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 EDITORIALS & OP-EDS 
EDITORIALS & OP-EDS / Schwarzer Freitag: Was sind die wesentlichen Fragen jenseits der Emotionen?
Date of publication at Tlaxcala: 16/11/2015
Original: Vendredi noir : au-delà de l'émotion, des questions vitales
Translations available: English  Ελληνικά  Español  فارسی 

Schwarzer Freitag: Was sind die wesentlichen Fragen jenseits der Emotionen?

Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

Translated by  Susanne Schuster سوزان شوستر

 

Ich kann die Emotionen verstehen, von denen die Pariser, die Franzosen und alle diejenigen, die sich mit ihnen identifizieren, ergriffen sind. Der Pariser Schwarze Freitag ist nur zum Weinen. Doch Emotionen sollten uns nicht daran hindern nachzudenken. Ich präsentiere hier einige Punkte für diejenigen, die immer noch nachdenken.

1. Ja oder nein, ist ein Menschenleben genauso viel wert wie ein anderes?

Warum sollten die Toten im 11. Arrondissement von Paris ein stärkeres Gewicht haben als die Toten in Bourj El Brajneh, Peschawar, Raqqa, Kabul oder irgendwo anders im “Fernen” Osten (fern von was?), die aus denselben Gründen starben?

2. Der französische Präsident, seine Regierung, die Medien und daher die ganze französische Gesellschaft haben anscheinend gerade herausgefunden, dass Frankreich Krieg führt. Das wussten wir – der südlich des Mittelmeeres lebende Teil der Menschheit – schon lange. Wenn die französische Armee in Mali, der Zentralafrikanischen Republik, in Syrien, im Irak bombardiert, schießt, zerstört, tötet und manchmal vergewaltigt, nennt man das dann nicht Krieg? Vielleicht ist es nur ein Videospiel?

3. Wie kann es uns überraschen, dass irgendwelche Personengruppen, gegen die heute angeblich Krieg geführt wird, nicht mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln Vergeltung üben, nachdem wir sie unterstützt und ermutigt haben? Die Täter der Anschläge in Paris haben keine Kampfjets, schwere Rüstung und Drohnen. So führen Sie eben Krieg auf ihre Weise, indem Sie das Territorium des Feindes betreten, wo sie nicht mehr schwach, sondern stark sind, denn ihnen stehen alle Kommunikationsmethoden des Feindes zur Verfügung. Ja, es ist ein Krieg und wie in jedem Krieg gibt es zwei feindliche Lager. Dies ist ein asymmetrischer Krieg, wo jede Seite schwach auf dem eigenen und stark auf dem Territorium des Feindes ist. Und was die Schwachen gegen die Starken bestärkt, ist das Gefühl, dass man an dem Verräter Rache nehmen muss. Hallo Ödipus!

4. Wer glaubt daran, dass der Ausnahmezustand, die Schließung der Grenzen und andere Kriegsmaßnahmen das Monster los wird, das man zu bekämpfen vorgibt? Sollte man nicht vielmehr:

a) „gnadenlos“ die engen Verbindungen zwischen Frankreich und den Helfershelfern und Geldgebern des Terrorismus hinterfragen?

b) den Sinn der kriegslüsternen Position von Hollande und seinem Minister Fabius bei den Kontakten und Verhandlungen im Hinblick auf Syrien hinterfragen?

c) statt der Frage, ob Terroristen die Flüchtlingswellen unterwandert haben, die nach Europa „eingedrungen“ sind, sollte man sich nicht lieber mit der Frage befassen, wie man wirklich dazu beitragen kann, einen gerechten Frieden in Syrien, Irak, Jemen, Libyen und Afghanistan herzustellen?

 





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://azls.blogspot.com/2015/11/vendredi-noir-au-dela-de-lemotion-des.html
Publication date of original article: 14/11/2015
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=16556

 

Tags: Anschläge in ParisDaeshIS13. November 2015Frankreich
 

 
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