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 18/04/2014 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 ASIA & OCEANIA 
ASIA & OCEANIA / Wenn die USA Frieden in Korea wollen, dann sollten sie Wort halten
Date of publication at Tlaxcala: 04/12/2010
Original: If the US Wants Peace in Korea, it Should Keep its Word

Wenn die USA Frieden in Korea wollen, dann sollten sie Wort halten

Mike Whitney

Translated by  Einar Schlereth

 

Am 29. Dezember 2010 hat der frühere Präsident George W. Bush Nordkorea als eins von drei Ländern in der „Achse des Bösen“ bezeichnet. Bush machte deutlich, dass diese drei Länder Feinde der Vereinigten Staaten seien und dass sie Ziel künftiger US-Aggression sein würden. Kurz nach der Ansprache von Bush an die Nation veröffentlichte die Administration ihre nationale Verteidigungsstrategie, die ihr Recht auf Präventivschläge aufstellte, Länder anzugreifen, die sie als Bedrohung für ihre Hegemonie ansah. Natürlich nahm Nordkorea diese Entwicklung ernst und bereitete eine Strategie vor, um sich gegen US-Angriffe zu schützen.

Weniger als ein Jahr nach Bush' Rede zog sich Nordkorea aus dem Atomaren Nichtverbreitungsvertrag (NPT) zurück. Und sechs Jahre danach, am 25. Mai 2009 führte Nordkorea seinen ersten Atomwaffentest in einer abgelegenen nordwestlichen Ecke des Landes durch, der ein Erdbeben von 4.7 auf der Richterskala verursachte. Experten glauben jetzt, dass Nordkorea ein Lager von 6-9 Atomwaffen besitzt. Nordkoreas Führer waren gezwungen, ein Nukleararsenal zu entwickeln, um sich vor US-Aggressionen zu schützen. Es war eine vernünftige Antwort auf das Säbelrasseln von Bush.

Am 30. November 2010 verkündete Nordkorea, dass es seine erste Uran-Anreicherungs-Fabrik eröffnet habe. Laut Christian Science Monitor: „Zum ersten Mal hat Nordkorea sein Urananreicherungsprogramm schriftlich festgehalten mit der stolzen Ankündigung in der führenden Zeitung des Landes von einer modernen Anlage, die bereits in Betrieb gegangen ist …

Diese Enthüllung … ist ein weiterer Schritt in Richtung von Nordkoreas Auftreten als eine Atommacht. Der „moderne Urananreicherungsplan“ des Nordens war noch im Aufbau, aber war bereits „mit einigen tausend Zentrifugen ausgerüstet“ nach Angaben der Zeitung. In den vergangenen Jahren hat Pyongyang bereits zwei Atomsprengköpfe gezündet mit einem Plutoniumkern“. („Es ist offiziell: Nordkorea sagt, die 'moderne' Atomfabrik ist in Betrieb“, Christian Science Monitor)

Der Norden hat also Atombomben und hat sich damit ein ähnliches Schicksal wie der Irak erspart. Zweifellos betrachten das die Führer in Teheran mit Neid. Wenn Iran nicht bereits ein Atomwaffenprogramm hat, dann müssen sie jetzt eines erwägen.

Beinahe alle westlichen Medien haben Nordkoreas jüngste Bombardierung vonYeongpyeong verurteilt, die eine Anzahl unschuldiger Zivilistenopfer forderte.

 

Aber die Medien haben wichtige Details ausgelassen, die erklären, warum Nordkorea handelte wie es tat. Südkoreas Missionar Gene Matthews analysiert den Zwischenfall folgendermaßen in The Progressive:

„Nordkorea hat sich immer von den gemeinsamen Militärmanövern der USA und Südkoreas bedroht gefühlt, und es hat immer dagegen protestiert“, sagt er. „Dieses Mal stellte Nordkorea fest, dass die Übungen innerhalb von Nordkoreas Territorium stattfänden und dass, würden Schüsse während der Übung abgefeuert werden, man sofort zurückschlagen würde. Schüsse wurden abgefeuert (nicht auf den Norden, sondern in Richtung Meer) und der Norden hat geantwortet.“ („Die Perspektive wahren in Bezug auf Nordkorea“, Matthew Rothschild, The Progressive).

Wir können also sehen, wie dumm auch immer, dass es nicht ein Aggressionsakt seitens des Nordens war, sondern Verteidigung. Die US/südkoreanischen Übungen waren bewußt provokativ. Der Norden tat nur, was er meinte tun zu müssen, um die Botschaft zu vermitteln, dass er seine Grenzen verteidigen würde. US-Bürger würden nichts anderes erwarten, würden Russland und China Militärmanöver vor der kanadischen oder der Küste von San Diego durchführen.

Barack Obama folgt den Spuren der frühen Bush-Administration. Bush lernte am Ende, das Feindseligkeit mit Nordkorea nicht funktionierte, und lenkte ein. Nach 6 Jahren Streitlust gab Bush in beinahe allen Forderungen Nordkoreas nach ohne Gegengabe. Die UN-Atomaufsichtsbehörde IAEA erhielt keinen Zutritt zu Kim Jong-ils Atomlager oder zu seinem „supergeheimen“ Waffenprogramm. Den IAEA-Inspektoren wurde auch nicht erlaubt, Überraschungsbesuche in der Art von „überall hingehen, alles sehen“ durchzuführen. Keines der Hauptziele von Bush wurde erreicht, der ex-Präsident mußte Nordkorea sogar von der Liste der „Unterstützer von Terrorismus“ des Außenministeriums streichen. Unterdessen fuhr der Norden fort, sein Interkontinental-Raketensystem, die Taepodong 2, zu entwickeln, das am Ende auch US-Städte erreichen kann.

Die Bush-Politik erwies sich als Katastrophe und wurde von vormaligen Anhängern von rechts heftig kritisiert. Hier kommt, was Claudia Rosett (ein Liebling des Weekly Standard und des American Enterprise Institute) im „Rosett-Bericht“ damals sagte:
„Die bisherige Lektion ist, dass Amerika, wenn es mit nuklearer Erpressung konfrontiert wird, zurückweicht, Tyrannen ehrt und stärkt und den Vorgang als einen Sieg der Diplomatie hinstellt. Ließe Nordkorea morgen eine AtombBombe über Los Angeles explodieren, frage ich mich, ob Condi Rice und Chris Hill die Katastrophe als „beunruhigend“ bezeichnen würden, und sie dann als freimütigen und informativen Nachtrag zu Nordkoreas versprochener Erläuterung seines Atomprogramms darzustellen.“

Und hier ist ein Rülpser vom Neokon John Bolton:

 

„Die einzig gute Nachricht ist, dass für die Bush-Administration wenig Gelegenheit mehr bleibt, weitere Zugeständnisse zu machen, da ihre Tage im Amt gezählt sind. Aber für viele ehemalige Anhänger der Administration ist dies ein Moment echten Schmerzes. Nichts kann die unsägliche Traurigkeit tilgen von einer amerikanischen Präsidentschaft wie dieser mit ihrem totalen intellekutellen Kollaps.“
Jetzt will Obama die Feindseligkeiten gegen Nordkorea wieder aufnehmen, wobei er ein anderes Ergebnis erwartet als Bush; härtere Sanktionen, mehr Militärmanöver, mehr Druck von den Alliierten und eine hasstarrige Weigerung, bilaterale Gespräche einzuleiten. Es ist Wahnsinn. Es gibt keinerlei Veräanderung in dem Vorgehen. Außer dass Obama eine härtere Linie als Bush vertritt.

Und was will der Norden?

Der Norden will, was er immer gewollt hat. Er will, dass die USA ihre Verpflichtungen aus dem Rahmenabkommen von 1994 einhalten. Das ist alles. Alles, was Obama zu tun braucht, um die gegenwärtige Pattsituation zu beenden, ist die Einhaltung seines Teils des Abkommens. Wie es Jimmy Carter in einem Leitartikel der Washington Post vom 24. November 2010 zusammenfaßte:

Jimmy Carter wird auf dem Flughafen von Pyongyang begrüßt

„ … im September 2010 ein Abkommen, das die grundlegenden Vorgaben des Abkommens von 1994 bestätigte. Sein Text (des einverständlichn Rahmenabkommens) umfasste eine atomwaffenfreie Zone für die koreanische Halbinsel, die Zusage eines Nicht-Angriffs seitens der USA und Schritte, um ein permanentes Friedensabkommen zu entwickeln, das das US-Nordkorea-China Waffenstillstandsabkommen ablöst, das seit Juli 1953 in Kraft ist. Unglücklicherweise ist seit 2005 kein wesentlicher Fortschritt erzielt worden …

Vergangenen Juli wurde ich eingeladen, nach Pyongyang zu kommen, um die Entlassung eines Amerikaners, Aijalon Gomes, abzusichern, unter der Bedingung, dass ich lange genug bliebe, um ernsthafte Gespräche mit nordkoreanischen Spitzenkräften zu führen. Sie gaben detailliert ihrem Wunsch Ausdruck, eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel zu schaffen und einen permanenten Waffenstillstand, der auf dem Abkommen von 1994 basiere und den Bedingungen, wie sie von den sechs Mächten im September 2005 getroffen wurden …

Nordkoreanische Politiker haben dieselbe Botschaft mehrern anderen amerikanischen Besuchern mitgegeben und haben Atomexperten Zugang in einer modernen Anlage zur Uranreinigung verschafft. Dieselben Politiker haben mir klar gemacht, dass diese Zentrifugen bei Gesprächen mit den USA „auf dem Tisch“ wären, obwohl die Uranreinigung – ein sehr langsamer Prozess – nicht von dem Abkommen von 1994 umfasst wurde.

Pyongyang hat eine ständige Botschaft verlauten lassen, dass es bereit sei, bei direkten Gesprächen mit den Vereinigten Staaten ein Abkommen zur Beendigung seines Atomprogramms zu schließen, alles der IAEA-Inspektion zu unterstellen und einen permanenten Friedensvertrag zu schließen, um den „zeitweiligen“ Waffenstillstand von 1953 zu beenden. Wir sollten erwägen, dieses Angebot zu beantworten. Die unglückliche Alternative für Nordkorea ist, welche Aktionen auch immer zu unternehmen, die es für notwendig erachtet, um sich zu verteidigen gegenüber dem, was sie am meisten fürchten: einen von den USA unterstützten militärischen Angriff mit dem Bemühen, das politische Regime zu verändern.“ „Nordkoreas ständige Botschaft an die USA“, Präsident Jimmy Carter, Washington Post)

Da steht es schwarz auf weiß. Die USA können den Konflikt heute beenden, wenn sie ihr Wort halten. Unglücklicherweise haben die USA niemals die Absicht gehabt, ihre Verpflichtungen aus dem Rahmenabkommen einzuhalten oder die nukleare Frage auf der koreanischen Halbinsel zu lösen. Ganz zu Anfang haben die USA ihr Versprechen, zwei Leichtwasser-Reaktoren zu bauen, nicht eingehalten, um die Strombedürfnisse Nordkoreas abzudecken. Nicht eine der wesentlichen Komponenten – Turbinen oder Generatoren – wurden jemals geliefert. Ein Fundament wurde für einen von ihnen gebaut – sonst nichts. Die USA waren auch einverstanden, ein internationales Konsortium zu organisieren, um die Finanzierung der Reaktoren zu garantieren, haben aber nichts unternommen. Die USA haben nie eine Anstrengung unternommen, ihren Teil des Abkommens einzuhalten. Folglich hat sich der Norden (widerwillig) aus der NPT zurückgezogen und hat neun Atomwaffen gebaut. Natürlich erscheint nichts hiervon in den US-Medien, weil es ja den täglichen Fluss der antikoreanischen Propaganda unterbrechen könnte.

Das Fazit: Der Grund, dass es keinen Frieden gibt, ist, weil Washington keinen Frieden will. So einfach ist das.





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.informationclearinghouse.info/article26965.htm
Publication date of original article: 01/12/2010
URL of this page: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=2831

 

Tags: AsienNordkoreaUSAMilitärmanöverProvokationenUS-Nichteinhaltung von VerträgenNordkoreas AtomprogrammInterkontinentalraketenJimmy Carter in Pyongyang
 

 
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