteigenden Weltmächte der BRIC-Nationen (die alle gegen eine Aggression in Libyen gewesen sind) und CCTV-9 gibt natürlich die chinesische Position wider.

So wie wir eine multipolare Welt entwickeln müssen, müssen wir auch die multipolaren Medien entwickeln. Man erwartet nun, dass die afrikanische Union oder die ASEAN einen eigenen Kanal bekommen. Es hat auch Gerüchte unter dem venezolanischen Staaten und der blockfreien Bewegung gegeben, auch einen englischsprechenden Kanal zu starten. Vielleicht könnte Venezuela zusammen mit der progressiven Bolivarianischen Allianz für die Völker unseres Amerika (ALBA) ein dringend benötigtes internationalistisches, für die arbeitenden Menschen, pro-globales kreatives und professionelles englisches Programm für die Welt befördern. Dies ist von zunehmender Wichtigkeit, da wir die Medienschlacht im Gleichschritt mit den tiefen antiimperialistischen Veränderungen, die in der Welt geschehen, noch nicht gewonnen haben. Einstweilen formt die Macht von Sky, Hollywood mit den zutiefst frauenfeindlichen, gewalttätigen und rassistischen Spielen, Videos, Filmen und Musik den Geist jedes Erwachsenen, Jugendlichen und Kindes, die ein Laptop oder ein modernes Handy irgendwo in der Welt haben. Mit anderen Worten – es ist immer noch der Westen, der die Medien zu seinem Vorteil nutzt, um bösartig in die inneren Angelegenheiten anderer Völker einzugreifen, wobei AJE jetzt bei diesen Plänen mithilft.

Fazit

Wachsamheit ist wichtig, um die eigentlichen Absichten von Sendern zu verstehen, aber insbesonders bei AJE, dessen offenbarer politischer Aktionismus in seiner Vermessenheit überraschend ist. Jedes Land im globalen Süden hat seine Tagesordnung, und Katar, der Staat hinter AJE hat seine eigene. Katar hat nicht immer den regionalen Widerstand unterstützt; in dem vergangenem Jahrzehnt hat es freundliche Beziehungen zu Hisbollah und Hamas unterhalten, aber hat dennoch die Angriffe auf Afghanistan und Irak unterstützt. Man muss sich der großen Gefahr bewusst sein, die Katars enge Beziehung zu westlicher Hegemonie darstellt und auch seine Beziehungen zu den reaktionären, undemokratischen und brutalen Staaten auf der arabischen Halbinsel. Das ist eine unausweichliche Tatsache. Die wahre Herausforderung liegt in der Fähigkeit der Zuschauer, kritisch über AJE nachzudenken, trotz seines Rufes, mehr tiefgehende und intelligente Diskussionen in die Mainstreammedien eingeführt zu haben.

AJE hat mehrere rote Linien des Anti-Imperialismus überschritten, und der Anti-Imperialismus ist absolut zentral für jeden erfolgreichen arabischen Kampf, von den Schlachten Saladins vor Jahrhunderten bis zu den neueren von Nasser und von unserem Zeitgenossen Sayyid Hassan Nasrallah. Es bleibt abzuwarten, wie die Belegschaft auf verschiedenen Ebenen sowohl im AJE als auch in den verschiedenen höheren Sphären der Katar-Monarchie auf den unausweichlichen Rückschlag reagieren wird. Kann AJE sich von den neokolonialen und despotischen pro-westlichen und pro-zionistischen Golf- und arabischen Regimen befreien? Wie werden die Menschen darauf antworten, wenn sie von AJE gesagt bekommen, dass, trotz all der Volksbewegungen gegen die stark prowestlichen Regime in Marokko, Jordanien, Jemen, Bahrain, Kuweit, Katar und allgemein auf der arabischen Halbinsel, die eigentlich wirklichen 'Revolutionen' nur die gegen die westlichen offiziellen Feinde, gegen die Regime von Libyen und Syrien, seien? Im vergangenen Jahrzehnt hat die Geschichte begonnen, sich schneller zu bewegen, so dass wir vielleicht Antworten auf diese und viele andere Fragen schneller als wir denken bekommen.





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://mrzine.monthlyreview.org/2011/chandan260311.html
Publication date of original article: 26/03/2011
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=4431

 

Tags: UmmaAl-DschasiraAJELibyenÄgyptenPalästinaKatarBahrainCENTCOMAFRICOMNasserTahrirSyrienal-ArabiyyaPress TVMulti-PolaritätRussia TodayNDTVCCTV
 

 
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