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 15/12/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Israels Besatzung soll eine provinzielle Angelegenheit sein
Date of publication at Tlaxcala: 04/12/2017
Original: Israel's occupation as a provincial issue

Israels Besatzung soll eine provinzielle Angelegenheit sein

Amira Hass عميرة هاس עמירה הס

Translated by  Karin Nebauer

 

Nationaler (israelischer) Konsens ist, dass das Schicksal der Palästinenser unter israelischer Herrschaft eine interne israelische Angelegenheit ist. Jede Einmischung von nicht-Israelis in die Angelegenheit ist eine üble ausländische Einmischung.



Rechte Aktivisten demonstrieren gegen  Breaking the Silence in Haifa im Juli 2016. Foto Rami Shllush

Der Hauptpunkt in der Stellungnahme von Sami Peretz zu Breaking the Silence ("Zeit für Breaking the Silence im Ausland zu schweigen", 26. Nov.) ist, dass die Unterdrückung der Palästinenser eine innere israelische Angelegenheit ist.

Alle seine übrigen Behauptungen und Klagen über die mutige und unverzichtbare Organisation sind nur Ableitungen davon. Einschließlich des faktischen Irrtums darüber, was das Ziel von Breaking the Silence ist.

Entgegen dem, was er schrieb, haben sich Mitglieder der NGO von Anfang an an die israelische Öffentlichkeit gewandt und fahren, trotz aller Versuche sie zum Schweigen zu bringen, damit fort sich an sie zu richten oder es zu versuchen. Schließlich sind es ja Soldaten oder Reservisten in der israelischen Öffentlichkeit und nicht in der Schweizerischen Armee, bei denen zum Schluss der Groschen fallen wird, und sie realisieren, dass sie für die Sicherheit eines Raubunternehmens abkommandiert wurden.

Ob so gemeint oder nicht, Peretz hat den Erfolg Israels kurz damit zusammengefasst, dass er unsere Herrschaft über Millionen ihrer Rechte beraubter Subjekte von einem internationalen Problem zu einer kommunalen Angelegenheit gemacht hat, ähnlich einem Minister der Haredi, der wegen der Instandhaltung der Eisenbahngeleise "zurücktritt". Im Gegensatz zu einer Verletzung der Heiligkeit des Schabbats kann organisierter israelischer Sadismus (kurz, die Besatzung) nicht Regierungen stürzen und schmeißt die Israelis nicht vor Schreck um.

Die meisten Juden in Israel werden darin übereinstimmen, dass die lokale Autorität, genannt Land Israel, unter einem ernsthaften inneren Problem mit dem Namen Palästinenser leidet. Wegen angeborener krimineller Eigenschaften haben sie Land an sich genommen, das Gott unserem Vater Abraham und jedem einzelnen von uns, den Juden, persönlich gegeben hat. Wegen angeborener krimineller Eigenschaften haben sie ohne unsere Erlaubnis Hütten und Zelte und sogar Betonhäuser errichtet, die die Behörden zerstören müssen. Zum Beispiel Al Araqib, Kalansua und Dschibna.

Sie sprechen eine fremde, unverständliche Sprache, in der sie Komplotte gegen uns ausbrüten. Sie sind Eindringlinge und illegale Aliens. Sie lehnen es ab, sich nur in speziellen Vierteln zu sammeln, die die lokale Autorität ihnen zuweist. Sie sind undankbare Kunden der israelischen Wasser- und Elektrizitätsunternehmen. Sie beschweren sich, dass Israel ihnen Wasser verkauft, das es ihnen stiehlt, und sie beschweren sich über Verbote, die ihre Wirtschaft untergraben. Und vor allem schikanieren sie ständig unsere Kinder – die Soldaten und Polizisten.

Also, das Schicksal der Palästinenser unter unserer Herrschaft ist eine innere israelische Angelegenheit (Prof. Menachem Klein von der Bar-Ilan-Universität hat es auf diese Weise in einem privaten Gespräch gut ausgedrückt). Jede Einmischung von nicht-Israelis in das Schicksal der Palästinenser ist eine üble ausländische Einmischung. Deshalb ist jeder, der ihnen Informationen gibt, ein Verräter. Verräter informieren, wie wir wissen, gegen Geld, deshalb hassen wir sie. Spenden vom Ausland sind nur legitim, die meisten von uns sind dieser Meinung, wenn sie unsere Kriegsindustrie weiterbringen, Führer der rechten Parteien und Mitglieder der Knesset verhätscheln oder für die Zerstörung öffentlicher Sozialleistungen ein wenig entschädigen.

Die Aktivitäten von Breaking the Silence auf die Frage nach der Aufbringung ihrer finanziellen Mittel zu reduzieren, spricht nicht nur zum Herzen von Im Tirtzu und Ayelet Shaked, sondern auch zu den Herzen vieler anderer israelischer Juden. Am Ende ist es nicht nur eine kommunale Angelegenheit, es ist eine provinzielle. Die Bewohner des Schtetls wetteifern um die Großzügigkeit des reichen Onkels.

Nein – die Sache mit der ausländischen Finanzierung ist eine Ausrede, ein Haken, an den die kollektive Angst Israels aufgehängt wird. Israelische Gruppen, die sich gegen die Besatzung stellen, tun zwei unverzeihliche Dinge. Ihre Arbeit in Israel und im Ausland gefährdet die Profite der israelischen Juden aus der Immobiliengoldgrube und dem Waffenhandel, die wir dank unserer Herrschaft über die Palästinenser von den offenen Armen für die israelischen Geschäftsleute, Akademiker und Athleten erwirtschaften. Wenn sich diese Gruppen an die internationale Gemeinschaft, auch an die Juden dort, wenden, bestehen sie darauf, zu erinnern, dass unsere Fremdherrschaft über die Palästinenser abnorm ist, ein internationales Problem, und dass sich die Welt selbst blamiert, wenn sie Israel die Palästinenser unterdrücken lässt, wie es ihm gefällt.

Diese NGO sind die ersten, die der internationalen Gemeinschaft applaudieren werden, wenn sie anstatt zu spenden die ihr zur Verfügung stehenden Instrumente benützt – das Völkerrecht und die Angst vor einem globalen Krieg - , um Israel und seine jüdische Staatsbürger zu zwingen einzuhalten, nachzudenken und sich zu ändern.

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: https://www.haaretz.com/opinion/.premium-1.825348
Publication date of original article: 28/11/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=22189

 

Tags: Breaking the SilenceZionistische BesatzungZionismusPalästina/Israel
 

 
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