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 17/11/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
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 EUROPE 
EUROPE / Die Vorfälle von Halle : die Schuldigen sitzen im Bundestag
Date of publication at Tlaxcala: 12/10/2019
Translations available: Français 

Die Vorfälle von Halle : die Schuldigen sitzen im Bundestag

Abi Melzer

 

Das Problem des Antisemitismus hat meinen Vater sein Leben lang beschäftigt. In Gesprächen mit mir sagte er oft, dass der sogenannte Nachkriegs-Antisemitismus in Wirklichkeit gar kein echter Antisemitismus sei. Dass es Menschen gibt, die Juden nicht mögen oder gar hassen, ist schon immer so gewesen; die Juden konnten es ertragen. Problematisch ist der Staats-Antisemitismus, wenn Judenhass zur Staatsräson wird und vom Staat inszeniert und gelenkt wird.

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Vor 1933 gab es in Deutschland nicht weniger „Antisemiten“ als nach 1933 und umgekehrt. Das Volk hat sich nicht verändert, allerdings die Regierung. An die Macht kam eine judenhassende „Mafia“. Natürlich gab es auch im Volk Judenhasser, so wie es nach dem Krieg auch Judenhasser gegeben hat, aber die Politik war nach dem Krieg nicht mehr darauf gerichtet, Juden zu hassen und zu vernichten. Im Gegenteil, die deutsche Politik zeigte Reue und war bereit, die Verantwortung für das Gewesene zu übernehmen und „Wiedergutmachung“ und Reparationen zu zahlen. Eine Schmiererei auf einer Synagogenwand war auch für meinen Vater entsetzlich, aber er sah darin nicht einen wieder aufkeimenden Antisemitismus. Heute ist schon ein Hakenkreuz auf einer öffentlichen Klotür für die BILDzeitung ein Beweis für einen neuen Judenhass in Deutschland.

Mein Vater war sein Leben lang gegen eine politische Paranoia, wenn Juden von Antisemitismus sprachen. Als in Köln jemand die Worte „alles jut“ aussprach, (womit er nur auf Kölsch sagen wollte, dass alles gut ist) und eine polnische Jüdin, die Auschwitz überlebt hatte, „Alle Juden“ verstand, hat sie die Worte sofort auf sich bezogen und den Schluss gezogen, dass sie Antisemiten begegnet war. 

Ein Paradebeispiel dafür ist die terroristische Tat eines psychopatischen 27-jährigen am Jom Kippur Tag in Halle, der die weiße Rasse vor den Juden retten wollte. Es erinnert an das Massaker in Oslo, wo ebenso ein psychisch kranker Rassist die weiße Rasse retten wollte. Weitere solche Ereignisse lassen sich aufzählen: der Terrorist in Neuseeland, der Moslems hasste. Viel zu viele ähnliche Taten wurden in Belgien, Frankreich und den USA verübt. Vor allem erinnert es mich an den jüdischen Mörder Baruch Goldstein, der 1994 zwei Dutzend betende Moslems an Abrahams Grab in Hebron niedermetzelte und dem die ultra-orthodoxen Juden in Hebron ein Grabmal errichteten, das täglich von jüdischen Touristen, von Schülergruppen und von gewöhnlichen israelischen Bürger besucht wird.

Baruch Goldstein, von dem unsere braven russischen und ukrainischen Juden in Halle und Rottweil vielleicht gar nichts wissen, war ein jüdischer Arzt und Siedler. Die Tat hat zwar vor 25 Jahren stattgefunden, aber der Mörder wird bis heute verehrt.

Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendeiner der erlauchten Honoratioren, der diese Tage am Anschlagsort in Halle protestiert und die üblichen Litaneien aufgesagt hat, damals, als ein Jude Moslems ermordet hatte, protestiert oder an die ermordeten Palästinenser gedacht hatte. Nach Halle reiste sogar ein Gesandter des Jüdischen Weltkongress an. Zusammen mit Josef Schuster vom Zentralrat der Juden in Deutschland und mit unterwürfigen, eingeschüchterten und vor lauter Liebe zu den Juden zitternden deutschen Kommunal-, Lokal und weniger wichtigeren deutschen Politikern, suchten sie nach einer Formel für Trauer und Empörung. Sie waren blass vor Entsetzen und brachten ihre Empörung über die Tat eines einzelnen kranken und fanatisierten deutschen Neo-Nazis zum Ausdruck.

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Courtesy of Der Semit
Source: http://der-semit.de/die-vorfaelle-von-halle-die-schuldigen-sitzen-im-bundestag/#more-2594
Publication date of original article: 11/10/2019
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=27194

 

Tags: Halle-AnschlagJudenhassNeonazisZionismusDeutschland, bleiche MutterPalästina/israel
 

 
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