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 13/08/2020 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 ASIA & OCEANIA 
ASIA & OCEANIA / Waffen für Indien – Raketen auf Pakistan
Date of publication at Tlaxcala: 16/11/2010
Original: Weapons for India; missiles on Pakistan

Waffen für Indien – Raketen auf Pakistan

Shireen Mazari

Translated by  Einar Schlereth

 

Obamas Besuch in Indien und seine völlige Kapitulation vor den indischen Forderungen scheint viele in Pakistan überrascht zu haben, insbesondere im Auswärtigen Amt, wo man scheinbar geschlafen hat, als die Vorbereitungen für die Reise getroffen wurden und viele beredte Erklärungen aus Washington zu hören waren. Jetzt sind sie plötzlich aufgewacht und beginnen zu murmeln als Antwort auf Obamas Erklärung, die Indien die US-Unterstützung verspricht für dessen Forderung nach einem permanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat.

Großes Wesen wurde um die Tatsache gemacht, dass die USA effektiv den indischen Staatsterrorismus im besetzten Kaschmir und Indiens Verstoß gegen die Resolutionen des Sicherheitsrates - nicht gerade die erwartete Haltung eines Staates, der in die ausgewählte Gruppe der permanenten Mitglieder aufgenommen werden möchte - gebilligt haben. Dass dies eine Verhöhnung der UNO ist, ist ziemlich offensichtlich, aber die UNO ist ja schon so etwas wie ein schlechter Witz in Fragen von Friede und Sicherheit – ihre vorrangige Aufgabe seit dem Ende der Bipolarität und der US-Mißbrauch der UNO für ihre eigenen Zwecke – vom Irakkrieg unter dem Begriff der „Koalition der Willigen“ bis zu Afghanistan und der vorbehaltlosen Genehmigung des NATO-Coups gegen die ISAF.

Der Status der UNO sollte schon klar geworden sein, als die USA den unterwürfigen Generalsekretär aus Südkorea durchdrückten, und Ban Ki-monn hat weder die USA noch Indien mit seiner bizarren Behandlung der Menschenrechtsverletzungen im besetzten Kaschmir enttäuscht!

Natürlich versuchen alle zu erklären, dass es die indische Wirtschaft und ihr großer Markt sind, was die USA in den Hindutva-Schoß getrieben hat, aber das ist nur ein Teil des Bildes. Gewiß, der indische Markt ist sehr groß und Aufträge für US-Güter werden der jetz gebeutelten US-Wirtschaft helfen, besonders hinsichtlich der Bewahrung von Jobs usw und vor allem in den Sektoren der strategischen Waffen und der Mehrzweck-Technologie wie der Atomindustrie. Indien und die USA haben ja in der Tat schon große Waffenlieferungen unterzeichnet seit dem Visionsdokument vom Jahr 2000, das zwischen Indien und Clinton unterzeichnet wurde, was nur formalisierte, was sich bereits zu einer strategischen Beziehung entwickelte. Und im gegenwärtigen Kontext haben die USA bereits einen riesigen Flugzeug-Deal mit den Saudis für 60 Mrd. $ geschlossen, so dass Indien nicht allein ausgewählt wurde für Handels- und Waffen-Abkommen.

Nein, Indien hat alle diese Bonbons bekommen, weil Indien von den USA als strategischer Partner ausersehen wurde, und Handel und Waffen haben nicht die wichtigste Rolle dabei gespielt, sondern die strategische politisch-militärische Rolle hat zu den Handelsabkommen geführt, die, abgesehen von der Erleichterung der Exportkontrollen für Mehrzweck-Technologie-Überführung und der Atom-Komponente, nicht so einzigartig sind. Schließlich ist auch Kina ein großer Handelspartner der USA und die Saudis sind ist ein großer Waffenkäufer, aber sie bekommen nicht die Exportkontrollausnahmen für sensitive Technologien und andere strategische Privilegien, die Indien gewährt wurden. Die indischen Apologeten also, die den Pakistanis erzählen wollen, dass, wenn wir nur unsere Ökonomie in Ordnung bringen, wir auch von den USA ähnliche Handelsabkommen erhalten werden, sollten wissen, dass das, was Pakistan Sorge machen sollte, etwas ganz anderes ist – oder zumindest sein sollte.

Pakistan sollte besorgt sein über die Art, wie es von den USA gesehen wird – sowohl von der Regierung als auch von den Medien. Wenn man wirklich verstehen möchte, wie schlecht – ja geradezu abschätzig – die Amerikaner über Pakistan denken, braucht man nur das neue Buch von Woodward, 'Obamas Kriege', überfliegen, um die rechte Vorstellung zu bekommen. Der Haß und der Argwohn, die in den Köpfen aller wichtigen Leute der Administration und des Establishments – Leuten wie Bruce Reidel – liegen, tritt bei jeder Gelegenheit zutage. Das 9/11 Trauma verfolgt immer noch die US-Psyche und wir sind ihre einfachste Zielscheibe aus einer Reihe von Gründen – unsere Bindung an den Islam und unsere Atomwaffen sind nur zwei Faktoren. Unsere ISI (Inter-Services Intelligence ist der pakistanische militärische Nachrichtendienst) wird als doppelzüngig angesehen, während die CIA unschuldig freimütig und geradeheraus ist; General Kayani wird eindeutig als 'Lügner' bezeichnet und Präsident Zardari wird im besten Fall als unfähig und weggetreten von jedem Verständnis für irgendwelche Fragen angesehen! Die Zitate von letzterem verraten auch die völlige Verachtung, die unsere Führer für ihr eigenes Volk haben. Die aufschlußreichsen Worte darüber, was er über Pakistan denkt, kommen vielleicht von Botschafter Haqqani.

Jeder Pakistani, der nur eine Unze Vertrauen hatte, dass Haqqani gut für Pakistan wäre, wird in keinem Zweifel gelassen darüber, wie Haqqani sein Land und Volk sieht. Natürlich traten manche seiner Auffassungen schon klar in seinem Buch 'Pakistan: Zwischen Moschee und Militär' zutage.

Natürlich ist es unser Fehler, weil unsere Führer sich trotz eindeutiger Signale seitens der Amerikaner vor ihnen und ihren destruktiven Forderungen platt auf den Bauch werfen. Im Gegenzug ist alles, was sie bekommen, ein noch aufdringlicheres Verhalten seitens der USA – sei es durch das Kerry-Lugar-Gesetz oder den IMF. Und nun haben die USA Zugang zu allen unseren Ministerien und deren Leute sitzen überall, um 'sicherzustellen', dass die Hilfe 'ordentlich' angewendet wird. Außerdem werden enorme Geldmengen aufgewendet, um wichtige Segmente der bürgerlichen Gesellschaft wie die Medien auf 'die eigene Seite zu ziehen'.

Unterdessen sind die Gelder, die man uns schuldet, wie der Koalitions-Unterstützungs-Fond, immer noch nicht eingetroffen, während wir schon die Kosten getragen haben. Der vielleicht allerstärkste Ausdruck für den Haß und die Verachtung, mit der Pakistans Führer und die Nation behandelt werden, sind die US-Drohnen- Opfer, die Missachtung des Gesetzes in Pakistan durch US-Bürger und die nonchalante Art, mit der die NATO auf pakistanisches Territorium eindringt und beliebig seine Bürger tötet. Und warum sollen die Führer und die Nation nicht auf diese Weise gesehen weerden, wenn unsere Führer stillhalten gegenüber diesen Aktionen und unser Volk scheinbar unfähig ist, die Gesinnung seiner Führer zu ändern.

Die wirkliche Frage für uns ist, wie viele Misshandlungen durch die Amerikaner wir uns noch gefallen lassen sollen, bevor uns bewußt wird, dass wir keine gemeinsamen strategischen Ziele haben; dass der sogenannte Strategische Dialog nur eine Farce ist, bei dem nichts Strategisches zwischen strategischen Partnern diskutiert wird, und dass die USA eifrig dabei ist, uns in einen Satellitenstaat zu verwandeln, wo sie am Ende auch unsere Atomwaffen kontrollieren wird.

Doch wir sind nicht wirklich so hilflos, wie uns unsere Führer glauben machen wollen. Schließlich brauchen die USA uns gegenwärtig mehr als wir sie brauchen. Wir sollten uns durchsetzen und versuchen, die Bedingungen unserer Kooperation neu zu verhandeln, einschließlich des Zugangs zu Afghanistan. Eine von der PAF (Pakistans Armee) abgeschossene Drohne, wozu sie behauptet in der Lage zu sein, wird die korrekte Botschaft an die USA schicken. Und was die Ökonomie angeht, so könnte es einen wirtschaftlichen Umschwung geben, wenn man den IMF-Ersatzmitteln die Tür weisen würde, mehr Fokus richten würde, Steuern von jenen einzusammeln, die bezahlen müßten, statt einfach den Rücken des Volkes zu brechen mit ständig wachsenden indirekten Steuern, und wenn man die Korruption wirklich ausrottete, indem man die großen Fische zuerst fängt. Aber dafür brauchte es eine ehrliche und hingebungsvolle Regierung und die ist nirgends in Sicht.

Wenn wir als Nation nicht unsere traditionellen Führer wiklich loswerden, werden wir unglücklicherweise immer den mörderischen Absichten der USA ausgeliefert bleiben. Das ist der Kern unseres Problems mit den USA. Und deswegen werden die USA fortfahren, den Indern nukleare Hilfe und Unterstützung zu geben, während sie auf uns Drohnen-Raketen regnen lassen, und werden jeden Dollar, der uns widerwillig zugesteckt wird, mit Kritik und Beleidigungen verbinden!

Shireen M. Mazari ist eine pakistanische Akademikerin, Verteidigungsanalytikerin, Journalistin und Politikerin. Sie ist gegenwärtig als Herausgeberin bei der Tageszeitung The Nation tätig und als Sprecherin für ausländische Angelegenheiten in der Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf. Sie hat auch als Generaldirektor des Instituts für strategische Studien gedient, ein in Islamabad ansässiger Think-tank und hat bis vor kurzem regelmäßige Kolumnen in der Tageszeitung The News International geschrieben.

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Courtesy of Einar Schlereth http://www.tlaxcala-int.org/
Source: http://www.uruknet.de/?s1=1&p=71697&s2=11
Publication date of original article: 10/11/2010
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=2446

 

Tags: Asien IndienPakistanAfghanistanKaschmirObamaUS Misshandlungen
 

 
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