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 23/08/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 USA & CANADA 
USA & CANADA / USA: Der Mueller-Report, die Alfa Bank und der tiefe Staat
Date of publication at Tlaxcala: 03/06/2019
Original: The Mueller Report, Alfa Bank, and the Deep State

USA: Der Mueller-Report, die Alfa Bank und der tiefe Staat

Peter Dale Scott

Translated by  Lars Schall

 

Peter Dale Scott (The American Deep State) befasst sich mit der nach wie vor ungeklärten Geschichte eines möglichen Computer-Geheimkanals zwischen der Trump-Organisation und einer der größten Privatbanken Russlands, der Alfa Bank.

Seit zwei Jahren greifen Präsident Donald Trump und Fox News den „tiefen Staat“ in Washington an, indem sie sich üblicherweise auf die Geheimdienste wie das FBI und die CIA beziehen, die gegen Trump ermittelt hatten. Zu meinem Begriff des tiefen Staates gehören aber auch private Quellen der Macht, welche sich außerhalb der Regierung befinden – doch in der Lage sind, sie beeinflussen zu können –, so wie die russische Privatbank Alfa.

Zum dubiosen Einfluss der Bank in Washington gehörte der Schutz, der von Republikanern wie Dick Cheney (ehemaliger CEO des multinationalen Ölfelddienstleistungs-Riesen Halliburton) gegeben wurde.

Pyotr Aven, Mikhail Fridman

Pyotr Aven (links) und Mikhail Fridman (rechts), zwei der drei Gründer der Alfa Bank, bei einem literarischen Abendessen in Moskau, Russland, am 27. Mai 2013. Foto ITAR-TASS/ZUMAPRESS.com

Bank Alfa war die Schöpfung von drei russischen Oligarchen: Mikhail Fridman, Pyotr Aven und German Khan. Während des Wahlkampfes 2016 zog sie die Aufmerksamkeit der Medien auf sich, etwa in einer Geschichte von Eric Lichtblau und Steven Lee Myers: “Investigating Donald Trump, FBI Sees No Clear Link to Russia”, New York Times, 31. Oktober 2016.

In streng vertraulichen Sitzungen im August und September informierten Geheimdienstbeamte führende Mitglieder des Kongresses auch über die Möglichkeit finanzieller Verflechtungen zwischen Russen und Personen, die mit Herrn Trump verbunden sind. Sie konzentrierten sich besonders auf das, was nach Ansicht von Cyber-Experten wie ein mysteriöser Computer-Geheimkanal zwischen der Trump-Organisation und der Alfa Bank, die eine der größten Banken Russlands ist und deren Eigentümer seit langem mit Putin verbunden sind, zu sein schien.

Beamte des FBI untersuchten wochenlang Computerdaten, die ungewöhnliche Aktivitäten auf einem Server der Trump-Organisation und der Alfa Bank zeigten. Computerprotokolle, welche die New York Times erhielt, zeigen, dass zwei Server bei der Alfa Bank mehr als 2.700 „Look-up“-Nachrichten – ein erster Schritt für die Computer eines Systems, um miteinander zu kommunizieren – an einen mit Trump verbundenen Server gesendet haben. Das FBI gelangte jedoch zu dem Schluss, dass es für die Computerkontakte eine harmlose Erklärung wie eine Marketing-E-Mail oder Spam geben könnte.

Ein detaillierterer Bericht im New YorkerWas There a Connection Between a Russian Bank and the Trump Campaign?von Dexter Filkins — gibt zusätzliche Gründe für den Verdacht, dass die Verknüpfung der Alfa-Trump-Domain wichtig und hochsensibel war. Bank Alfa wurde ebenso im Steele-Dossier diskutiert.

Als der Mueller-Report veröffentlicht wurde, war es eines meiner Hauptanliegen, zu sehen, wie er mit dieser Bank Alfa-Geschichte umging. Die Times-Geschichte über den Computer-Geheimkanal wird im Mueller-Report jedoch nicht erwähnt.

Die Alfa Bank selbst findet sich im Mueller-Report wieder, allerdings lediglich in einem Bericht, der allein auf der Aussage eines der Gründungsoligarchen, Pyotr Aven, basiert – wonach Aven und Alfa außerhalb einer möglichen Verschwörung, und nicht innerhalb, zu stehen scheinen.

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German Khan mit Tochter  Eva


Alexander van der Zwaan und  Eva Khan bei ihrer Hochzeit  im Juni 2017 in Luton Hoo, Bedfordshire

German Khan (Nummer 3 in der Alfa Bank) wird nicht erwähnt. Sein Schwiegersohn Alex van der Zwaan wird erwähnt, allerdings nur in einer passiven Rolle:

Gates vermutete, dass Kilimnik ein „Spion“ war, eine Ansicht, die er Manafort, Hawker und Alexander van der Zwaan mitteilte, einem Rechtsanwalt, der mit DMI (Davis Manafort Inc.) an einem Bericht für das ukrainische Außenministerium gearbeitet hatte. [Van der Zwaan bekannte sich im US-Bezirksgericht für den District of Columbia schuldig, Falschaussagen gegenüber dem Büro des Sonderermittlers abgegeben zu haben. Verständigung im Strafverfahren Vereinigte Staaten gegen Alex van der Zwaan, 1: 18-cr-31 (D. D. C. C. 20. Februar 2018), Dokument 8.]

Die Tatsache, dass Alex der Schwiegersohn von German Khan ist, der Nummer 3 in der Alfa Bank, wird nicht erwähnt. Es gibt auch keine Klarstellung seiner oben erwähnten Falschaussagen.

Die Medien berichteten jedoch, dass van der Zwaan der Vermittler zwischen dem ehemaligen Stellvertreter von Paul Manafort, Rick Gates, und einem später nur als „Person A“ bezeichneten Individuum war (wahrscheinlich Konstantin Kilimnik).

Folgendes hatte ich in der Einleitung zur Taschenbuchausgabe von The American Deep State über Bank Alfa zu sagen:

Kurz vor der Wahl berichtete die New York Times

Während eines Großteils des Sommers hatte das FBI… Berater, die Donald J. Trump nahestehen, eingehend unter die Lupe genommen, nach finanziellen Verbindungen zu russischen Finanzleuten gesucht,… und waren sogar einem Hinweis – den sie letztendlich in Zweifel zogen – auf einen möglichen geheimen E-Mail-Kommunikationskanal von der Trump-Organisation zu einer russischen Bank nachgegangen….

Beamte des FBI untersuchten wochenlang Computerdaten, die ungewöhnliche Aktivitäten auf einem Server der Trump-Organisation und der Alfa Bank zeigten. … Das FBI gelangte jedoch zu dem Schluss, dass es für die Computerkontakte eine harmlose Erklärung wie eine Marketing-E-Mail oder Spam geben könnte.

Am nächsten Tag warf die jüdische Zeitung Forward eine noch nicht beantwortete Frage nach dem Haupteigentümer der Alfa Bank auf, dem philanthropischen Oligarchen Mikhail Fridman, der als Nummer 73 auf der Forbes-Liste der Milliardäre der Welt im Jahr 2016 (einst auf Nummer 20) und als zweitreichster Russe geführt wurde:

Unterhält ein russisch-jüdischer Oligarch mit israelischer Staatsbürgerschaft und engen Verbindungen sowohl zu Wladimir Putin als auch zu Benjamin Netanyahu einen geheimen Cyber-Kommunikationskanal zwischen Donald Trumps Präsidentschaftskampagne und russischen Behörden?

Die verschiedenen Spekulationen über die Trump-Verbindung zu Alfa und Fridman, ob harmlos oder anrüchig, rechtfertigen einen genaueren Blick auf die Vorwürfe hinsichtlich des Alfa-Einflusses vor zwei Jahrzehnten. (Scott, American War Machine, 187.)

Wie der Guardian im Jahr 2002 berichtete, zeigte sich Alfas Schlagkraft in Washington während der 1990er Jahre, als ihr Ölkonzern Tjumen

Kredite in Höhe von 489 Millionen US-Dollar von der US Export-Import Bank erhielt, nachdem Halliburton Lobbyarbeit betrieben hatte. …Das Weiße Haus [unter Clinton] und das Außenministerium versuchten, gegen den russischen Deal ein Veto einzulegen. Aber nach intensiver Lobbyarbeit von Halliburton wurden die Einwände auf dem Capitol Hill [der damals von den Republikanern kontrolliert wurde] verworfen. Die Bedenken des Außenministeriums beruhten auf der Tatsache, dass Tjumen von einem Holding-Konglomerat, der Alfa Group, kontrolliert wurde, welches in Russland wegen Mafia-Verbindungen untersucht worden war.

Der erfahrene Reporter Knut Royce (ein bedeutender Mitwirkender an drei mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Geschichten) berichtete über die Details:

Unter der Führung von Richard Cheney, einem Schafft-mir-die-Regierung-aus-dem-Gesicht-Konservativen, hat sich die Halliburton Company in den letzten fünf Jahren zu einem unternehmerischen Wohlfahrt-Mastschwein entwickelt, das von mindestens 3,8 Milliarden US-Dollar durch Verträge mit dem Bund und von den Steuerzahlern versicherten Darlehen profitiert.

Eines dieser Darlehen wurde im April von der US Export-Import Bank genehmigt. Sie garantierte Kredite in Höhe von 489 Millionen US-Dollar an ein russisches Ölunternehmen [Tjumen, im Besitz von Alfa], dessen Wurzeln laut russischen und US-amerikanischen Quellen und Dokumenten im Vermächtnis der Korruption des KGB und der Kommunistischen Partei eingebettet sind, aber auch in Geldern des Drogenhandels und der organisierten Kriminalität.

[Zwei Berichte, einer von „einem ehemaligen US-Geheimdienstoffizier“ und einer des russischen FSB] behaupten, die Alfa Bank, eine der größten und profitabelsten Russlands, sowie der Handelskonzern Alfa Eko seien in den frühen 1990er Jahren in der Geldwäsche von russischen und kolumbianischen Drogengeldern und im Drogenhandel aus dem Fernen Osten nach Europa involviert gewesen…

Der FSB-Bericht behauptete auch, dass die obersten Führungskräfte der Alfa Group, die Oligarchen Mikhail Fridman und Pyotr Aven, „angeblich am Transit von Drogen aus Südostasien durch Russland nach Europa teilnahmen.“ (Bitte gehen Sie hier für den vollständigen Text hin.)

Im Jahr 2013 wurde Tyumen Oil vom russischen Ölkonzern Rosneft aufgekauft, der kurz zuvor mit Exxon ein Öl-Explorationsabkommen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar unterzeichnet hatte, angeblich „das größte Ölgeschäft, das es je gab“. Das Abkommen – durch Präsident Barack Obamas gegen Russland verhängte Sanktionen auf Eis gelegt – war so groß, dass die einstweilige Aufhebung dem Wall Street Journal zufolge „Exxon in Gefahr brachte“. (Daniel Gilbert: “Sanctions Over Ukraine Put Exxon at Risk: Deal With Russia’s Rosneft to Drill in Arctic Is Crucial to Oil Company”, Wall Street Journal, 11. September 2014. Die Abmachung wurde von Rosneft ursprünglich mit BP geschlossen, der BP-Deal wurde jedoch durch einen erfolgreichen Rechtsstreit eines von Fridman kontrollierten Unternehmens blockiert.)

Im April 2017, nachdem der Vorsitzende von Exxon, Rex Tillerson, Trumps erster Außenminister wurde, „versuchte Exxon von der Trump-Regierung die Erlaubnis zur Wiederaufnahme von Bohrungen in Russland zu erhalten. Das Finanzministerium lehnte die Außerkraftsetzung ab.” (Ein Jahr später feuerte Trump Tillerson.)

Was Müller recherchierte, hat er gründlich gemacht. Ich vermute, dass seine Befunde Probleme für Trump und möglicherweise andere Politiker schaffen werden. Das Schweigen des Berichts über die Trump-Alfa-Verbindung – wenn sie nicht durch die Veröffentlichung von Spionageabwehr-Informationen gebrochen werden wird, die derzeit redigiert sind – ist jedoch ein Hinweis darauf, dass die Schlagkraft der Bank in Washington immer noch so stark ist wie in den 1990er Jahren.

Seit der Wahl hat auch Trump in einer Weise agiert, welche die Alfa Bank vor strafrechtlichen Ermittlungen schützen wird. Im Juli 2018 wurde Brian Benczkowski als Leiter der Kriminalabteilung des Justizministeriums knapp bestätigt, trotz der Bedenken der Demokraten aufgrund der Tatsache, dass er zuvor als Anwalt bei Kirkland & Ellis die Alfa Bank bei der Untersuchung der Frage vertreten hatte, ob ihre Computerserver die Trump-Organisation kontaktiert hatten. (1)

Und William Barr, nunmehr Justizminister, arbeitete ebenso während der Alfa Bank-Ermittlungen bei Kirkland & Ellis, was Newsweek vor einer Woche zu fragen veranlasste, ob er sich jetzt nicht wegen Voreingenommenheit aus Angelegenheiten, die den Mueller-Report betreffen, zurückziehen sollte. (2)

Aber auch die demokratische Linke leistet Widerstand beim Verfolgen der Alfa Bank-Geschichte. Betrachten Sie die Erfahrung von Franklin Foer, nachdem er über die Trump-Alfa-Verbindung für Slate geschrieben hatte:

Ich begann das Gefühl zu bekommen, dass die Aufnahme meines Stücks möglicherweise nicht so warm ausfallen würde, wie ich erhofft hatte. Nachrichtensendungen zur besten Sendezeit auf MSNBC bliesen meine Auftritte ab. Ich erfuhr, dass Anwälte des Netzwerks nicht wollten, dass MSNBC ohne härtere Beweise in Fragen über den Server eintaucht. … Als ich nach Hause kam, hatte die New York Times ihre inzwischen berüchtigte Schlagzeile veröffentlicht: “Investigating Donald Trump, FBI Sees No Clear Link to Russia.“ („Bei der Untersuchung von Donald Trump sieht das FBI keine klare Verbindung zu Russland.“) (3)

Viele Einzelpersonen stehen nun wegen der Ermittlungen von Mueller und des FBI vor Haftstrafen. Aber keine solche Gefahr droht Unternehmen, die groß genug sind, um am höheren Nexus dessen teilzunehmen, was ich den tiefen Staat nenne.

Endnoten

1.    Charlie Savage, “Justice Dept. Nominee Says He Worked on Russian Bank’s Trump-Related Inquiry,” New York Times, July 26, 2017; Katie Benner, “Justice Dept. Nominee Who Drew Scrutiny for Russian Bank Work Is Confirmed,” New YorkTimes, July 11, 2018.

2.    Christina Maza, “Should William Barr Recuse Himself From Mueller Report? Legal Experts Say Attorney General’s Ties to Russia Are Troubling,” Newsweek, April 15, 2019: “On Barr’s public financial disclosure report, he admits to working for a law firm that represented Russia’s Alfa Bank and for a company whose co-founders allegedly have long-standing business ties to Russia. What’s more, he received dividends from Vector Group, a holding company with deep financial ties to Russia … Barr notes that he earned anywhere from $5,001 to $15,000 in dividends from the Vector Group. The company’s president, Howard Lorber, brought Trump to Moscow in the 1990s to seek investment projects there. The trip is widely seen as the first of many attempts to establish a Trump Tower in Moscow.”

3.    Franklin Foer, “Suspended Animation in the Age of Trump,” Atlantic, October 8, 2018.





Courtesy of Lars Schall
Source: https://whowhatwhy.org/2019/04/29/the-mueller-report-alfa-bank-and-the-deep-state/
Publication date of original article: 02/05/2019
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=26177

 

Tags: Mueller-ReportAlfa BankTiefer StaatTrumpPutinUSA-Russland
 

 
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