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 13/08/2020 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 ASIA & OCEANIA 
ASIA & OCEANIA / Von der UNO finanziert: ein Lager, wo Häftlinge geschlagen, vergewaltigt und getötet werden
Date of publication at Tlaxcala: 05/11/2010
Original: Cambodians beaten, raped and killed at illegal detention camp funded by UN
Translations available: Français 

‚Unerwünschte‘ werden von den Straßen gefegt und ohne Urteil eingesperrt, laut Menschenrechtsgruppen.
Von der UNO finanziert: ein Lager, wo Häftlinge geschlagen, vergewaltigt und getötet werden

Ben Doherty

Translated by  Einar Schlereth

 


Häftlinge und Wachen in Kambodschas Prey Speu Gefangenenlager. Die Regierung behauptet, es sei ein Wohlfahrtszentrum, aber Menschenrechtsgruppen sagen, es sei ein brutales, geheimes Gefängnis. Foto: Ben Doherty

Die UNO wird benutzt, um ein brutales Internierungslager für die Notleidenden in Kambodscha zu betreiben, wo die Häftlinge monatelang ohne Verfahren festgehalten, vergewaltigt, geschlagen, manchmal bis zum Tode, haben vormalige Insassen dem 'Guardian' berichtet.

Das Prey Speu Gefängnis, 20 km außerhalb der Hauptstadt Phnom Penh, wird offiziell als „Sozial-Anlage“ bezeichnet zur Erziehung und Krankenpflege von Notleidenden.

Aber Menschenrechtsgruppen und ehemalige Insassen berichten, es sei ein illegales, geheimes Gefängnis, wo Menschen, die von der Regierung als „unerwünscht“ angesehen werden – gewöhnlich Drogenabhängige, Sex-Arbeiter und Obdachlose – monatelang ohne Anklage festgehalten werden.

Männer, Frauen und Kinder hausen zusammen in einem einzigen Gebäude und werden regelmäßig mit Brettern geschlagen, mit Drahtruten gepeitscht oder mit Waffen bedroht, wie Zeugen berichten.

Es wird erzählt, dass Wachen drei Verhaftete zu Tode geprügelt haben, und Gruppenvergewaltigungen durch eben diese Männer kommen häufig vor.

Das Büro des Hochkommissars für Menschenrechte (OHCHR) hat die Zustände in Prey Speu als „entsetzlich“ bezeichnet, wo Menschen „illegal eingesperrt sind und einer Vielzahl von Machtmißbräuchen durch das Personal ausgesetzt sind, wozu unmenschliche Haftbedingungen, Erpressung, Schläge, Vergewaltigung gehören, was manchmal zu Tod oder Selbstmord führt“.

Aber das Ministerium, unter dem Prey Speu fungiert, bekommt immer noch direkt Geld aus dem Kinderhilfswerk der UNO, Unicef, und das Zentrum wird auch von verschiedenen internationalen NGOs unterstützt.

Sok Chandara (nicht sein richtiger Name) wurde in einer Straße der Hauptstadt aufgegriffen und nach Prey Speu gebracht; „sie sagten, es sähe nicht gut aus für die Stadt, wenn Leute in den Straßen schlafen würden“. Obwohl die Polizei ihm sagte, er sei verhaftet, wurde er niemals eines Vergehens angeklagt oder vor Gericht gebracht.

Er wurde zusammen mit mehr als 100 Männern, Frauen und Kindern in einen leeren Raum gesperrt und durfte nur eine Stunde täglich hinaus. Manche Insassen waren gewalttätig und ausfällig, während andere schwer krank oder verletzt waren.

Die Gefangenen wurden gezwungen, einen Eimer als Toilette zu benutzen und ärztliche Versorgung war nicht regelmäßig. Das Trinkwasser wurde aus einem stinkenden Weiher geholt, in den Abwasser geleitet wurden. Die Insassen mußten sich dort auch baden und ihre Kleidung waschen.

„Es war die Hölle. Viele Leute waren krank, manche hatten Diarrhö oder Magenschmerzen wegen des schmutzigen Wassers, und es gab keine Ärzte“, sagte Sok.

Prey Speu bekommt für jeden Insassen täglich 3000 riels (ca. 0.50 Euro) für Nahrung. Im allgemeinen erhalten sie zweimal täglich einen wässrigen Reisschleim in einem Plastikbeutel.

Gewalt kam täglich vor, sagte Sok. Ein Wächter schlug ihn mit einem Brett, als er einen anderen Wächter daran hindern wollte, einen anderen Mann zu schlagen. „Manchmal öffnen die Wachen einfach die Türen, kommen herein und verprügeln die Leute ohne jeden Grund. Sie wissen, dass niemand sich beklagen kann über die Art der Behandlung.“

Laut der Cambodian human rights advocacy group LICADHO sind drei Insassen von Prey Speu vor den anderen Insassen zu Tode geschlagen worden.

Weitere fünf Insassen haben sich selbst umgebracht, darunter zwei Frauen, die von ihren Kindern getrennt worden waren.

Sok entwich, indem er über eine Mauer sprang und durch die bewässerten Reisfelder floh. Er ist immer noch ohne Obdach und fürchtet, erneut verhaftet und zurückgeschickt zu werden. „Nur die Leute, die dort eingesperrt sind, wissen, wie schlimm es ist, wie erschreckend. Den Leuten wird überhaupt nicht geholfen.“

Der übliche Weg hinaus aus Prey Speu ist, dass die Insassen oder ihre Angehörigen die Wachen mit Summen zwischen 50 und 200$ bestechen.

Beim Besuch von Prey Speu sah der 'Guardian' etwa 100 Gefangene, die das Hauptgebäude verlassen durften. Es gab keine Trennung von Männern und Frauen und die meisten Insassen waren barfuß. Es gab mindestens 20 Kinder, das jüngste nur vier Jahre alt.

Die Wachen an den 3-m-Toren sagten, dass die Anlage ein freiwilliges Wohlfahrtszentrum sei und die Gefangenen frei seien zu gehen, wann sie wollten. Gefragt, warum die Tore Vorhängeschlösser hätten, sagten die Wächter, es wäre, damit Leute nicht hineinkämen.

Berichte von Menschenrechtsgruppen dokumentieren zahlreiche Vergewaltigungen durch Wächter und Polizisten.

Eine Sex-Arbeiterin sagte zu HRW, dass sie in der ersten Nacht von fünf Polizisten vergewaltigt wurde und von sechs Beamten in der nächsten Nacht. Als sie sich wehrte, wurde sie geschlagen.

Elaine Pearson, stellvertretende Direktorin der Asien-Abteilung von HRW, sagte, dass die kambodschanische Regierung und die Spendengeber es versäumt hätten zu handeln trotz überwältigender Beweise für Mißhandlungen. „Seit Jahren gibt es glaubhafte Berichte über Vergewaltigungen, Schläge und selbst Tote im Gefängnis durch die Wachen von Prey Speu, aber es wurde nichts unternommen, um die Verantwortlichen zur Rechenschadft zu ziehen.“

Sie sagte, dass die internationalen Gelder für das Sozial-ministerium zurückgezogen werden müßten.

Die OHCHR gibt Kambodschas transkultureller psycho-sozialer Organiation immer noch Geld, um psychologische Untersuchungen in dem Zentrum durchzuführen. Helfer für psychische Probleme finden viele Insassen ,it starken Depressionnen und manche mit Psychosen, wie der Geschäftsführer der Organisation Dr. Chhim Sotheara sagte.

Im Juli veranstaltete Unicef ein Treffen mit den betroffenen Parteien, wo internationale Geldgeber über ihre Hilfe für Prey Speu berichteten.

Richard Bridle, Unicefs Verantwortlicher für Kambodscha, weigerte sich, dem 'Guardian' ein Interview zu geben.

Aber in einer Erklärung der Unicef hieß es, dass man „technisch und finanziell das Ministerium für soziale Angelegenheiten, Rehabilitierung von Veteranen und Jugendliche (MoSAVY) sowie ähnliche Institutionen unterstütze, um die Wohlfahrt für Kinder zu regulieren, zu beaufsichtigen und zu kontrollieren und über die Einhaltung von sozialem und Kinderschutz zu wachen“.

Im vergangenen Jahr hat Unicef 450 000 € an das Sozialministerium überwiesen. Als ähnliche Kritik über das Choam Chao Jugendrehabilitierungszentrum in diesem Jahr aufkam, hat Unicef 20 000 € seiner Hilfe abgezogen und das Zentrum wurde sofort geschlossen.

Aber Unicef sagt, es würde keine direkte Hilfe an Prey Speu geben.

Der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verbrachte zwei Tage dieser Woche in Kambodscha. Während einer kurzen Pressekonferenz in Bangkok vor seinem Besuch unterbreitete der 'Guardian' Ban eine Frage zur Rolle der UNO bei der Unterstützung der Zentren, aber dies wurde zurückgewiesen.

Kambodschas Sozialministerium hat schon früher alle Vorwürfe von Mißbrauch zurückgewiesen und behauptet, dass Zentren wie Prey Speu Rehabilitierung und Sprachtraining anböten. Es verteidigt seine Politik der „Straßenreinigung“ - das Entfernen von Bettlern, Obdachlosen und Sexarbeitern von den Straßen der Hauptstadt – mit der Behauptung, dass sie „die öffentliche Ordnung störten und die Würde und Moral der kambodschanischen Gesellschaft beeinträchtigten“.





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.guardian.co.uk/world/2010/oct/28/raped-beaten-killed-cambodia-detention-camp
Publication date of original article: 28/10/2010
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=2291

 

Tags: AsienKambodschaUNOMenschenrechtePrey SpeuGefängnisseUnicefBan Ki-Moon
 

 
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