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 14/10/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
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 CULTURE & COMMUNICATION 
CULTURE & COMMUNICATION / Desinformiert: Außenamt der USA setzt Iran-Kritiker unter Druck
Date of publication at Tlaxcala: 09/06/2019
Translations available: فارسی 

Desinformiert: Außenamt der USA setzt Iran-Kritiker unter Druck

Axel Weidemann آکسِل وایدِمان

 

Eigentlich war das „Iran Disinformation Project" vom amerikanischen Außenministerium ins Leben gerufen worden, um „Desinforrnationen ans Licht zu bringen, die von der lslamischen Republik Iran ausgehen“. Doch statt sich iranischer Propaganda zu widmen, attackiert das Portal, wie sich gerade gezeigt hat, US-amerikanische Journalisten und unabhängige Iran-Beobachter.

Darauf wies Sarah Leah Whitson, Leiterin der Abteilung bei der Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch Ende Mai auf Twitter hin. Sie führte eine Nachricht des zum „Iran Disinformatíon Project“ gehörenden Twitter-Accounts @IranDisinfo an, in dem der Human-Rights-Mitarbeiterin Tara Sepehri Far vorgeworfen wurde, sie unterstütze Forderungen des iranischen Außenrninisters Javad Zarif, anstatt die Menschenrechtsverletzungen des Regimes zu dokumentieren. Daraufhin veröffentlichten auch Journalisten Tweets, in denen sie oder Kollegen von @IranDisinfo attackiert wurden, darunter die iranisch-amerikanische Journalistin Negar Mortazavi, Farnaz Fassihi, Autorin beim „Wall Street Journal“, und Jason Rezaian, einst Bürochef der „Washington Post“ in Teheran, wo er eineinhalb Jahre im Gefängnis saß. Er war in einem nichtöffentlichen Verfahren wegen Spionage verurteilt worden.

 In vielen Tweets wetterte @IranDisinfo gegen die „Falschheít“ der „Moderaten und Reformer“ in Iran, in anderen Fällen ging es gegen Unterstützer des Atom-Abkommens von 2015, das Donald Trump im vergangenen Jahr gekündigt hat. Die Befürworter eines Regime-Wechsels und Freunde von Trumps „Politik des maximalen Drucks“ meinten, man sei zu nachsichtig mit Iran, wenn man die Wirtschaftssanktionen oder Drohungen mit einem Militärschlag kritisiere, schrieb Rezaian in der „Washington Post“. Dafür werde man von @Iran-Disinfo als „Teherans ,Sprachrohre“, „Apologeten“, „Kollaborateure“ und „Lobbyisten“ im Westen gebrandmarkt.

 Das US-amerikanische Außenministeriuın reagierte mit der Erklärung, dass ein „Großteil der Arbeit von @IranDisinfo im Rahmen des gegebenen Spielraums“ liege, man habe jedoch auch Tweets entdeckt, die zu weit gingen. Man wolle die Finanzierung aussetzen, bis sichergestellt sei, dass dies geändert werde. Hernach wurden viele der kritisierten Tweets gelöscht. Der Journalist Rezaian will vom US-amerikanischen Außenministerium nun genau wissen, wer warum  Geld bekam. Er fragt sich: wie Personen, „die sich nicht an die Normen der amerikanischen „Zivilgesellschaft“ hielten, „mit Ressourcen betraut werden“ können, „um eine zivile Gesellschaft in anderen Ländern aufzubauen“.





Courtesy of FAZ
Publication date of original article: 06/06/2019
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=26235

 

Tags: DesinformationTwitter@IranDisinfoJason Rezaian
 

 
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