TLAXCALA تلاكسكالا Τλαξκάλα Тлакскала la red internacional de traductores por la diversidad lingüística le réseau international des traducteurs pour la diversité linguistique the international network of translators for linguistic diversity الشبكة العالمية للمترجمين من اجل التنويع اللغوي das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt a rede internacional de tradutores pela diversidade linguística la rete internazionale di traduttori per la diversità linguistica la xarxa internacional dels traductors per a la diversitat lingüística översättarnas internationella nätverk för språklig mångfald شبکه بین المللی مترجمین خواهان حفظ تنوع گویش το διεθνής δίκτυο των μεταφραστών για τη γλωσσική ποικιλία международная сеть переводчиков языкового разнообразия Aẓeḍḍa n yemsuqqlen i lmend n uṭṭuqqet n yilsawen dilsel çeşitlilik için uluslararası çevirmen ağı la internacia reto de tradukistoj por la lingva diverso

 12/12/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 ABYA YALA 
ABYA YALA / Staatliche Einsatzkräfte in Kolumbien verüben erneut Massaker
Date of publication at Tlaxcala: 07/10/2017
Original: El Estado colombiano perpetra masacre en Tumaco, Nariño

Staatliche Einsatzkräfte in Kolumbien verüben erneut Massaker

Various Authors - مؤلفين مختلفين - Auteurs divers- AAVV-d.a.

Translated by  Ani Dießelmann

 

Militär und Polizei töten neun Kleinbauern und verletzen 18 weitere schwer. Proteste sozialer Bewegungen in mehreren Städten für Sicherheit und Recht auf Leben

nueve-muertos-narino

Militärs und Polizisten haben gemeinsam ein Massaker in der Pazifikregion von Kolumbien begangen. Ein Ermordeter wird von Bauern abtransportiert; Quelle: Asominuma

Tumaco, Kolumbien. Ein Jahr nach der Zuerkennung des Friedensnobelpreises an den amtierenden Präsidenten Kolumbiens, Juan Manuel Santos, haben unter seinem Befehl stehende Militär- und Polizeieinheiten ein weiteres Massaker an der Zivilbevölkerung begangen.

Am vergangenen Donnerstag ermordeten staatliche Kräfte in der Pazifikregion nahe der Provinzhauptstadt Nariños, Tumaco, mindestens neun Bauern durch Schussverletzungen. Die Bilder der Toten verbreiteten sich in kürzester Zeit in den sozialen Netzwerken. Die lokale Bauernorganisation Asominuma informiert, dass weitere 18 Personen schwer verletzt sind, allerdings von Polizei und Militär daran gehindert werden, die Region zu verlassen um in Krankenhäusern angemessen behandelt zu werden.

 

campesino_asesinado

campesino_asesinado2

campesino_asesinado3

Drei der ermordeten Bauern. Bilder LaPluma

Die Bauern hatten seit Tagen für eine Umsetzung der in den Friedensabkommen mit der Farc-Guerilla vereinbarten Alternativen für den illegalen Anbau von Koka protestiert, der weiterhin ihre einzige Einnahmemöglichkeit in der Region ist. Laut Beobachtern waren von den Bauern keine Aggressionen ausgegangen. Die staatlichen Kräfte hätten die Protestierenden mit einer mindestens 500 Mann starken Einsatztruppe umringt und wahllos geschossen. Zusätzlich sei auch aus Militärhubschraubern auf die Menschenmenge geschossen worden. Die meisten Toten und viele Verletzte wurden in den Kopf oder Rücken getroffen.

Das Militär bezichtigt die Bauern, explosives Material besessen zu haben und versucht so sein Vorgehen zu rechtfertigen. Zudem seien unter ihnen Dissidenten der Farc gewesen. Laut Asominuma gibt es weder für den Besitz noch für den Einsatz von explosivem Material seitens der Bauern Beweise. Kein Polizist oder Soldat war verletzt, gefährdet oder bedroht worden.

Erst vor einer Woche hatten Soldaten im Department Cauca einen Bauern erschossen und zwei Indigene durch Schüsse lebensgefährlich verwundet. Die etwa 50 Soldaten hatten im Morgengrauen auf rund 400 Bauern und Indigene das Feuer eröffnet, als diese sich der Truppeneinheit näherten, um den Verbleib zweier ohne Haftbefehl von den Soldaten festgenommenen indigenen Mitglieder der lokalen Bauernorganisation aufzuklären.

In beiden Fällen standen die Einsätze unter direktem Befehl des Präsidenten, der im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis bekommen hatte. Von den durch das Nobelpreiskomitee gerühmten "entschlossenen Anstrengungen, den mehr als 50 Jahre andauernden Bürgerkrieg in dem Land zu beenden", ist indes wenig zu spüren. Das jüngste Massaker fand zudem während des bilateralen Waffenstillstands mit der ELN-Guerilla statt, der erst am 1. Oktober in Kraft getreten war. Viele Menschenrechtsorganisationen bezweifeln Santos' Einsatz für den Frieden stark und stellen eher eine Verschiebung des blutigen Konflikts fest.

Seit Beginn der Friedensprozesse mit der Guerilla wurden Bedenken laut, dass sich der Konflikt nun gegen die zivile Bevölkerung verschärfen könnte. Gewalt und Morde gegen Anführer und Aktivisten sozialer Organisationen durch Paramilitärs und staatliche Einsatzkräfte nehmen im Jahr 2017 deutlich zu, alleine im ersten Halbjahr stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent. Ein Abgleich der Zahlen mit den vergangenen Jahren widerlegt die Annahme, dass in Kolumbien ein gewaltfreier Frieden näher rückt.

Am gestrigen Freitag fanden in den großen Städten des Landes Kundgebungen und Demonstrationen statt. Das erneute Massaker löst unter vielen Menschen wieder Ängste aus. Eine Sprecherin der Opferorganisation Movice in Cali sagte gegenüber amerika21: "Solange der Staat weiter Menschen ermordet, entführt und foltert, sollte Santos der Friedensnobelpreis aberkannt werden." Ein Recht auf Leben und die Garantie der körperlichen Unversehrtheit sei eine unabdingbare Grundlage für Frieden.

 Tumaco

 Das war der Staat

 

 





Courtesy of Amerika21
Source: http://www.es.lapluma.net/index.php/articulos/derechos-humanos/violacion-de-dh/10152-2017-10-06-16-37-27.html
Publication date of original article: 06/10/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=21723

 

Tags: Außergerichtliche HinrichtungenNariñoStaatsterrorBauernbewegungenKolumbienAbya Yala
 

 
Print this page
Print this page
Send this page
Send this page


 All Tlaxcala pages are protected under Copyleft.