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 19/09/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
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 ABYA YALA 
ABYA YALA / Amazonien und die Brandstifter: Soja-Barone und Killer, Landräuber und Rinderfarmer. Was nun, Europäische Union?
Date of publication at Tlaxcala: 01/09/2019

Amazonien und die Brandstifter: Soja-Barone und Killer, Landräuber und Rinderfarmer. Was nun, Europäische Union?

Frederico Füllgraf

 

Es reichte, dass Emmanuel Macron am Vorabend der G7-Konferenz in Biarritz einen alarmierenden Tweet absetzte, in dem er die Waldbrände im brasilianischen Amazonien als Auslöser „einer internationalen Krise” bezeichnete. Wenige Stunden später schoss der brasilianische General a.D. Eduardo Villas Boas sinnbildlich zurück, Macron habe einen „direkten Angriff auf die brasilianische Souveränität” vorgenommen, der „objektiv Androhungen von Militärgewalt umfasst”, empörte sich der ehemalige Heereschef und amtierende Chefstratege des Bolsonaro-Regimes. Von Frederico Füllgraf.

Mit der paranoiden Unterstellung nicht zufrieden und bar jedes diplomatischen Fingerspitzengefühls ging der rechtsradikale Villas Boas mit dem opportunistischen Zitat eines unvergesslichen kommunistischen vietnamesischen Nationalhelden zur Attacke gegen Frankreich über: „Es stellt sich die Frage, woher dieses Land die moralische Autorität beansprucht, denn wie Ho Chi Minh sagte, ist es das Land der Aufklärung, doch wenn es unterwegs ist, vergisst es die Aufklärung mitzunehmen“.

 

Der Élysée-Palast ignorierte den Verfolgungswahn des Generals und zielte auf den von Villas Boas zum Präsidentschaftskandidaten dressierten und gewählten Jair Bolsonaro. In einer Erklärung Macrons hieß es, „Angesichts der Haltung Brasiliens in den letzten Wochen kann der Präsident der Französischen Republik nur ersehen, dass Präsident Bolsonaro ihn auf dem (G20)-Gipfel in Osaka belogen hat”, und löste diesmal mit einer Androhung in Berlin Alarm aus: „Unter diesen Umständen lehnt Frankreich das Abkommen mit dem Mercosur ab”, das das französische Parlament im Übrigen noch nicht ratifiziert habe.

Wegen Macrons Tweet, Amazonien sei ein internationales „Gemeingut“, unterstellte Bolsonaro, der französische Präsident betrachte wohl den gigantischen Regenwald als „Kolonie“. Unter Bezugnahme auf den Brand von Notre Dame scheute Bolsonaros Kabinettschef Onyx Lorenzoni keinen schiefen Vergleich: „Macron schafft es nicht einmal, einen vorhersehbaren Brand in einer Kirche zu verhindern, die Teil des Welterbes ist. Er will uns Lektionen für unser Land erteilen?“. Bolsonaro setzte noch eins drauf mit einem Tritt unter Macrons Gürtellinie: Der Franzose sei ja nur „neidisch“ auf seine 26 Jahre jüngere Frau; Macrons Frau Brigitte sei ja 24 Jahre älter als er, spottete der gewählte Heeres-Hauptmann auf Facebook.

Mit der widerlichen Anspielung, Frauen seien so etwas wie Beutegut“, degradierte Bolsonaro die Amazonien-Waldbrand-Debatte auf sein übliches Niveau von Pissoirwänden. Und forderte zynischerweise, nicht er, sondern Macron solle sich entschuldigen. Andernfalls werde Brasilien nicht die angebotenen 20 Millionen Euro annehmen, die die EU für die Bekämpfung der Waldbrände zur Verfügung gestellt habe.

Wiederum in der Brüsseler Haupthandlung drohten nach Frankreich nun auch Irland und Luxemburg offen mit einem Veto gegen die Ratifizierung des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn erklärte gegenüber dem Spiegel, „ein Handelsvertrag sei nur sinnvoll, wenn man zumindest in großen Teilen ähnliche Werte habe. Klima- und Umweltschutz aber seien Bolsonaro offensichtlich völlig egal“. Damit, so Asselborn, sei eine der Hauptbedingungen für den Vertrag nicht mehr erfüllt, weshalb die luxemburgische Regierung beschlossen habe, die Ratifizierung auf Eis zu legen.

Gegen den Strom – offenbar auch wider besseres Wissen – hält die deutsche Bundesregierung stur an dem Handelsabkommen fest. Ein Nichtabschluss sei nicht die geeignete Antwort darauf, was gerade in Brasilien geschieht, erklärten Regierungssprecher bereits am 23. August, auf dem Höhepunkt der Feuersbrunst. Das Abkommen enthalte ein Kapitel zur Nachhaltigkeit „mit ambitionierten Regeln zum Klimaschutz“. Nach offizieller deutscher Auffassung könne die EU sich auf eine „effektive Umsetzung” des Nachhaltigkeits-Kompromisses verlassen, weil die Mercosur-Staaten ja das Pariser Klimaschutzabkommen unterzeichnet hätten oder es tun würden – eine Blauäugigkeit oder barer Zynismus, der Widerstandsgräben bei CDU-Agrarministerin Julia Klöckner, jedoch vor allem bei den Grünen aufreißt. Deren Europaabgeordneter Sven Giegold bezeichnete das Nachhaltigkeits-Kapitel als reine Illusion. Es sei überhaupt technisch wirkungslos, weil nichts davon einklagbar ist.

Waldbrände mit politischem, kriminellem Hintergrund

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Silvan Wegmann





Courtesy of NachDenkSeiten
Source: https://www.nachdenkseiten.de/?p=54489
Publication date of original article: 31/01/2019
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=26890

 

 
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