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 23/05/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 UMMA 
UMMA / Die weiße Vermählung im Iran, Erleichterung des gemeinsamen Lebens
Date of publication at Tlaxcala: 21/04/2019
Original: ازدواج سفید؛ ساده‌سازی زندگی مشترک

Die weiße Vermählung im Iran, Erleichterung des gemeinsamen Lebens

Sedigheh Vasmaghi صدیقه وسمقی

Translated by  Hamid Beheschti حميد بهشتي

 

In der weißen Vermählung lebt zwar das Paar zusammen unter demselben Dach; es ist jedoch den vorausgehenden Formalitäten, die gemeinsame Lebensführung begleitenden oder die Scheidung betreffenden Gesetzen, sowie einschränkenden Bestimmungen und Benachteiligungen nicht ausgesetzt.

Die weiße Vermählung ist ein neues Phänomen in unserer Gesellschaft, das immer öfter vorkommt. Zuallererst die Klärung der Frage, was mit weißer Vermählung gemeint ist:

Des Ehebruchs beschuldigt
einer unehelichen Beziehung!

Mit weißer Vermählung kann nicht jede Art freier Beziehung zwischen Mann und Frau bezeichnet werden, sondern sie ist das Zusammenleben ohne verheiratet zu sein. Wenn zwei Personen ein gemeinsames Leben beginnen, kann man davon ausgehen, dass die notwendigen Voraussetzungen für das gemeinsame Leben, wie ein Dach über dem Kopf und Nahrung gegeben sind. Hier stellt sich die Frage, weswegen die Partner bei weißer Vermählung abgeneigt sind, nach herkömmlichen Sitten und Bräuchen, Traditionen und gewöhnlichen Bestimmungen zu heiraten. Man kann sagen, dass ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten wie die hohen Lebenshaltungskosten, das Wohnungsproblem und die Arbeitslosigkeit die wichtigsten Gründe für den Rückgang von Heiratszahlen und die Zunahme von Scheidungen sind. Aber bei der weißen Vermählung muss es eine andere Ursache für die Vermeidung traditioneller Eheschließung geben.

In der weißen Vermählung lebt zwar das Paar zusammen unter demselben Dach; es ist jedoch den vorausgehenden Formalitäten, die gemeinsame Lebensführung begleitenden oder die Scheidung betreffenden Gesetzen, sowie einschränkenden Bestimmungen und Benachteiligungen nicht ausgesetzt.

Wenn wir uns der Wirklichkeit zugewandt dem Thema annehmen und der Scharia, sowie die Tradition betreffende Überzeugungen beiseite lassen, wirkt die weiße Vermählung im Bezug auf die Regeln des gemeinsamen Lebens vereinfachend. Es genügt, einen schnellen Blick auf die Familiengerichte zu werfen, um sich davon zu überzeugen, dass die Familiengesetze, ob Heirat oder Scheidung betreffend, sehr einschränkend wirken und für die heutige Generation nicht akzeptabel sind. Wenn ein junges Mädchen heiratet, haben die geltenden Gesetze zu Folge, dass sie ihr Schicksal und all ihre Freiheiten in die Hände ihres Ehemannes gibt. Sie muss dann für die Verwirklichung ihrer Sehnsüchte und sogar manchmal für die Erfüllung ihrer kleinsten Wünsche die Zustimmung ihres Mannes erlangen. Und dabei ist dem Ehemann diese Position per Gesetz eingeräumt. Es gibt immer noch viele Männer, die gemäß der alten Tradition, die leider Gottes auch religiös rechtfertigt wird, ihren Ehefrauen den Besuch bei ihren Eltern, Verwandten oder Freundinnen verbieten. Sie verstehen das Auferlegen solcher Beschränkungen als ihr religiöses Recht. Viele Männer begreifen nicht, wie sehr es die Frau, ihr Ansehen und ihre Autonomie herabsetzt, wenn sie gezwungen ist, für die Beantragung eines Reisepasses ihren Mann zum Amt mitzunehmen, damit er seine Zustimmung erklärt. Mit welcher Erklärung soll die neue Generation, die nicht nur wegen der Tradition, sondern vielmehr wegen des unangenehmen Verhaltens religiöser Autoritäten die Religion links liegen lassen hat und ihren eigenen Weg geht, solchen Traditionen und Gesetzen folgen?

Was ist die weiße Vermählung?

Die jungen Männer befürchten, wenn sie heiraten, werden sie, den Gesetzen und der gängigen Tradition gemäß, die ganze finanzielle Verantwortung auf sich nehmen müssen. Ob diese nun in dem voraus zu leistenden Protokoll fürs Heiraten besteht, dem Brautgeld, oder an den Lebenshaltungskosten für Frau und Kinder, für die sie bei Nichterbringung möglicherweise auch noch hinter Gittern landen müssen. Weswegen dann die traditionelle Heirat wählen und nicht den einfacheren und leichter zu schulternden Weg gehen?

Vermählung bedeutet das gemeinsame legale Leben. Die Wirklichkeit ist, dass die hart ertragbaren und genachteiligenden Gesetze für das gemeinsame Leben nicht zeitgemäß sind. Der Beginn des gemeinsamen Lebens muss für beide Seiten atraktiv und angenehm sein und nicht beengend, wie eine Sklaverei mit Verzicht auf Sehnsüchte, Wünsche und jegliche Freiheiten. Die Gesetze für das gemeinsame Leben müssen außer dem Schutz gemeinsamer Interessen und Rechte auch beinhalten, dass die Rechte und die Autonomie beider Seiten gleichermaßen offiziell anerkannt werden. Um die Heirat angenehmer und leichter zu gestalten, sollten Heiratskultur und –gesetze   grundlegend verändert werden. Für die Weiterentwicklung der Heiratstradition genügt es nicht, nur die Gesetze zu reformieren. Die Eheschließung wird nur dann leicht, angenehm und angstfrei, wenn wir eine verantwortungsbereite Regierung und ein eben solches Regime haben. Warum?  Weil zurzeit das gesamte öffentliche Reichtum dem Staat zur Verfügung steht, doch der Staat gibt es nicht für dessen Besitzer aus. Aber worin besteht die Beziehung zwischen diesem Thema und der Eheschließung bzw. dem gemeinsamen Leben?

In den erwünschten Heiratsgesetzen müssten die Rechte von Frau und Mann gleich sein. Die grundlegenden Frauenrechte und die legitimen Freiheiten der Frau müssten offiziell anerkannt sein. Auch die Pflichten und Verantwortlichkeiten müssten derart verteilt sein, dass nicht aller Druck auf den Schultern des Mannes lastet. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Regierung mit dem Einsatz öffentlicher Reichtümer, Frauen, die arbeitslos und ohne Einkommen sind, Kinder und Männer mit geringem Einkommen oder ohne Beschäftigung unterstützen, sodass ihre grundlegende Bedürfnisse für ein anständiges Leben erfüllt sind. Selbstverständlich ist der Weg bis zu dem Punkt, wo wir eine verantwortungsbereite Regierung und wünschenswerte Gesetze haben, nicht kurz. Deswegen ist es zu einer Zeit, in der manche junge Menschen von sich aus die Heiratskultur vereinfacht und das gemeinsame Leben nach ungeschriebenen Gesetzen, die für sie angenehm sind, begonnen haben, besser, die weiße Vermählung zu unterstützen und gesetzlich zu begleiten.

Das Leben läuft nicht immer nach herrschenden Gesetzen. Wenn Gesetze ihre Nützlichkeit verlieren und die Rechte und Interessen der Bürger nicht erfüllen, dann müssen neue Gesetze, die den neuen Bedingungen entsprechen, verabschiedet werden. Durch Expertenberatungen und den Erlass neuer Gesetze können eventuelle Schäden, die durch neue gemeinsame Lebensformen hervorgehen, vorausgesehen und beseitigt werden.





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://www.nedayeazadi.net/1397/12/27333
Publication date of original article: 04/03/2019
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=25884

 

Tags: Weiße Vermählunggemeinsames Leben
 

 
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