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 10/12/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
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 ASIA & OCEANIA 
ASIA & OCEANIA / China auf der Suche nach der sozialistischen Moderne?
Date of publication at Tlaxcala: 27/12/2010

China auf der Suche nach der sozialistischen Moderne?

Peter Strotmann

 

20 Jahre nach der „Wende“ und mitten im großen Crash des kapitalistischen Weltsystems ist eine Wiederbelebung des Diskurses über revolutionäre Lösungen für gesellschaftliche Krisen zu beobachten. Mehrere Autoren ziehen Bilanz der bisherigen sozialistischen Versuche, unter ihnen der Weltsystemtheoretiker Giovanni Arrighi(1); der Doyen des „westlichen Marxismus“ und Herausgeber der Londoner „New Left Review“ Perry Anderson(2); und der italienische Philosoph Dominico Losurdo(3). Sie vergleichen Geschichte und Ablauf der russischen mit der chinesischen Revolution, um herauszufinden, warum die chinesische Revolution überlebt hat, während sich die UdSSR vor 20 Jahren sang- und klanglos auflöste.

Erkenntnisinteressen

Alle drei Autoren werden von unterschiedlichen Erkenntnisinteressen motiviert. Giovanni Arrighi will als Weltsystemtheoretiker vor allem „zu den eigentlichen Gründen für globale Ungleichheiten vordringen“ (I,12). Ihn interessiert vor allem die Frage, ob mit dem Aufstieg Chinas und Abnahme der Gestaltungskraft des Westens endlich ein Prozess der Emanzipation der Völker der unterentwickelt gehaltenen Länder der Dritten Welt verbunden sein könnte.

Perry Anderson fragt, ob mit dem erstarkenden China auch eine Renaissance der kommunistischen Option verbunden sein könnte. Sein Resumé: „ Wenn das 20te Jahrhundert vor allem durch den Weg der russischen Revolution dominiert war, so wird das 21 Jahrhundert durch die Ergebnisse der chinesischen Revolution geformt werden ... Nach dem Zerfall der UdSSR hat sich als allgemein anerkanntes Erklärungsmuster für diese Wende die Formel vom ‚Kollaps des Kommunismus’ durchgesetzt. Zwanzig Jahre später sieht das doch ein wenig eurozentristisch aus. In einer anderen Sichtweise hat der Kommunismus nicht nur überlebt, sondern er wurde zur Erfolgsstory des Jahrhunderts. Natürlich mischt sich in die Eigenarten und in das Ausmaß dieser Errungenschaft mehr als nur eine – bittere –Ironie. Über die gewaltigen Unterschiede zwischen dem Schicksal der Revolutionen in China und Russland kann jedoch kein Zweifel bestehen.“

Der italienische Philosoph Domenico Losurdo hingegen wendet sich vor allem an die globale Linke und ihre „gänzlich unrealistische Theorie des Kommunismus“. Sein Vergleich der beiden Revolutionen mündet in dem Appell, den „Selbsthass der Linken“ nach der Wende zu überwinden und nicht von „Verrat“ oder „Scheitern“ zu reden, sondern die Geschichte der kommunistischen Bewegung als einen fortdauernden Lernprozess zu betrachten.

In den unterschiedlichen Ansätzen wird klar, dass der Aufstieg Chinas zu zwei unterschiedlichen Fragekomplexen führt:
1. Wie weit können die Erfolge Chinas zur Schwächung des Imperialismus und zur Emanzipation der Länder des globalen Südens beitragen.
2. Ist der Weg Chinas ein Umweg zum Sozialismus oder hat er schon zu einem endgültiges Abgleiten in den voll entwickelten Kapitalismus geführt.
Natürlich sind beide Fragen eng miteinander verknüpft. So dürfte die zweite Frage zu heftigen Debatten darüber führen, was Sozialismus eigentlich ist. Seit dem Erstarken der „Bewegung der Bewegungen“ (der Weltsozialforen, WSF) und der neuen sozialistischen Versuche in Lateinamerika (z. B. in Bolivien) ist eine neue Offenheit für Alternativen entstanden, die auch in der strategischen Debatte des WSF ihren Ausdruck fand(4). In jedem Fall lohnt es sich, bisherige Erfahrungen der sozialistischen Großversuche miteinander zu vergleichen.

Giovanni Arrighi und die verschlungenen Pfade der chinesischen Revolution

Für Arrighi ist die erste Frage ganz eindeutig positiv zu beantworten. Für ihn ist „der Nord-Süd-Gegensatz der fundamentalste Widerspruch in der gegenwärtigen Welt“(I,80) und der Aufstieg von China, Indien und einiger anderer Länder der „3.Welt“ ist Teil des „allgemeinen Aufstands gegen den Westen“ und das „hoffnungsvollste Zeichen, dass die extremen Ungleichheiten auf der Welt, die unter dem kolonialen Imperialismus der Europäer geschaffen und unter der Hegemonie der USA befestigt wurden, schließlich von einer gerechteren Welt mit größerer Gleichheit überwunden werden könnten.“(I,74). Das belegt er mit einer neuen Imperialismustheorie, in der er vor allem die Zentren der finanziellen Akkumulation der vergangenen 500 Jahre untersucht und die Verlagerung der finanziellen Kraftzentren von Genua über die Niederlande nach Britannien und in die USA ,und von dort weg, nachzeichnet.(5) Er stimmt hier mit Wolfgang Fritz Haug überein, der – klagend über den ungleichen Tausch (z.B. 100 Millionen T-Shirts für einen Airbus) – Hegels Dialektik bemüht: „Die Schwäche, auf die letzten Plätze der Wertschöpfungskette verbannt zu sein und hinnehmen zu müssen, dass der Löwenanteil des im Lande produzierten Mehrwerts im Ausland realisiert wird, scheint sich nun aber aufgrund der schieren Größenverhältnisse in eine Waffe verwandelt zu haben. Es ist, als ob just solcher ungleicher Tausch dabei sei, Teile der Industriebasis der privilegierten Länder zu zerstören. ... Deren Kapazitäten, die benötigten Güter selbst herzustellen, schrumpfen. Ihre Ökonomien nehmen zunehmend parasitäre Züge an. Wie in Hegels Dialektik von Herr und Knecht geht geschichtsbildende Kraft unmerklich auf die ‚Knechte’ über. Ein Indikator sind die in US-Dollarguthaben akkumulierten Zahlungsbilanzüberschüsse.“(6)

Was die zweite Frage betrifft, so sieht Arrighi den Erfolg Chinas auch in der jahrtausende alte Tradition bäuerlich-handwerklicher Strukturen dieses Landes begründet, die eine Tradition von Organisationstalent und Selbstbewußtsein geschaffen hat, für die er den Begriff „industrious revolution“ findet. Diese asiatische „Fleißrevolution“ hält er der in Europa entstandenen „industrial revolution“, immer verbunden mit permanenten Expansionen und Kriegen, entgegen. (7). Es sind eben nicht einfach die billigen Arbeitskräfte, die Chinas komparativen Vorteil ausmachen, vielmehr sind es die aufgrund der langen Tradition der „einfachen Warenproduktion“ und der ersten Jahrzehnte des sozialistischen Aufbaus gut ausgebildeten und motivierten Arbeitskräfte. Das durch die Revolutionen errungene Primat der Politik erlaube es, von einer Position der Stärke aus begrenzte, eingebettete und stark regulierte Marktmechanismen als Instrumente zu nutzen, um die Produktivkräfte dieses Entwicklungslandes zu entwickeln und vor allem das technologische Monopol des Nordens zu brechen. Keine Erpressbarkeit mehr, keine griechischen Verhältnisse in China. Es gibt zwar Kapitalisten in China, aber sie haben nicht die politische Macht.

Das macht den Unterschied. Keiner kann die soziale und regionale Polarisierung übersehen, die durch die zugelassenen Marktmechanismen erzeugt werden. „Es gibt eine winzige Schicht der Oberschicht-Milliardäre. Auf der anderen Seite gibt es eine breite Protestbewegung, eine wieder auferstehende, wachsende Arbeiterklasse ... Ich sage nicht, dass das Sozialismus ist. Ich stelle nur fest, dass dort heftige Kämpfe stattfinden und dass es nicht entschieden ist“(I,83). Das äußert sich auch darin, dass sämtliche Maßnahmen der Regierungsebene sich permanent rechtfertigen müssen und unter der Devise stehen: Alles „im Dialog mit den Errungenschaften der Zeit vor den Reformen“. Die revolutionären Erfahrungen sind nicht verschwunden. Außerdem werden durch die Industrialisierung „neue Arbeiterklassen erzeugt. Warum sollten diese Arbeiterklassen weniger kämpferisch sein als die Arbeiterklassen im Norden? ... China hat eine jahrhundertealte Tradition von Rebellionen“(86).

Perry Anderson und das Geheimnis des chinesischen Erfolges

Perry Anderson begrüßt auch die tektonischen Verschiebungen im Weltsystem, sucht aber eher nach einer Antwort auf die Frage, warum die beiden großen Sozialismus-Versuche des 20. Jahrhunderts so unterschiedlich ausgingen: woran lag es, dass die russische Revolution (und damit auch das Gegengewicht zum US-Imperialismus) abgebrochen wurde, während die chinesische Revolution durch viele Turbulenzen hindurch gestärkt aus den Krisen hervor ging.

„Die chinesische Revolution – obwohl sie durch die russische inspiriert wurde – hat sie fast in jeder Hinsicht invertiert.“ Sie fand in einem viel ärmeren Land statt, die Bauern und die nationale Frage spielten eine viel größere Rolle, der revolutionäre Prozess war langandauernd und bildete eine große Anzahl revolutionäre Kader heraus, die sich mit der rebellischen Bevölkerung in einem gegenseitigen Erziehungsprozess vereinigten. „Die Volksrepublik genoss – indem sie patriotische Ideale und soziale Disziplin verkörperte – ein Ausmaß an öffentlicher Zustimmung, das die Sowjetunion niemals besaß.“(10)

In den 50er Jahren war China „organisatorisch und ideologisch der UdSSR ziemlich ähnlich“, obwohl die chinesische Landreform wesentlich reibungsloser verlief, was mit dem spezifischen Verhältnis der chinesischen Kommunisten zur großen Mehrheit der Bauern zusammenhängt. Ab 1958 jedoch begann mit dem „Großen Sprung“ und der „Kulturrevolution“ ein Suchprozess nach neuen Lösungen, um die Überzentralisierung zu überwinden. Die junge Generation wurde gegen die „bürokratische Verkrustung“ mobilisiert und erlebte diese Zeit zunächst als „mentale Befreiung“. Diese „Dekade des kontrollierten Chaos“ wirbelte Partei und Gesellschaft durcheinander und ist in dialektischer Sicht Voraussetzung für die dann folgende Reformperiode unter Deng. „Ihr selbst proklamiertes Ziel war eine egalitäre Transformation von Auffassungen, die nicht länger die ‚drei großen Unterschiede zwischen Stadt und Land, zwischen Landwirtschaft und Industrie, und - vor allem – zwischen körperlicher und intellektueller Arbeit hinnehmen wollte. Diese Ideale waren allerdings zu dieser Zeit in jeder Gesellschaft utopisch, besonders in einer so rückständigen wie China.“ Die Kulturrevolution endete in einer Sackgasse, die alten Strukturen wurden zunächst zerschlagen, aber es gelang nicht, neue Strukturen wie die Schanghaier Kommune zu institutionalisieren. Die Partei war tief gespalten, „die Gesellschaft war traumatisiert“, was Dengs Machtergreifung begünstigte. Die Kulturrevolution wirkt allerdings bis heute nach, meint Perry Anderson. Sie ist in gewisser Weise die Voraussetzung dafür, dass der Reformprozess in den 80er Jahren nicht wie in der UdSSR im Zusammenbuch endete.

Die heftigen Turbulenzen des chinesischen Weges mündeten in eine kontrollierte Integration in den kapitalistischen Weltmarkt, die erstaunlich erfolgreich war, aber einen bitteren Beigeschmack hat. „Der materielle Erfolg dieses Entwicklungsmodells hat die VRCh zum zeitgenössischen Weltwunder gemacht. Mit einer Investitionsrate von 40% wuchs das BIP in den 15 Jahren zwischen 1989 und 2004 um das Vierfache ... China hat sich mit Schwung zurückgemeldet.“

Den entscheidenden Faktor für den Erfolg dieses Weges sieht PA in der endlich gewonnenen völligen nationalen Souveränität, die es erlaubt, das Primat der Politik aufrecht zu erhalten und z.B. den Kapitalzufluß, das Wechselkursregime und den Bankensektor unter politischer Kontrolle zu halten. „China konnte sich einen massiven Zufluss von Auslandskapital leisten, ohne Vertrauensverlust oder Subversion fürchten zu müssen. Als völlig unabhängiger Staat, in völliger Kontrolle seines Territoriums, konnte es Vertrauen in seine Fähigkeit haben, das fremde Kapital durch die politische Macht zu kontrollieren, so wie es einst Lenin erhofft hatte in den Tagen der Neuen Ökonomischen Politik(NÖP)“. China ließ sich auch nicht einen  teuren Rüstungswettlauf aufzwingen. „Es gab keine ernsthafte Entfremdung der Bauern zu Hause und keine direkte imperialistische Bedrohung von außen, zum ersten mal in der modernen Geschichte des Landes.“

Dominico Losurdo und der Lernprozess der revolutionären Weltbewegung

Dominico Losurdo(8) teilt die Einschätzung des Scheiterns der Kulturrevolution. Da sich sein Text explizit an die Linke wendet, sieht er dieses Scheitern als Teil der „Ent-Messianisierung des kommunistischen Projektes“, das in einigen Ausprägungen alles sofort wollte: nicht nur die Abschaffung der Klassengegensätze, sondern auch des Staates und der politischen Macht, der Religionen, der Nationen, der Arbeitsteilung, des Marktes, des Geldes, ja einer jeden Quelle von Konflikten ...“. Man sollte sich dagegen die Lehre Gramscis vor Augen halten, der sich vielleicht mehr als andere darum bemüht hat, das kommunistische Projekt von der messianischen Aura zu befeien“(105). Auch er sieht in der neuen politischen Ordnung Chinas „eine Art gigantischer und verlängerter NÖP, läßt also an die neue ökonomische Politik denken, die Lenin an Stelle des utopischen Kasernen-Egalitarismus des ‚Kriegskommunismus’ einführte.“(57). Die Entwicklung der Produktivkräfte durch temporäre (9) Konzessionen an Bourgeoisie und Markt stehe auch im Mittelpunkt der chinesischen NÖP. „Es steht ungeheuer viel auf dem Spiel. Durch Schwierigkeiten und Widersprüche jeglicher Art hindurch zeichnet sich die Realität eines Kontinent-Landes ab, das die Unterentwicklung überwindet und das entschlossen ist, dabei seine politische Unabhängigkeit nicht preiszugeben und dadurch technologisch autonom zu werden, dass es zu einer sozialistischen Moderne vorstößt. Das Gelingen dieses Versuchs würde die Kräfteverhältnisse auf unserem Planeten und die Welt insgesamt drastisch verändern.“(59)

Für Losurdo sind beide der eingangs formulierten Fragen positiv zu beantworten, denn China hat die Chance, nicht nur die politische Geographie des Planeten und die internationalen Kräfteverhältnisse zu verändern und damit einen Beitrag zu multipolaren, horizontalen internationalen Beziehungen zu leisten, sondern auch Strukturen einer „sozialistischen Moderne“ zu entwickeln. Wie die konkret aussehen wird, wird entschieden im fortgesetzten großen Lernprozess, „ohne historisches Vorbild, nicht linear und mühelos“(10). Die Gefahr der Anpassung an die USA ist real, „aber es hieße politisch blind sein, diese Homologisierung schon für gegeben zu sehen.“

Ökosozialismus des 21. Jahrhunderts?

Angesichts der turbulenten Wendungen der revolutionären Geschichte der kommunistischen Weltbewegung betonen alle drei Autoren immer wieder den weiten Zeithorizont für den Aufbau einer anderen Welt und die Widersprüchlichkeit des Prozesses. Es ist ein offener historischer Prozess, den die Volksrepublik China durchmacht, und es ist nicht sicher, ob der Ritt auf dem kapitalistischen Bullen erfolgreich sein wird. Die Bewältigung der gegenwärtigen Krise, die Umkehrung der Investitionsströme vom Osten in das Landesinnere des Westens, die gigantischen Investitionen in alternative Energiequellen – all das zeigt – jedenfalls momentan – die Kraft des Primats der Politik. Giovanni Arrighi sieht für China aufgrund der Größe der Bevölkerung und der gigantischen ökologischen Probleme sogar eine Modellrolle für die Welt:

„Was Marx über das Proletariat sagt, dass es sich nicht emanzipieren kann, ohne die ganze Gesellschaft zu emanzipieren, gilt mit größerer Wahrheit für das chinesische Proletariat und für China selbst, als es je für das britische oder US-amerikanische Proletariat zutreffend war. Denn China kann sich nicht emanzipieren, ohne dass es zum Beispiel ökologische Lösungen, neue Konsummuster, neue Produktionstechnologien erarbeitet. Andernfalls ersticken sie sich selbst, bevor sie die ganze Welt ersticken ... Wenn China sich erhebt und Konsum-, Produktions-, Demokratiemuster entwickelt, die viel globalisierbarer sind als die Muster, die sich im kleinen, aber dominanten Universum des Westen entwickelt haben, dann kann es ein alternatives Modell für die Welt entwickeln.
Wird das geschehen?
Ich weiß es nicht.
Ist es möglich?
Ich denke ja!
Ist es wahrscheinlich?
Ich weiß es nicht."
 

Fußnoten:


1) Giovanni Arrighi: „Die verschlungenen Pfade des Kapitals“(2009), und „Adam Smith in Peking“    (2008) beide bei VSA
2) Perry Anderson: „Two Revolutions“, New Left Review 2010, deutsch im Juni 2010 in „Lettre 89“
3) Domenico Losurdo: “Flucht aus der Geschichte? Die russische und die chinesische Revolution heute“, Neue Impulse Verlag 2009
4) Dokumentiert u.a. in „Sand im Getriebe – Bibliothek Nr.5“, “5Jahre WSF – Aufruf von Bamako“ http://www.attac.de/aktuell/attac-medien/sig/sand-im-getriebe-bibliothek
5) Siehe meine Besprechung von Arrighis „Adam Smith in Peking“ in „Argument 283" , S.844 und SiG: http://sandimgetriebe.attac.at/8259.html
6) W.F.Haug in “Grosser Widerspruch China“ in  "Argument 268"/ Berlin2006, S.4
7) Was für ein Unterschied zu dem auch von Marxisten häufig diffamierend gebrauchten Begriff „asiatische Produktionsweise“ (zuletzt von Michael Schneider, „Blätter“ 3/2010)
8) Autor eines Buches über Gramsci und eine  grandiose zweibändige Auseinandersetzung mit Nietzsche, dem aristokratischen Rebell“ (Argument-Verlag)
9) Die Autoren meiden den Begriff „Markt-Sozialismus“, der die Konzessionen verewigen würde. NÖP ist das Konzept einer bestimmten transitorischen Etappe auf dem Weg zum Sozialismus, nicht der Sozialismus selbst. Jugoslawien hatte sich an einem solchen Konzept orientiert und ist damit letzendlich gescheitert, weil die mit jeder Marktwirtschaft verbundenen regionalen und sozialen Polarisierungen außer Kontrolle gerieten. Siehe dazu „Zur Kritik der Sowjetökonomie“, Hrg. Peter Strotmann, Berlin, Wagenbach 1968, besonders die Beiträge von Ernest Mandel und Charles Bettelheim.
10) Losurdo befindet sich hier im Einklang mit dem gegenwärtigen Programm der KPCh.
Nach den vielen Turbulenzen der vergangenen 60 Jahre hat sich die KP Chinas auf ein Programm geeinigt, in dem sie am Ziel der klassenlosen Gesellschaft festhält: „Das höchste Ideal und das endgültige Ziel der Partei ist die Verwirklichung des Kommunismus.“ Allerdings geht sie von einem langen historischen Prozess aus. „Unser Land befindet sich in der Anfangsetappe des Sozialismus und es wird sich lange Zeit in dieser Etappe befinden ... Dafür ist ein Zeitraum von über 100 Jahren erforderlich.“
Die Sozialismusvorstellungen haben sich häufig geändert, der weite Zeithorizont war allerdings immer ihr Kern. Momentan wird der Entwicklung der Produktivkräfte oberste Priorität zugewiesen, allerdings werden die sozialen Konflikte auch nicht ganz verschwiegen: “Auf Grund innerer Faktoren und des internationalen Einflusses gibt es noch lange Zeit in bestimmten Maße Klassenkampf, er kann sich unter bestimmten Bedingungen auch zuspitzen, aber er ist bereits nicht mehr der Hauptwiderspruch .... Es wird das neue sozialistische Dorf errichtet, es wird ein neuer Weg der Industrialisierung chinesischer Prägung beschritten, ein innovatives Land, eine Ressourcen sparende und umweltfreundliche Gesellschaft aufgebaut.“ Programm der KPChinas in Rolf Berthold  "Chinas Weg, 60Jahre VRCh“, Berlin 2009 (S.272)
Darum geht der Kampf!...“(89)





Courtesy of Peter Strotmann
Source: Luna Park 21 Sondernummer
Publication date of original article: 01/07/2010
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=3161

 

Tags: AsienChinaRusslandGiovanni ArrighiPerry AndersonDominico LosurdoSozialismusKommunismusKapitalismusmultipolare Weltneue Modelle
 

 
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