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 06/08/2020 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 UMMA 
UMMA / Laut einer Umfrage haben 43 Prozent der Teheraner eine rassistische Einstellung
Afghanische Flüchtlinge im Iran ohne Rechte
Date of publication at Tlaxcala: 08/06/2020
Original: بر اساس نتایج یک نظرسنجی ۴۳
درصد تهرانی‌‌ها طرفدار تبعیض نژادی‌اند


Laut einer Umfrage haben 43 Prozent der Teheraner eine rassistische Einstellung
Afghanische Flüchtlinge im Iran ohne Rechte

Zeitoons.com زیتون

Translated by  Hamid Beheschti حميد بهشتي

 

Laut einer Umfrage im Auftrag der Teheraner Stadtverwaltung sind 43 Prozent der Teheraner dafür, dass Afghanen in ihrer Stadt nicht sesshaft werden und 40 Prozent dafür, dass eingewanderte Afghanen das Land verlassen.

Die Umfrage war im vergangenen Winter in Zusammenarbeit des sozialen und kulturellen Forschungsbüros der Teheraner Stadtverwaltung mit dem nationalen Forschungsprojekt für Kultur, Kunst und Kommunikation als Unterabteilung des Ministeriums für Kultur und islamischer Weisung in Teheran durchgeführt worden.

41 Prozent der Befragten haben sich gegen das Verbot von Sesshaftigkeit von Afghanen in der Stadt ausgesprochen.

44 Prozent haben für die Trennung von Afghanen von der übrigen Bevölkerung plädiert.

40 Prozent waren dafür, dass afghanische Kinder separate Schulen besuchen sollten; 52 Prozent waren dagegen.

Ca 40 Prozent haben Afghanen für die Arbeitslosigkeit von Iranern verantwortlich gemacht.

Das Ergebnis der Umfrage wurde zeitgleich mit den antirassistischen Protesten in den USA und den europäischen Ländern erneut veröffentlicht und ist in den Fokus der Öffentlichkeit geraten.

Was ist Rassismus und wer ist ein Rassist?

Rassismus oder rassistische Diskriminierung ist eine Art Vorurteil und Diskriminierung, die auf rassischen Unterschieden basiert und sich durch äußerliche Unterschiede und kulturelle Unterscheidungen, bezogen auf Sprache, Sitten und Bräuche, Religion und dgl. konzentriert.

Iran als ein Land, in dem Tourismus keine besondere Rolle spielt und für Emigranten nicht attraktiv ist, bietet keine Gelegenheit für die Äußerungen rassistischer Denkweisen und Gesinnungen. Aber eben solche zeigt der Umgang der Bevölkerung mit afghanischen Emigranten.

Die rechtliche Unterdrückung von eingewanderten und im Iran lebenden Afghanen ist jedoch nicht auf die Bevölkerung beschränkt. Sie erhalten auch keine gesetzliche Unterstützung. Rechte wie Schulbildung, ärztliche Behandlung und Arbeitserlaubnis sind ihnen weitgehend verwehrt.

In manchen Städten und Provinzen dürfen sie sich nicht aufhalten. Sie bedürfen für inländische Reisen einer amtlichen Genehmigung.

Andererseits wurden eingewanderte und geflüchtete Afghanen während des irakisch-iranischen Krieges und des militärischen Einsatzes in Syrien und dem Irak mit Versprechungen wie dem Erhalt des Aufenthaltsrechts an die Front geschickt.

Die in Iran eingewanderten Afghanen sind mit einem der weltweit schwierigsten Einwanderungsgesetze konfrontiert. Zuletzt, im vergangenen November, haben iranische Grenzbeamten einige Eingewanderte  aus Afghanistan in den Hirmand Fluss geworfen und ihren Tod verursacht.

Einwanderer aus Afghanistan

Laut einer Erhebung des Ministeriums für afghanische Einwanderer und Rückkehrer von 2018 sind 839.912 afghanische Einwanderer im Besitz eines Flüchtlingsausweises, 30.000 weitere haben länger gültige Ausweise und 450.000 besitzen Ausweise mit kürzerer Geltungsdauer. 734.622 Personen leben im Iran, ohne im Besitz von iranischen Identitätspapieren zu sein.

Die größte Einwanderung von Afghanen in den Iran ist während des iranisch-irakischen Krieges und des Bürgerkrieges in Afghanistan entstanden. Der damalige Führer des Landes, Ayatollah Khomeini, veranlasste, dass die Grenzen für die Einreise der afghanischen Einwanderer geöffnet wird. Er wies die Wächter der Revolution und die mobilisierte Kräfte (Basidschis) an, mit Einwanderern zu kooperieren. Nach und nach kamen ca. 3 Millionen Afghanen ins Land.

Viele, die in den 80er Jahren in den Iran einwanderten, haben in verschieden Bereichen der Wirtschaft Arbeit gefunden. Wie die Statistiken zeigen, haben mehr als 2000 Afghanen im irakisch-iranischen Krieg auf der iranischen Seite ihr Leben gelassen.

In der Volkszählung 1987, die vom Zentrum für Statistik im Iran veröffentlicht wurde, leben die meisten afghanischen Einwanderer in den Provinzen Teheran, Khorassan Razavi, Isfahan und Kerman.

Allerdings genießen afghanische Einwanderer und ihre im Land geborene Kinder, trotz beinahe drei Jahrzehnten Aufenthalt im Iran, nicht das gleiche Recht, wie die übrige Bevölkerung.

Entbehrungen  der afghanischen Flüchtlinge

Afghanische Flüchtlinge im Iran müssen nicht nur ähnliche Möglichkeiten, wie Asylbewerber in anderen Ländern, entbehren, sondern sie besitzen in ihrer Mehrzahl keine Identitätspapiere. Daher sind sie zahlreichen Problemen gegenüber gestellt. Dabei verkompliziert sich ihre Lage wegen ihrer hohen Anzahl noch mehr. Beispielhaft dafür ist, dass 50.000 afghanische Kinder im Iran leben, deren Väter Afghanen und die Mütter Iranerinnen sind.

Bis vor wenigen Jahren hatten afghanische Geflüchtete sogar kein Recht auf einen Schulbesuch. Deshalb blieben die Schultore für sie geschlossen.

Andererseits werden die meisten schweren körperlichen Tätigkeiten, wie in der Bauwirtschaft, von Afghanen verrichtet, die dabei nicht versichert sind. Im Iran sind zwischen 70 und 80 Prozent der Arbeiter bei Stadtverwaltungen afghanische Flüchtlinge. Die meisten von ihnen sind nebenbei auch als Hausmeister beschäftigt. Sie müssen schwer arbeiten, ob als Bauarbeiter oder als Hauswart, ohne Rechte und ohne versichert zu sein.

Nicht nur wegen der Schule haben afghanische Flüchtlinge im Iran mit Schwierigkeiten zu kämpfen, sondern auch im Bereich der Gesundheit. Denn sie haben kein Recht auf die gesetzliche Krankenversicherung. So müssen sie im Krankheitsfall für den Arztbesuch sowie für Medikamente und Krankenhauskosten selber aufkommen. Sie werden weder versichert noch haben sie eine Arbeitserlaubnis. Außerdem steht ihnen kein Aufenthaltsrecht zu, während dies nirgendswo auf der Welt der Fall ist. Flüchtlinge erhalten in der Regel spätestens nach 10 Jahren das Aufenthaltsrecht, wodurch die Bürgerrechte gedeckt sind, aber im Iran nicht.         


 





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://www.zeitoons.com/76800
Publication date of original article: 02/06/2020
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=29090

 

Tags: TeheranIranAfghanenafghanische FlüchtlingeRassistische DiskriminierungRassismus
 

 
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