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 04/06/2020 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 CULTURE & COMMUNICATION 
CULTURE & COMMUNICATION / Öffentliche Hysterie kontra wissenschaftliches Denken
Date of publication at Tlaxcala: 31/03/2020
Original: Public hysteria vs. scientific thinking

Öffentliche Hysterie kontra wissenschaftliches Denken

Gilad Atzmon جيلاد أتزمون گيلاد آتزمون

Translated by  Fritz the Cat

 

Durch die Corona-Krise wurde unser politisches und mediales Establishment als zerrüttet und möglicherweise gefährlich enthüllt. Wenn der Westen bis vor kurzem mit wissenschaftlichem, analytischen, rationalem und methodischem Denken in Verbindung gebracht wurde, so ist von diesem athenischen Denken nicht mehr viel übrig. So wie Kartenhäuser haben sich die meisten unserer westlichen Demokratien einer populistischen Entscheidungsfindung ergeben, die von Natur aus zutiefst unwissenschaftlich ist. 

Stay Inside, by James Bousema

Als ich mich vor 35 Jahren an der Universität einschrieb, da wurden skeptisches und kritisches Denken als wertvolle westliche Werte angesehen. Dieser Ansatz wurde beiseite gefegt: Skeptiker werden zu öffentlichen Feinden erklärt. Sie werden in den Medien verächtlich gemacht und von ihren Berufskollegen oft verleumdet.

Ich denke niemand bezweifelt, dass die Welt vor einer gefährlichen Gesundheitskrise steht, aber es werden so viele Fragen zur Natur dieser Krise, ihrem Ursprung, dem Virus in seinem Zentrum und mögliche Lösungen auf eine Art und Weise beiseite gewischt, die an historische kirchliche Hexenjagd erinnert, anstatt mit jener Art von Vernunft, die uns durch die westliche, liberale Tradition eingeimpft sein sollte.

Bisher haben es nur einige wenige tapfere Gelehrte und Experten gewagt, den generellen Trend anzuzweifeln. Der Off Guardian hat eine gute Zusammenstellung der Argumente gebracht, die von einigen Wissenschaftlern vertreten werden, die nicht dem gegenwärtigen offiziellen Narrativ erliegen und den Strategien, die von unseren sogenannten gewählten Politikern angewendet werden:

https://off-guardian.org/2020/03/24/12-experts-questioning-the-coronavirus-panic/

Der deutsche Spezialist in Mikrobiologie, Dr. Sucharit Bhakdi bestätigt, dass die Mortalitätsrate durch Corona kein neues Phänomen ist. „Wir befürchten, dass 1 Million mit dem neuen Virus Infizierte während der nächsten 100 Tage zu 30 Toten pro Tag führen werden. Aber wir erkennen nicht, dass bereits jetzt jeden Tag 20, 30, 40 oder 100 Patienten mit einem normalen Coronavirus sterben.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Sucharit_Bhakdi

Der deutsche Arzt Dr. Wolfgang Wodarg ist nicht überzeugt, dass Corona so gefährlich ist wie man uns sagt. Er pocht darauf, dass wir Fragen stellen sollten wie: „Wie hat man festgestellt, dass dieses Virus so gefährlich ist?“, „Wie war das zuvor?“, „Hatten wir nicht letztes Jahr die gleiche Sache?“, „Ist es überhaupt etwas Neues?“

 

Dr. John Ioannidis ist Medizin-Professor des Health Research and Policy and of Biomedical Data Science an der medizinischen Abteilung der Stanford Universität. Ioannidis postuliert, dass die Ursache der gegenwärtigen Panik eher etwas mit der neuen Diagnose von Covid-19 zu tun haben könnte als mit den allgemeinen Symptomen des Virus, die für uns nicht neu sind. „Wenn wir nichts über ein neuen Virus da draußen wissen würden und Personen nicht mit dem PCR-Test getestet würden, dann würde die Gesamtzahl der Toten aufgrund von „Grippe-artigen Krankheiten“ dieses Jahr nicht ungewöhnlich erscheinen. Wir würden höchstens beiläufig bemerken, dass die Grippe in dieser Saison etwas schlimmer als der Durchschnitt wäre.“

https://en.wikipedia.org/wiki/John_Ioannidis

Der israelische Arzt Yoram Lass, ein Spezialist für öffentliche Gesundheit, informiert uns, dass „Italien für seine hohe Sterblichkeitsrate bei Atemwegsproblemen bekannt ist, mehr als dreimal so hoch wie andere europäische Länder...“

https://en.wikipedia.org/wiki/Yoram_Lass

Zu dieser Minderheitsgruppe wissenschaftlich denkender medizinischer Experten sollte wir Dr. Siddhartha Mukherjee dazu zählen, einen Autor mit Pulitzer-Preis, der gestern einen spektakulären und ausführlichen Artikel für den New Yorker schrieb.

https://www.newyorker.com/magazine/2020/04/06/how-does-the-coronavirus-behave-inside-a-patient

Mukherjee liefert eine andere Sicht auf Covid-19 und seine Gefahren. Er erklärt, dass die Wirkung von Viren oft abhängig ist von der Anzahl der Viren, denen ein Patient ausgesetzt ist. Mukherjee schreibt: „Drei Fragen verdienen besondere Aufmerksamkeit, denn ihre Antworten könnten die Art verändern, wie wir Patienten isolieren, behandeln und betreuen. Erstens, was können wir aus der „Dosis-Wirkungs-Kurve“ für die Erstinfektion lernen – das heißt, können wir die Zunahme des Risikos einer Infektion quantifizieren, wenn Personen höheren Dosen des Virus ausgesetzt sind? Zweitens, gibt es eine Verbindung zwischen der ursprünglichen „Dosis“ des Virus und der Schwere der Krankheit – das heißt, führt eine größere Exposition zu einer schwereren Krankheit? Und Drittens, gibt es quantitative Messungen dazu, wie sich das Virus in infizierten Patienten verhält (z.B., der Höhepunkt der Virusbelastung in einem Körper, das Muster des Anstiegs und Abklingens) , das die Schwere der Krankheit vorhersagt und wie infektiös sie gür andere ist?“

Mukherjee merkt an, dass in der gegenwärtigen Krise „die meisten Epidemiologen, aufgrund des Mangels an Daten gezwungen sind, die Ausbreitung des neuen Coronavirus so zu modellieren als wäre es ein binäres Phänomen: Personen sind entweder exponiert oder nicht exponiert, infiziert oder nicht infiziert, Patienten mit Symptomen oder asymptomatische Träger.“ Mukherjee behauptet, dass die Auswirkungen des Virus nicht notwendigerweise ein An/Aus-Phänomen sind. So vergleicht er zum Beispiel Covid-19 mit HIV. „Menschen mit einem hohen Sollwert (Virusdosis) neigen dazu, schneller AIDS zu entwickeln; Menschen mit einem niedrigen Sollwert stellten sich regelmäßig als 'langsame Entwickler' heraus. Die Virus-Belastung – ein Kontinuum, kein binärer Wert – half mit, die Natur, den Verlauf und die Übertragbarkeit der Krankheit vorherzusagen. In vielen Fällen einer viralen Infektion ist es so, dass, je mehr Viren man teilt, es umso wahrscheinlicher ist, andere zu infizieren.“

Der russische Immunologe Ilya Metchnikoff, der im frühen 19. Jahrhundert arbeitete, beschrieb das Phänomen als „den Kampf“. Metchnikoff stellte sich das als eine andauernde Schlacht zwischen Mikroben und dem Immunsystem vor. Der Kampf war eine Sache des Geländegewinns oder -verlustes. Wie groß ist die gesamte „Streitmacht“ der Mikroben? Welche Faktoren des Wirts – die Genetik, frühere Exposition, grundlegende Immunkapazität – begrenzen die mikrobielle Invasion? Und dann noch: neigt sich das ursprüngliche Gleichgewicht zur Seite des Virus oder zur Seite des Wirts?

Mukherjee weist darauf hin, dass in „einer Studie von 2004 über das Coronavirus, das SARS verursacht, einem Cousin von Covid-19, ein Team aus Hongkong herausfand, dass eine höhere ursprüngliche Belastung mit dem Virus – gemessen im Rachen, dem Hohlraum hinter dem Gaumen – mit einer schwereren Atemwegserkrankung korrelierte.“

Dies hilft mit, die größeren Risiken zu erklären, mit denen das Personal an der vordersten Front des Gesundheitswesens konfrontiert ist, das täglich hohen Dosen von Covid-19 ausgesetzt ist, und es hilft auch zu erklären, warum das Krankenhaus möglicherweise der gefährlichste Ort ist. Diejenigen, die bereits Symptome entwickelt haben und dann in die Notfallzentren kommen, können durch die hohe Dosis von Covid19 und die vielen anderen Krankheiten, denen sie ausgesetzt sein können, durchaus noch schwerwiegenderen oder sogar tödlichen Folgen ausgesetzt sein.

Diese Erkenntnis trägt zu unserem Verständnis der aktuellen Tragödie in Norditalien und Spanien bei. Es kann sogar so aussehen, dass in der Regel die Chancen, Corona und andere Viren zu überleben, umso besser sind, je weniger man seinem öffentlichen Gesundheitssystem vertraut. In Großbritannien beispielsweise riet die Regierung Menschen, die Symptome entwickeln, sich selbst zu isolieren und den NHS nicht zu kontaktieren, es sei denn, das Atemwegsproblem scheint außer Kontrolle zu geraten.

In einer Zeit der Krise und insbesondere in einer Zeit einer Krise solchen Ausmaßes ist eine offene wissenschaftliche Debatte der Art der Athener Agora, die den Austausch mit qualifizierten Skeptikern und Kritikern einschließt, das einzige Licht am Ende des Tunnels.

Anm.d.Ü.:

In dem off-guardian Artikel wird auch noch ein Dr. Joel Kettner zitiert:

„So etwas habe ich noch nie erlebt, auch nicht annähernd. Ich rede nicht über diese Pandemie, denn ich habe 30 davon erlebt, jedes Jahr eine. Es nennt sich Grippe. Und andere virale Atemwegserkrankungen, wir wissen nicht immer welche das sind. Aber so eine Reaktion habe ich noch nie erlebt, und ich versuche zu verstehen warum.

[…]

Ich sorge mich über die Botschaft an die Öffentlichkeit, über die Angst, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, am selben Ort zu sein wie andere Menschen, ihre Hände zu schütteln, sich mit anderen Leuten zu treffen. Ich sorge mich über die vielen, vielen Konsequenzen, die damit in Verbindung stehen.

[…]

In Hubei, in der Provinz Hubei, wo es bei weitem die meisten Fälle und Toten gab, beträgt die tatsächliche Fallzahl 1 von 1.000 Menschen, und die tatsächliche Mortalitätsrate wird als 1 von 20.000 berichtet. Vielleicht hilft das, die Dinge ins rechte Licht zu rücken.“





Courtesy of Übersetzungen aus dem Imperium
Source: https://gilad.online/writings/2020/3/27/public-hysteria-vs-scientific-thinking
Publication date of original article: 27/03/2020
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=28495

 

Tags: Hysterie gg WissenschaftCoronavirus-Krise
 

 
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