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 13/08/2020 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 ASIA & OCEANIA 
ASIA & OCEANIA / Warum schweigt Adivasi Soldat Rahul Ghandi?
Date of publication at Tlaxcala: 15/11/2010
Original: Why, Rahul Ghandi Adivasi’ Soldier is Silent?

Warum schweigt Adivasi Soldat Rahul Ghandi?

Gladson Dundung

Translated by  Einar Schlereth

 

Am 26. August 2010 war der Congress-Führer und selbsternannte Soldat der Adivasi, Rahul Ghandi, zu Besuch in Niyamgiri/Orissa, genau zweit Tage nachdem die indische Regierung das Vedanta Projekt für ein Bauuxitbergwerk in den Niyamgiri-Bergen im Wert von 4.5 Mrd. Rs. verweigert hatte. Als er zu der Versammlung von 3000 farbenprächtig gekleideten Dongria Kondh und anderen Adivasi im Dorf Jagannathpur sprach, die darum gekämpft hatten, ihren heiligen Berg zu erhalten, sagte er: „Ich bin euer Soldat in Delhi. Wann immer ihr mich braucht, werde ich für euch da sein.“ Er bekam riesigen Beifall, als er sagte: „Echte Entwicklung findet statt, wenn man die Interessen der Armen und Adivasi respektiert.“

 

Adivasi Frau mit Kind vor ihrem niedergebrannten Haus in Assam

Doch genau zwei Monate später wurden die Migrant-Jharkhandi-Adivasi vom Forstministerium in Assam angegriffen, aber der Adivasi Soldat schweigt. Deshalb wollen die Adivasi wissen, warum der Soldat der Adivasi schweigt. Ist er schockiert über den Vorfall oder schweigt er, weil, wenn er seinen Mund aufmacht, die Congress-Regierung ernste Probleme in Assam bekäme?

Die vom Staat unterstützte Attacke gegen die Wander-Adivasi fand am 30. Oktober 2010 statt, als eine Bande von 200 Kerlen in Form eines 'Vertreibungsteams' aus Boro-Jugendlichen (angeführt von einem Beamten der Haltugaon Forstverwaltung), einer Waldschutztruppe und einer Einsatztruppe in den Lungsung Waldblock der Gaurang Range unter der Haltugaon Forstabteilung eindrangen, um die Adivasi zu vertreiben, indem sie behaupteten, dass diese unrechtmäßig eingedrungen seien. Dieses Gebiert gehört zur Bismuri Polizeistation des Distriktes Kokrajhar in Assam. Das Vertreibungsteam begann, die Adivasi zu beschimpfen, zu bedrohen und in Schrecken zu versetzen und ihnen zu befehlen, das Gebiet zu verlassen, und als sie sich weigerten, begann das Team sie zu jagen, zu schlagen und die Häuser in Brand zu setzen, die mitsamt beweglicher Habe wie Rohreis, Reis, Werkzeuge, Fahrräder, Pflüge und Kleidung zu Asche verbrannten.

Die Forstabteilung fuhr mit dem Angriff auf die Adivasi bis zum 31. Oktober fort. Außerdem hackte das Team die Mango-, Bananen- und Bambupflanzen, Bethelnuß- und Papayabäume nieder. Das Team tötete die Hühner, Enten, Schweine und Ziegen und nahmen sie mit sich. Die Familien, Männer, Frauen und Kinder wurden während der Vertreibung physisch und mental gefoltert. Frauen, die gegen die Behandlung protestierten, wurden belästigt und geschlagen. Das Team machte auch vor Kindern nicht halt. Viele kleine Kinder erhielten Brand- und andere Wunden an Kopf und Körper. Daraufhin beklagten sich die Adivasi bei der Forstabteilung. Doch die Männer, die den Protestmarsch anführten, wurden von der Polizei verhaftet.

Die Forstabteilung hat mit Hilfe der Boro-Jugendlichen 400 Häuser in 53 Dörfern niedergebrannt. Im Endergebnis wurden 5975 Adivasi aus 143 Familie obdachlos und 33 Adivasi-Dorfchefs wurden im Kokrajhar-Gefängnis eingesperrt. Außerdem wurden 9 Grundschulen, I Manjhi Than (Andachtsplatz), 6 Kirchen und 7 Lakhi Mandirs (religiöse Anlagen) niedergebrannt. Gemüse- und Getreidefelder wurden auch zerstört.

Sie wurden als Eindringlinge des Waldlandes bezeichnet, obwohl sie seit 1964 in diesem Gebiet leben, lange vor der Schaffung des Forsterhaltungsgesetzes von 1980. Ironischerweise legt das Waldrechtgesetz von 2006 das Gewicht auf die Wiedergutmachung des historischen Unrechts, das den Adivasi angetan wurde, aber in Assam geht das historische Unrecht weiter, und die Adivasi werden von der Congress-Regierung nur als Stimmvieh angesehen.

Ist das Forstrechtgesetz in Assam nicht durchsetzbar oder ist das Gesetz gemacht, um

 

 Frau Roy und Jurymitlgieder in Ranchi

den Unternehmenshaien das Land zuzuschanzen, nachdem die Adivasi und andere Waldbewohnergemeinden gespalten wurden, indem man ihnen angebliche Rechte versprach. Dadurch leben die Adivasi in Assam in großer Ungewissheit.

Die Vorfahren der Jharkhandi Adivasi, meist Oraon und Santal, wurden vor 150 Jahren von den Briten als Teepflücker nach Assam gebracht. Später, als die Bevölkerung zunahm, zogen viele fort und ein Teil von ihnen siedelte sich in dem Lungsung-Wald an, nachdem sie 1964 den Wald gerodet hatten. Das Forstministerium hat die Adivasi und das Volk der Bodo 1977 aus dem Gebiet verjagt. Die Distrikt-Verwaltung hat das Bodovolk an verschiedenen Plätzen im Distrikt Kokrajhar wieder angesiedelt, aber die Adivasi bekamen nichts, doch sie blieben in der Umgebung.

Als es für die Adivasi schwieriger wurde zu überleben, wanderten sie zurück in den Lungsung-Wald. Im Juli 1996 wurden die Adivasi aus dem Wald von Bodo-Extremisten vertrieben, und suchten Schutz in Notlagern, wo sie pro Person für 10 Tage nur 400 gr Reis erhielten, wovon sie natürlich nicht leben konnten. Folglich gingen sie wieder in den Lungsung-Wald zurück in ihre alten Dörfer, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Das Forstamt scheint sehr parteiisch, arrogant und undemokratisch zu sein. Erstens hat es vor der Ausweisung den Adivasi keine Benachrichtigung gegeben. Zweitens haben Bodos, Nepalis und Adivasi im Lungsung-Wald seit 1964 gelebt, und dennoch hat die Forstverwaltung gegen die Wander-Adivasi eingegriffen. Und die Assam-Regierung sowie der Bodo-Territorial-Rat haben die unmenschlichen Aktionen der Forstabteilung gerechtfertigt.

Die vom Congress geführte UPA (United Progressive Alliance) Regierung zählt das Forstrechtgesetz von 2006 zu seinen größten Errungenschaften, aber die Frage ist, warum den Migrant-Adivasi von Jharkhand keine Landtitel für die Felder, die sie seit vielen Jahren anbauen, gegeben wurden. Wie kann das Forstministerium zum Beschützer der Wälder und der Adivasi werden, deren Leben, Lebensunterhalt, Wirtschaft, Kultur und Identität vom Wald abhängig ist?

Das Parlamentsmitglied von Kokrajhar S.K. Bwiswmuthiary beschuldigte Ram Dayal Munda, Babulal Marandi und andere Adivasi-Führer, die die betroffenen Gebiete in Assam besuchen, ein Mini-Jharkhand schaffen zu wollen und die Maoisten in die Wälder von Bodoland bringen zu wollen.

Laut Joy Raj Tudu, dem Führer der Jharkhand Initiative, der die Opfer traf, ist S.K. Bwiswmuthiary in Bezug auf die Adivasi ein befangener Politiker. Er ist zum dritten Mal Abgeordneter von Kokrajhar und hat erfolgreich die Existenz der Adivasi in der Region geleugnet und ist ein großer Feind der Adivasi. Er war sogar der Anführer bei der ethnischen Gewalt zwischen Adivasi und Bodos in den Jahren 1996 und 1998.

Tatsächlich dreht sich der Streit in Assam um die Landfrage und um die Forderung der Wander-Adivasi nach dem ST-Status (ST = Scheduled Tribe = offiziell anerkannter Volksstamm) und einer Beteiligung an der Macht. Die Wander-Adivasi haben immer sehr fruchtbaren Boden besessen, den die Bodos an sich bringen wollen, weshalb sie nicht wollen, dass die Adivasi anerkannt werden. Zweitens gibt es 7 Millionen Wander-Adivasi in Assam, was 25% der gesamten Bevölkerung des Staates ausmacht. Würde den Adivasi also der ST-Status gegeben werden, könnten sie viele Posten und Positionen durch das Quotensystem erhalten. Das sehen die Bodo und andere Assami Adivasi als Einschnitt in ihre Rechte an. Deshalb sind sie dagegen, das den Wander-Adivasi der ST-Status verliehen wird. Drittens gibt es nur 15% reguläre Adivasi in Assam.

Wenn die Wander-Adivasi der ST Status gegeben wird, würde die Adivasi-Bevölkerung auf 40% ansteigen, was in der politischen Arena einen riesigen Unterschied machen würde. Deshalb sind alle Nicht-Adivasi gegen den ST Status für Migrant-Adivasi. Außerdem könnte dadurch eine Mehrheit gegen die Congress Regierung entstehen, weshalb die Regierung nicht nur den ST Status den Migrant Adivasi verweigert, sondern auch die Ausbeutung, Folter und zwangsweise Ausweisung der Migrant-Adivasi aus Assam seit Jahren fördert.

Obwohl die meisten Adivasi Indiens seit Jahrzehnten für die Congress-Partei stimmen, hat die Partei sie bis heute betrogen. Wenn zum Beispiel alle Migrant Adivasi, die sich in verschiedenen Staaten des Landes niedergelassen haben, ehrlich in eine Kategorie eingegliedert würden, könnte ihre Zahl 120 Millionen in Indien erreichen, aber im Zensus werden nur 80 Millionen aufgeführt, und der Rest wird entweder zur OBC (backward classes = zurückgebliebene Klassen) oder zur allgemeinen Kategorie geschlagen. Es ist eine der größten Ungerechtigkeiten gegenüber den Adivasi von jenen, die sich selbst Soldaten der Adivasi nennen. Ironischerweise, wenn Elite-Inder in Australien, England oder den USA schlecht behandelt werden, dann wird es vom indischen Staat und den Medien als Rassismus bezeichnet, aber wenn der indische Staat seit Jahrzehnten die Adivasi rassistisch diskriminiert, kümmerrt sich niemand darum. Kann uns vielleicht der Soldat der Adivasi sagen warum?

Warum werden die 7 Millionen Migrant Adivasi in Jharkhand zur OBC-Klasse in Assam gerechnet? Wehalb erhält die obere Klasse im ganzen Land denselben Status und die Adivasi nicht?

Vielleicht bereitet es Rahul Ghandi großen Kummer, dass die Adivasi die Congress Partei verlassen. Anstatt ihnen den Schutz ihrer Rechte angedeihen zu lassen. Deshalb will er die verlorenen Adivasi zurückholen, indem er sich als ihren Soldaten bezeichnet. Die Frage ist, wenn er der Soldat der Adivasi ist, wessen Regierung hat dann die Vertreibung der Migrant Adivasi aus Assam betrieben, die Salwa Judum (kriminelle Bande) in Chhatisgarh und die Operation Green Hunt im sogenannten Roten Korridor?

Wenn Rahul Ghandi jedoch ein echter Soldat der Adivasi werden will, sollte er seine Regierung auffordern, den Migrant Adivasi in Assam den ST Status und Landtitel zu geben, um die Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker von 2007 durchzusetzen und die Adivasi als indigenes Volk von Indien anzuerkennen. Um ihre konstitutionellen und traditionellen Rechte zu schützen und ihre Entfremdung von ihren natürlichen Ressourcen zu beenden. Die Frage ist, ob er auf unsere Stimmen hören wird oder um den heißen Brei herumreden wird in der Einbildung, ein Soldat der Adivasi zu werden.





Courtesy of Einar Schlereth http://www.tlaxcala-int.org/
Source: http://jharkhandmirror.org/
Publication date of original article: 11/11/2010
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=2429

 

Tags: AsienIndienAssamAdivasiMigrant AdivasiFolter und Vertreibung
 

 
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