TLAXCALA تلاكسكالا Τλαξκάλα Тлакскала la red internacional de traductores por la diversidad lingüística le réseau international des traducteurs pour la diversité linguistique the international network of translators for linguistic diversity الشبكة العالمية للمترجمين من اجل التنويع اللغوي das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt a rede internacional de tradutores pela diversidade linguística la rete internazionale di traduttori per la diversità linguistica la xarxa internacional dels traductors per a la diversitat lingüística översättarnas internationella nätverk för språklig mångfald شبکه بین المللی مترجمین خواهان حفظ تنوع گویش το διεθνής δίκτυο των μεταφραστών για τη γλωσσική ποικιλία международная сеть переводчиков языкового разнообразия Aẓeḍḍa n yemsuqqlen i lmend n uṭṭuqqet n yilsawen dilsel çeşitlilik için uluslararası çevirmen ağı

 13/08/2020 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 ASIA & OCEANIA 
ASIA & OCEANIA / Obama stellt sich auf Indiens Seite in Afghanistan-Frage
Date of publication at Tlaxcala: 14/11/2010
Original: Obama Sides with India Against Pakistan Over Afghanistan
Translations available: Tamazight  

Obama stellt sich auf Indiens Seite in Afghanistan-Frage

Tom Hayden

Translated by  Einar Schlereth

 

Präsident Obamas Besuch in Indien in der vergangenen Woche zementierte die US-Allianz mit dem Hindu-dominierten Indien in seinem langen Stellvertreterkrieg um Afghanistan gegen das moslemische Pakistan.

In der öffentlichen Diskussion ist Indiens im Krieg 2001 aktive Bewaffnung und Unterstützung der US-gestützten Nördlichen Allianz, bei dem die Taliban in Kabul gestürzt wurden, längst vergessen. Jener Krieg verjagte die Pashtunen Afghanistans, das größte Volk des Landes, von seiner traditionellen Vorherrschaft in der afghanischen Politik und öffnete stattdessen einen Kanal für die Ausdehnung von Indiens Interessen.

Indiens strategisches Interesse liegt darin, Pakistan daran zu hindern, seine Präsenz in Afghanistan zu konsolidieren. „Als Gegengewicht zu Indien schien für Pakistan die Unterstützung der Aufständischen ein starker Anreiz“, hieß es in einer RAND-Studie von Seth Jones [“Counterinsurgency in Afghanistan”, prepared for the Secretary of Defense, 2008]. Der Bericht zeigte mehrere Beispiele für Indiens tiefe Verwicklung in Afghanistan auf:

  • Hunderte Millionen Dollars für afghanische Politiker und gewählte Regierungsbeamte in Kabul;
  • Errichtung des afghanischen Parlamentes;
  • Indiens Straßenbau nahe der pakistanischen Grenze, dessen öffizielle Aufgabe es sein sollte „der [indischen] Armee zu helfen, ihren strategischen Bedürfnissen nachzukommen nach einer verpflichtenden und kosteneffektiven Entwicklung und Unterhaltung der Infrastruktur“;
  • große neue indische Konsulate in afghanischen Städten wie Jalalabad, Kandahar und Herat, die Pakistan anklagen, terroristische und sezessionistische Aktivitäten im pakistanischen Balutschistan zu schüren.

Laut RAND war also der Beistand für die Taliban in Afghanistan seitens Pakistans „ein Weg des Ausgleichs für den indischen Einfluss in Afghanistan“.

Der Hintergrund dieses Machtkampfes ist der Streit um Kaschmir, um das es in drei Kriegen seit 1947 ging, als die abziehenden Briten es aufgeteilt hatten. Ein von den Vereinten Nationen versprochenes Plebiszit in Kaschmir kam nie zustande, wahrscheinlich, weil die moslemische Bevölkerungsmehrheit für Autonomie oder Anschluss an Pakistan gestimmt hätte.

Moslem-Gemeinden in Kaschmir setzen ihren Widerstand gegen den von Indien erlassenen Ausnahmezustand fort – eine Krise, die außer Kontrolle zu geraten scheint. Als die indische Schriftstellerin Arundhati Roy kürzlich einen Besuch machte und einen Bericht für die New York Times schrieb, wurde sie von indischen Extremisten verteufelt und bedroht.

Statt auf ein Plebiszit in Kaschmir zu dringen, was Indien beleidigen würde, haben die USA von der täglichen und brutalen Gewalt weggeschaut, die Indiens Sicherheitskräfte gegen die moslemische Bevölkerung Kaschmirs ausüben, die auf die Unterstützung Pakistans angewiesen ist.

Die USA unternehmen keine Anstrengung zur Lösung der Kaschmirfrage, verglichen mit der ständigen diplomatischen Aktivität in der israelisch-palästinensischen Frage. Die USA neigen zu Indien als einem strategischen Partner gegen Kina und sie festigen Indien auch als strategischen Partner in Afghanistan, wodurch die Spirale regionaler Spannungen an mehreren Fronten eskaliert.

Das Weiße Haus und das Pentagon haben ihren Druck auf Pakistan verstärkt, seine grundlegende strategische Haltung gegen Indien aufzugeben und stattdessen militärisch gegen die Aufständischen in Pakistan vorzugehen, die aus den pakistanischen Taliban und den afghanischen Taliban im Quetta Gebiet und dem Hochland der Balutschen bestehen.

Präsident Obama beschwor den Namen Monhanda Ghandis bei seinem Indienbesuch, ohne sich klar zu sein, dass Ghandi von einem indischen Hindu-nationalistischen Extremisten ermordet wurde. Der Präsident hätte fragen können, was Ghandi zu Kaschmir gesagt hätte oder dazu, dass er im ständigen Kriege gegen die Moslems benutzt  wird. 





Courtesy of Tom Hayden
Source: http://tomhayden.com/home/obama-sides-with-india-against-pakistan-over-afghanistan.html
Publication date of original article: 12/11/2010
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=2403

 

Tags: AsienIndienPakistanAfghanistanKaschmirBalutschistanQuettaTalibaner
 

 
Print this page
Print this page
Send this page
Send this page


 All Tlaxcala pages are protected under Copyleft.