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 20/08/2017 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 EDITORIALS & OP-EDS 
EDITORIALS & OP-EDS / Die israelische Nakba
Date of publication at Tlaxcala: 18/04/2017
Original: Our Nakba
Translations available: Français  Español 

Die israelische Nakba

Gideon Levy جدعون ليفي גדעון לוי

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس  -  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Israel sollte sich darum in Trauer und Sorge hüllen, was seit diesem schrecklichen Sommer 1967 geschah, als es zwar einen Krieg gewann aber fast alles andere verlor

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Israelische Grenzpolizisten beobachten Palästinenser auf dem Weg zurück nach Jenin nach dem Sechstagekrieg. Foto Aryeh Kanper, GPO

Dies ist ein Jubeljahr: 50 Jahre nach der größten jüdischen Katastrophe, dem Holocaust; 50 Jahre nach der größten palästinensischen Katastrophe, der Nakba. Es ist das Jubiljahr ihrer zweiten und unserer ersten Nakba. Ein Moment vor dem Start der Feierlichkeiten, um den  50. Geburtstag unserer „Befreiung“ der „Gebiete“ zu markieren, sollten wir  Israelis uns erinnern, dass es ein Desaster war. Ein großes Desaster für die Palästinenser, natürlich, aber auch ein verhängnisvolles für die Juden hier. 2017 sollte ein Jahr der Gewissenprüfung in Israel sein, ein Jahr der unvergleichlichen Traurigkeit. Es ist schon klar, dass es dies nicht sein wird. Stattdessen plant die Regierung   ein Jahr der Feierlichkeiten, um die Besatzung zu feiern. 10 Millionen Shekel (2,57 Mi €) stehen schon dafür bereit, das 50. Jahr der Unterdrückung  eines andern Volkes zu feiern, 50  Jahre von  Fäulnis und interner Zerstörung.

Ein großes Unheil hat uns getroffen. Wie ein Kibbuz oder Moschaw, wo Ackerland an private Wohnbaugesellschaften verkauft wurde, was den gemeinschaftlichen Charakter ruiniert, wie die Gentrifizierung, die die Armen mit den Füssen tritt, wie ein einst gesunder Körper, der nun  von Krebs durchlöchert ist, so ist Israel seit 1967 gewachsen, seine DNA wurde geschädigt.  Es genügt Jerusalem anzusehen, das einst eine charmante Universitätsstadt mit staatlichen Einrichtungen war, und nun zu einem Monster geworden ist, das von der Grenzpolizei beherrscht  wird.

 Es begann mit einer ultranationalistisch-religiösen Orgie, die jedermann ergriff, außer einer Handvoll Propheten und geht weiter durch die üblichen Mechanismen der Gehirnwäsche. In Israels Fall, zählt die Größe: sie hat es in ein Monster,  einen gewalttätigen, ultranationalistischen, religiösen und rassistischen Staat verwandelt. Es war vorher nicht perfekt – aber im Jahre 1967  wurde das Saatgut der Kalamität aufgesät. Wir müssen nicht allen  Übeln  der Besatzung die Schuld geben – nicht jede Nachtklub-Messerstecherei wird von einem  Veteran  der  Kfir-Brigade der Armee ausgeführt. Und wir müssen nicht glauben, dass  alles  schwärzer ist als schwarz, um die unglaubliche Größe der  Katastrophe zu verstehen.  Von einem Staat, der wie ein aus dem Feuer gerissener Brand anfing, bescheiden, unsicher, zögernd, und erstaunliche Errungenschaften ankreidete, die von der ganzen Welt bewundert wurden, zu einem arroganten, verachteten Staat, der nur von denen bewundert wird, die ihm ähneln.

All dies begann 1967. Nicht dass 1948  so sauber war, weit davon entfernt, aber 1967 beschleunigte, institutionalisierte und  legitimierte den Niedergang. Es brachte die  anhaltende Verachtung für die Welt, das Prahlen und Schurigeln hervor.  1967 begann die Besatzung.  Sie metastasiert wild einwärts, von den  militärischen Kontrollpunkten im Westjordanland zu den Nachtklubs in Tel Aviv, von den  Flüchtlingslagern zu den Straßen und den Warteschlangen in den Supermärkten. Israels Sprache  wurde  überall die  Sprache der Gewalt. Der Triumph des Sechstagekrieges war zu viel für  Israel - einige Erfolge sind eben so  - und danach kam  die Prahlerei:   „uns ist alles erlaubt“

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://bit.ly/2pqEVRo
Publication date of original article: 16/04/2017
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=20293

 

Tags: NakbaNaksaSechstagekriegZionistische BesatzungPalästina/Israel
 

 
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