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 15/12/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Ja, Breaking the Silence, erzähl es der Welt!
Date of publication at Tlaxcala: 05/12/2017
Original: Yes, Breaking the Silence - Tell the World!

Ja, Breaking the Silence, erzähl es der Welt!

B. Michael ב. מיכאל

Translated by  Karin Nebauer

 

Es ist nicht nötig, die Israelis über die Sünden der Besatzung zu informieren. Sie wissen es schon. Es ist überflüssig sie zu zwingen etwas zu wissen, was sie ohnehin wissen. Es langweilt sie nur. Aber es gibt einen sehr guten Grund unsere abscheulichen Taten den Nationen der Welt zur Kenntnis zu bringen.

Aktivistien der rechten Gruppen Im Tirtzu und Yesh Atid demonstrieren gegen  Breaking the Silence am 11. Okt. 2016  Foto Eliyahu Hershkovitz

Die Dean-Issacharoff-Story ist vorüber, und den Kritikern von Breaking the Silence ist nur noch eine verärgerte Klage geblieben: "Warum erzählt ihr es der Welt?  Warum wascht ihr die schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit? Sprecht zu uns! Hier in Israel. Zur israelischen Öffentlichkeit."

Es braucht schon ein bisschen Naivität oder Scheinheiligkeit, von den Mitgliedern von Breaking the Silence zu verlangen, damit aufzuhören, unsere schmutzigen Unterhosen auswärts zu waschen und nur der israelischen Zuhörerschaft von ihren Taten in den Kolonialgebieten zu erzählen. Die bittere Wahrheit ist, dass dafür kein Bedarf besteht. Die Israelis wissen Bescheid. Sie wissen alles. Manchmal wissen sie sogar mehr als die Mitglieder von Breaking the Silence selber. Aus ihrer Erfahrung, vom Reservedienst, aus Geschichten ihrer Freunde, vom Tratsch, von der Lust, mit der sie (oder die Leute um sie herum) Rowdygeschichten austauschen, von dem, was sie auf ihren Fahrten durch die besetzten Gebiete sehen.

Sie wissen. Sie möchten nur nicht wissen. Sie fahren sozusagen aus der Haut, um nicht zu wissen. Schweißtropfen brechen auf ihrer Stirn aus vom intensiven Bemühen nicht zu wissen. Zu ignorieren, zu unterdrücken, zu leugnen, zu rechtfertigen. Die Israelis haben das System nicht erfunden. Es ist genauso wie bei Kolonialfrankreich, bei Belgien und seinen Kolonien, bei den Niederlanden und ihren Eroberungen, bei England und seinem Empire und ja, auch bei Deutschland und seinem geraubten Lebensraum. Jeder wusste und strengte sich an nicht zu wissen.

Nichts macht diese freiwilligen Ignoranten wütender und empört sie mehr als ein besessener Langweiler, der sie zwingen möchte, zu wissen. Der ihnen Zeugenaussagen, Fakten, Dokumente, Fotos und Filme präsentiert; der darauf besteht den Frieden ihrer reinigenden Ignoranz zu stören und einen Scheinwerfer auf die Dunkelheit ihrer seligen Blindheit zu richten. Für sie ist er der schlimmste ihrer Feinde.

Der Fall Elor Azaria, der um ihn tanzende Mob und die seinen Arsch leckende Schar der kriecherischen  Funktionäre bezeugen das. Noch mehr als ihren Helden erretten, möchten sie das lästige Stückchen Realität, das in ihren Blick eingedrungen ist, verdecken.

Ich habe unzählige Male mit eigenen Augen gesehen, was geschieht, wenn du einen "uninformierten" Israel informieren willst. Sein Blick wird glasig, seine Pupillen suchen Hilfe, und du kannst tatsächlich hören, wie die Worte bei einem Ohr hineingehen und beim andern hinaus fliehen. Wie jeder weiß, soll die Stimme mit Schallgeschwindigkeit reisen. Zwischen den beiden Ohren eines Menschen, der der Information ausweicht, bewegt sich der Schall mit Lichtgeschwindigkeit.

So besteht keine Notwendigkeit die Israelis zu informieren. Sie wissen schon. Und es ist überflüssig sie zu zwingen zu wissen, was sie ohnehin wissen. Es langweilt sie nur.

Andererseits gibt es einen sehr guten Grund, unsere Gräueltaten den Nationen der Welt zur Kenntnis zu bringen. Denn bei ihnen, bei diesen Nationen, liegt die einzige (schwache) Hoffnung Israel aus seinen eigenen Klauen zu befreien.

Unsere Rettung wird von woanders her kommen – und nur von einer Welt, die Israel bei den Haaren packt und aus dem Treibsand zieht, in den es einsinkt.

Um die Welt aus ihrer Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Juden aufzuwecken, ist es wichtig, dass sie genau und im Detail weiß, was hier in ihrer Abwesenheit geschieht. Deshalb soll sich Breaking the Silence gerade an die internationale Gemeinschaft richten. Und ebenso B'Tselem, die Vereinigung für zivile Rechte in Israel, das Öffentliche Komitee gegen Folter in Israel und all die andern, die sich in diesem heiligen Werk engagieren. Vielleicht wird dank ihnen und allen, die ihnen zuhören, Rettung kommen, um uns von der Westbank zu erlösen.

Möchten sich doch mehr und mehr Leute Breaking the Silence anschließen – Leute von der Zivilverwaltung, den Militärgerichten, dem Innenministerium, dem Justizministerium, vom Shin Beth, dem Gefängnisdienst und allen anderen Besatzungsbehörden, den Rowdystreitkräften und den Bewahrern der rassischen Reinheit.

Vielleicht werden sich noch ein paar Schweigenbrecher (breakers of silence) vom Büro des Staatsanwalts und der israelischen Polizei anschließen, ein paar, die es wagen, das Gesetz des „Schweigenbewahrens“  zu brechen, das die Vandalen und Spitzbuben, die hier an der Macht sind, diese Woche über ihre Häupter gebracht haben.

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://www.haaretz.com/opinion/.premium-1.825773
Publication date of original article: 30/11/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=22194

 

Tags: Breaking the SilenceZionistische BesatzungWestbankPalästina/Israel
 

 
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