TLAXCALA تلاكسكالا Τλαξκάλα Тлакскала la red internacional de traductores por la diversidad lingüística le réseau international des traducteurs pour la diversité linguistique the international network of translators for linguistic diversity الشبكة العالمية للمترجمين من اجل التنويع اللغوي das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt a rede internacional de tradutores pela diversidade linguística la rete internazionale di traduttori per la diversità linguistica la xarxa internacional dels traductors per a la diversitat lingüística översättarnas internationella nätverk för språklig mångfald شبکه بین المللی مترجمین خواهان حفظ تنوع گویش το διεθνής δίκτυο των μεταφραστών για τη γλωσσική ποικιλία международная сеть переводчиков языкового разнообразия Aẓeḍḍa n yemsuqqlen i lmend n uṭṭuqqet n yilsawen dilsel çeşitlilik için uluslararası çevirmen ağı

 10/12/2019 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 UMMA 
UMMA / Verbotene Abtreibung: warum ägyptische Kinder auf der Straße ausgesetzt werden
Date of publication at Tlaxcala: 25/10/2015
Original: L'avortement interdit, ce tabou qui jette les enfants dans les rues d'Égypte
Translations available: English  فارسی 

Verbotene Abtreibung: warum ägyptische Kinder auf der Straße ausgesetzt werden

Correspondant de Middle East Eye Contributor Korrespondent

Translated by  Milena Rampoldi ميلينا رامبولدي میلنا رامپلدی Милена Рампольди
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

Obwohl die Abtreibung in Ägypten illegal ist, suchen viele Frauen mit größter Geheimhaltung darin Zuflucht. Für andere, ist die letzte Lösung, ihre Schwangerschaft geheim zu halten und ihr Kind nach der Geburt loszuwerden

 
Straßenkinder in Kairo: es gibt wenigstens eine Million davon in Ägypten

KAIRO – „Ich würde mir eher das Leben nehmen, als meine Eltern wissen lassen, dass ich schwanger war“, sagt Sara*, 26, während sie die Tränen von ihren großen haselnussbraunen Augen wischt.

„Es geschah vor zwei Jahren. Ich hatte niemandem erzählt, dass ich eine Abtreibung durchgeführt hatte“, berichtet sie Middle East Eye, während sie auf einem breiten Plüschsofa auf ihrer Terrasse sitzt.

„Ich habe es niemandem gesagt. Weder meiner Familie noch meinen engsten Freunden und nicht einmal meinem Freund. Ansonsten hätte er mich nur noch wie eine Schlampe behandelt, die all dies ja nur verdient hatte. Wir dürfen über so etwas nicht sprechen, denn es ist ein Tabu. ... Aber wenn man ein bisschen findig ist, findet man schon einen Weg.“

Sara durchlief eine lange Liste von Schritten, bis sie abtreiben konnte. Sie musste mehr als 30 Anrufe an verschiedene Apotheken tätigen, um zu versuchen, Medikamente gegen Malaria zu erhalten, von denen bekannt ist, dass sie Fehlgeburten verursachen.

„Aber Apotheker sind sich sehr wohl der Nebenwirkungen dieser Medikamente bewusst und weigern sich, diese ohne ärztliche Verschreibung zu verkaufen.“

Es gab auch erfolglose Versuche, um auf Google eine „akzeptable“ illegale Klinik zu suchen. Sara besuchte die Webseite Women on Waves, die Informationen für Frauen lieferte, die nach Abtreibungen in Ländern suchten, in der die Praxis illegal ist.

Sie bestellte auf dem Schwarzmarkt Misoprostol, eine Behandlung für Magenstörungen, die, wenn sie in großen Mengen zu sich genommen wird, tödliche Kontraktionen an jeglichem intrauterinem Leben verursachen kann.

„Ich habe entschieden, die Abtreibung an mir selbst vorzunehmen“, meint sie. „Ich habe das Medikament per DHL aus Indien importiert. Es hat mich 80 Euro zuzüglich 135 Euro für die Postspesen gekostet. Dazu kam ein Schmiergeld von 200 ägyptischen Pfund [23 Euro] an das Postzentrum.“

Neue Tränen liefen ihr über die Backen.

„Ich wohnte mit meinem Onkel. Ich hatte kein eigenes Zimmer“, seufzt sie. „Ich nahm den ersten Teil der Pillen. Wenige Minuten später begannen die Krämpfe… Es war, als würde man ein Spekulum einführen und weit öffnen. Es war ein unbeschreiblicher Schmerz“, flüstert sie.

„Ich begann stark zu bluten… Meine Familie war im Nachbarzimmer. Ich schrie vor Schmerzen und teilte der Familie mit, ich hätte eine schmerzvolle Monatsblutung. Aber ich schwankte. Meine Tante rief einen Notapotheker. Er spritzte mir mehrmals Beruhigungsmittel. Mein einziger Gedanke war: hoffentlich bekommt er nichts mit … Er verstand, was los war, sagte aber kein Wort. Ich denke, er hatte einfach nicht die Kraft, mich bei meiner Familie zu verraten und dann von der Familie beleidigt zu werden – aber am Ende kamen auch meine Familienmitglieder dahinter, dass ich in ihrem Schlafzimmer eine Abtreibung durchgeführt hatte.“

http://tlaxcala-int.org/upload/gal_11931.jpg
Recht auf Abtreibung

Das Tabu einer ungewollten Schwangerschaft

In Ägypten, wo die Praxis in totaler Geheimhaltung abläuft und es unmöglich ist, das Phänomen statistisch zu erfassen, führen zahlreiche Frauen jedes Jahr eine geheime Abtreibung durch.

Die Abtreibung, die als illegal gilt, es sei denn es gibt eine unmittelbare Bedrohung für das Überleben der Mutter, wird mit einer Haftstrafe von drei Jahren geahnt. Die Person, welche die Abtreibung mit Hilfe medizinischer Fähigkeiten unterstützt, erhält eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

„Es gibt keine Zahlen über die in Ägypten durchgeführten Abtreibungen. Wie kann man denn etwas Illegales quantifizieren, das unter so geheimen Bedingungen durchgeführt wird?“ fragt Dahlia el-Hamid, die Leiterin der Verteidigungseinheit für sexuelle Rechte der ägyptischen Initiative für persönliche Rechte (EIPR).

„Abtreibung ist so üblich wie verboten“, so Iman Bibars, die Vorsitzende der Frauenförderungsorganisation ADEW. „Aber es ist auf allen Ebenen ein Tabuthema! In religiöser Hinsicht bist du eine Hure und in rechtlicher Hinsicht eine Kriminelle. Dann kommt der gesellschaftliche Druck, was mit Sicherheit das Schlimmste von allem ist“, fügt die engagierte Feministin Bibars hinzu.

Im Jahre 2000 gab, gemäß einer von einem Dutzend Ärzten durchgeführte Studie, die dann im Bericht „Ägyptische demographische und Gesundheitsumfrage“ festgehalten wurde, 11 Prozent der ägyptischen Frauen zu, eine Abtreibung durchgeführt zu haben.

19 Prozent gab zu, eine ungewollte Schwangerschaft gehabt zu haben. Diese Zahlen sind sicherlich alt, aber sie sind angesichts der Verschwörung des Schweigens rund um das Thema wertvoll.

„Abtreibung und unerwünschte Schwangerschaft sind unbeschreibliche Tabus“, so Dr. Mohamed Harby, der Verantwortliche der Geburteinheit bei der Familienplanungsabteilung in Kairo.

„Das Problem ist, dass es eine Abtreibungsnachfrage gibt und die Tatsache, dass es keinen [gesetzlichen] Rahmen gibt, spornt die Frauen an, die Abtreibung illegal durchzuführen, indem sie Medikamente auf dem Schwarzmarkt erwerben oder sich an Gesundheitskliniken mit schlechten  hygienischen Bedingungen wenden.“

„Wir versuchen die Behörden dazu aufzufordern, die Rechtsprechung zu überdenken, und dies mindestens bezüglich der Angelegenheiten der Vorbeugung und Verhütung, aber die Treffen, die wird beim Ministerium für soziale Angelegenheiten abgehalten haben, werden von Scheichs besucht, die sich dieser Idee stark widersetzen. Sie glauben, dass sich jede Frau dem Willen Allahs unterwerfen soll. Wenn eine Frau schwanger wird, so ist dies Allahs Wille, auch wenn ein zu gebärendes Kind missgestaltet oder krank ist“, erörtert der Arzt.

„In unserer Gesellschaft ist es für eine Frau undenkbar zu sagen, dass sie das Kind nicht möchte, von dem sie schwanger ist“, sagt Hala Masr, eine junge Aktivistin und Befürworterin des Abtreibungsrechtes, die über die sozialen Netzwerke das Bewusstsein der Menschen bilden möchte.

Es gilt als haram [von der Religion verboten], einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen; Frauen sind dauernd unter Druck“, erörtert sie.

„Wir leben in einer Männergesellschaft. Der Körper einer Frau gehört der Gesellschaft. Er gehört dem Vater, dem Bruder, dann einem Mann oder einem Schwager, falls der Ehemann stirbt… Der Geschlechtsverkehr vor der Ehe ist ein Sakrileg; ich brauche Ihnen daher gar nicht erklären, was es bedeutet, schwanger zu sein und abtreiben zu wollen.“

„So greifen die Frauen auf viele Tricks zurück, wie z.B. gekochte Coca Cola zu trinken, Kleiderbügel in den Uterus einzuführen oder sich schlagen zu lassen“, so Masr.

„Dies hängt damit zusammen, dass die moralische Unabhängigkeit der Frauen und ihre Fähigkeit, selbst für sich zu entscheiden, nicht dazugehören. Des Weiteren ist es auch ziemlich ironisch, dass es im Arabischen kein Wort für „Pro-Choice“ [„für die Wahlmöglichkeit“, US-amerikanische Bezeichnung der AnhängerInnen der reproduktiven Selbstbestimmungsrechte von Frauen, AdÜ] gibt, weil in unserer Sprache Tabus keinen Namen haben.“

Eine schwierige Vorbeugung

Anstatt zu erklären, dass sie sich offen für das Recht auf Abtreibung einsetzen, denunzieren viele Organisationen die Schwierigkeit, die Verhütung und Vorbeugung im sexuellen Bereich voranzutreiben.

„Die Menschen werfen uns vor, wir würden die Dekadenz,  den außerehelichen Geschlechtsverkehr und die Prostitution fördern,“ sagt die Kinderärztin Hanna Aboulghar.

Aboulghar ist die Gründerin des Vereins Banati, einer Organisation, die Straßenkinder, vor allem Mädchen, unterstützt.

„Das Thema ist in unserer Gesellschaft unmöglich zu diskutieren“, meint Dr. Asfar*, der für eine Menschenrechtsorganisation arbeitet und anonym bleiben möchte. 

„Die Abtreibung zu erlauben, bedeutet in den Köpfen der Menschen, dass freiheitliche Vorgehensweisen zu erlauben“, teilt der Arzt MEE mit.

„Es ist eine regelrechte Belastung. Die Regierung ist sich der Ursache des Problems bewusst – hausgemachte Abtreibungen, die schief laufen, eine sehr hohe Abbruchrate, verborgene Schwangerschaften und brutale Entbindungen, die zum Tod des Babys und manchmal auch der Mutter führen. Sie haben keine Ahnung, wie viele Neugeborene tot in Mülltonnen gefunden werden.“

Zwischen Baum und Borke eingekeilt

Viele Frauen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, eine geheime Abtreibung vorzunehmen oder es für zu unsicher halten, entscheiden sich für eine geheime Schwangerschaft und setzen dann das Baby bei der Geburt aus.

„Manche entscheiden sich bewusst, ihre Lage zu verbergen, lieber als eine Abtreibung vorzunehmen, denn Sie müssen sehen, unter welchen Bedingungen die Abtreibung vorgenommen wird. In schmutzigen Kliniken mit Ärzten, die manchmal gar keine Ärzte sind, oder inoffiziell ausgebildeten Hebammen und Krankenschwestern ohne die erforderliche Ausstattung“,  beschreibt Bibars.

Einige Frauen berichteten auch von einem ius primae noctis – das sich traditionell auf das „Recht“ des Feudalherren bezieht, Geschlechtsverkehr mit der Braut eines Vasallen in der ersten Hochzeitsnacht zu haben – das manchmal von den Ärzten auf die Patientinnen angewendet wird, die eine Abtreibung durchführen möchten.

„Für mich war es undenkbar, in eine Klinik zu gehen“, erzählt Sarah, „denn ich will nicht auf die Knie gehen, um dem Arzt einen zu blasen. Die Männer glauben: egal, sie ist doch eine Hure, warum sollte sie denn zögern. Und viele Mädchen tun es, denn der Druck, der durch die Schwangerschaft entsteht, ist stärker als solche Taten.“

„Die Schwangerschaft zu verbergen, ist, glaube ich, gleich verbreitet wie die Abtreibung“, so Bibars. „In einem Land, in dem die islamische Kultur vorherrscht, sind die meisten Frauen vollkommen verschleiert. So fällt es niemandem auf, wenn eine ein paar Kilo mehr wiegt!“ Es ist somit unmöglich, statistische Werte zu erhalten.

http://tlaxcala-int.org/upload/gal_11932.jpg
Die Zeit in Ägypten

Ein Teufelskreis

Man muss aber unterscheiden, meinen die Experten. Während einige dieser geheimen Kinder direkt auf die Straße geworfen werden und somit kaum eine Überlebenschance haben, werden die meisten in Krankenhäusern, Moscheen oder Waisenheime ausgesetzt.

„Es sei denn, die Frau gebärt geheim – in diesem Falle setzt sie ihr Kind auf der Straße aus – werden sagen wir mal 95 % der Neugeborenen im Krankenhaus gelassen oder direkt in Moscheen oder Waisenhäusern verlassen“; berichtet Dr. Aboulghar zu MEE.

Eine Meinung, die Iman Bibars mit einer Nuance teilt: „Die Kinder, die im Krankenhaus geboren werden, kommen in Waisenhäuser oder werden von Drittpersonen abgeholt. Das Problem ist, dass diese Tendenz der unerwünschten Schwangerschaften, bei denen die Kinder am Ende verlassen werden, den Menschenhandel fördert. Einige Menschen, die diese Kinder einsammeln, verkaufen sie entweder an reiche Familien am Golf oder führen sie manchmal den Straßenbettlernetzwerken zu.“

So erhöhen diese Kleinkinder die Anzahl der atfal al-shawaaria (ein abwertender Begriff für Straßenkinder). Einer Schätzung von UNICEF zufolge gibt es allein in Kairo und Alexandria 10.000 solcher Straßenkinder.

Würde die Legalisierung der Abtreibung eine Auswirkung auf die Anzahl der ausgesetzten Kinder haben?

„Mit Sicherheit fördert die Rechtswidrigkeit der Abtreibung das Problem der verlassenen Kinder und der Straßenkinder und verschärft es“, so Adel Ramadan, ein Anwalt, der sich bei EIPR auf die persönlichen Rechte spezialisiert hat.

„Und das Muster wird mit den Kindern fortgesetzt, die aufgrund ihrer verletzlichen Situation eher sexuell missbraucht werden und auch eher ungeschützten Geschlechtsverkehr haben und daher unter unerwünschten Schwangerschaften leiden, sobald sie geschlechtsreif sind. Das ist ein endloser Teufelskreis.“

„Es ist fast unvermeidlich“, beobachtet Amira el Feky, eine junge Forscherin, die eine Arbeit über Straßenmädchen verfasste.

„Sie haben Geschlechtsverkehr mit Männern: sie werden oft vergewaltigt und missbraucht. Des Weiteren fliehen viele von zu Hause, weil sie entdecken, dass sie schwanger sind, entweder infolge eines Inzests oder weil sie außerehelichen Geschlechtsverkehr hatten.“

„Es ist klar, dass die Legalisierung der Abtreibung einen Teil des Problems lösen würde“, meint Dr. Asfar. „Für die durchschnittlichen Frauen, aber auch für all die Frauen, die außerhalb einer Familie aufgewachsen sind und ein Kind erwarten. Hätten sie die Wahl, würden sie ihre Kinder nicht zu der Art von Leben zwingen, das sie selbst führen… Es sei auf jeden Fall darauf hingewiesen, dass unverheiratete Frauen, die ins Krankenhaus kommen, um ein Kind zu gebären, angezeigt und verhaftet werden.“

Aber für den Verein Banati erscheint die Gleichung nicht so eindeutig. Diese unsichtbare Gruppe von Menschen, die anfällig für risikoreiche, sexuelle Beziehungen sind, befindet sich selten unter ärztlicher Kontrolle. 

„Das Problem betrifft verschiedene Ebenen, denn die Straßenkinder von heute kommen nicht alle aus der ersten Generation. Sie gehören vielmehr zur zweiten oder sogar zur dritten Generation. Die Kinder, die heute aufgesammelt werden, wurden auf der Straße geboren… und vorher waren oft auch ihre Mütter Straßenkinder“, erklärt Dr Aboulghar.

„Selbst wenn wir versuchen, diese Tendenz zu beenden, werden Obdachlose von den Institutionen zurückgewiesen und weigern sich, sich ärztlich behandeln zu lassen. Ein schwangeres Mädchen bevorzugt es tausendmal, die Schwangerschaft fortzusetzen und das Kind auf der Straße zu gebären, lieber als sich an einen Arzt zu wenden“, berichtet sie.

„Wir dürfen auch nicht vergessen, dass das Gebären eines Kindes auf der Straße einen Mehrwert bedeutet. Man gewinnt an Stellenwert; ein Kind hilft beim Geldverdienen, wenn man bettelt, und kann manchmal auch geliehen werden. Es ist ein wichtiger Aspekt, der dazu führt, dass viele Frauen auf der Straße sogar froh sind, schwanger zu sein.“

Dalia Abd el-Hamid zufolge „betont die Illegalität der Abtreibung die begrenzten Freiheiten der Frau in Ägypten, im Besonderen für die Frauen aus armen Verhältnissen mit niedrigem Bildungsstand.“

„Wenn Sie heute in Ägypten Zugang zu Informationen – inklusive der Informationen, die über Internet und die sozialen Netzwerke verbreitet werden – und finanziellen Mitteln, dann finden Sie immer einen Weg, eine Abtreibung durchzuführen, aber es ist trotzdem notwendig, sich der Möglichkeiten bewusst zu sein.“

„Ich denke, dass es sich um eine Frage handelt, die schwer zu beantworten ist“, meint el Feky. „Ich würde sagen, dass die Legalisierung der Abtreibung nur wenig ändern würde. Auch wenn die Abtreibung legal wäre, hätten die Frauen selten Zugang dazu, weil sie oft arm und obdachlos sind und manche auch keine legalen Papier und keinen Ehemann und keine Verwandten haben, die ihnen Unterstützung anbieten können.“

„Ich denke auch nicht, dass die Legalisierung ein Wundermittel sein könnte, um das Problem der ausgesetzten Kinder zu lösen. Im Übrigen tendiere ich zur Annahme, dass die Abtreibung nicht nur legalisiert werden soll, sondern dass die Frauen auch einen konkreten Zugang zur Abtreibung haben sollen, damit sie dann auch eher die Entscheidung treffen können, die Operation durchzuführen.“

*Die Namen in diesem Artikel wurden verändert, um die Identitäten der Frauen zu schützen.

Bilder von Jean-François Rochez, Belgien





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.middleeasteye.net/fr/reportages/ce-tabou-qui-jette-les-enfants-dans-la-rue-202838019
Publication date of original article: 28/09/2015
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=16326

 

Tags: AbtreibungÄgypten
 

 
Print this page
Print this page
Send this page
Send this page


 All Tlaxcala pages are protected under Copyleft.