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 24/08/2016 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Alle Israelis sind mitschuldig am Brandanschlag auf die palästinensische Familie
Date of publication at Tlaxcala: 10/08/2015
Original: All Israelis Are Guilty of Setting a Palestinian Family on Fire
Translations available: Français  Italiano  Español 

Alle Israelis sind mitschuldig am Brandanschlag auf die palästinensische Familie

Gideon Levy جدعون ليفي גדעון לוי

Translated by  Ellen Rohlfs اِلِن رُلفس
Edited by  Milena Rampoldi ميلينا رامبولدي میلنا رامپلدی Милена Рампольди

 

Es kann einfach nicht sein, dass man dem Brigadekommandanten zujubelt, der  einen palästinensischen Teenager erschießt und dann schockiert ist, wenn Siedler einen Brandanschlag auf ein bewohntes Haus verüben.

 http://tlaxcala-int.org/upload/gal_11153.jpg
Palästinenser tragen den Leichnam von Ali Dawabsheh während seines Begräbnisses in Duma, am Freitag, den 31. Juli 2015. Foto AP

 
Israelis gehen mit Messern gegen Schwule vor und verbrennen Kinder. In dieser trockenen Beschreibung finden sich kein Deut von Verleumdung und nicht die geringste Übertreibung. Es stimmt zwar, dass es sich um wenige Extremisten handelt. Aber deren Zahl nimmt zu. Denn es trifft zu, dass jeder einzelne von ihnen – all die Mörder, jeder, der Brandanschläge verübt, mit Messern angreift oder Bäume ausreißt – zum selben politischen Lager gehört. Und selbst das Gegenlager ist mitschuldig.
 
All jene, die dachten, es wäre möglich, Inseln des Liberalismus im Meer des israelischen Faschismus aufrecht zu erhalten, wurde an diesem Wochenende eines Besseren belehrt. Es ist einfach nicht möglich, einem Brigadekommandanten, der einen Teenager erschießt, zuzujubeln und dann über Siedler geschockt zu sein, die einen Brandanschlag auf eine Familie verüben; die Rechte der Schwulen zu unterstützen und dafür eine Gründungskonferenz in Ariel zu halten. Das Böse kennt keine Grenzen; es beginnt an einer Stelle und verbreitet sich schnell in alle Richtungen.
 
Der erste Nährboden für jene, die einen Brandanschlag auf eine Familie verüben, war die israelische Verteidigungsarmee, auch wenn die Täter nicht in ihr gedient haben. Wenn das Töten von 500 Kindern im Gazastreifen legitimiert wird und keine Debatte oder moralische Abrechnung auslöst- was ist dann so schrecklich daran, ein Haus samt seinen Bewohnern in Brand zu stecken? Wo liegt schließlich der Unterschied zwischen dem Werfen einer Brandbombe und dem Abwerfen einer Bombe? Denn die Absicht ist absolut dieselbe.
 
Wenn Palästinenser täglich erschossen werden (zwei wurden schon getötet, seit die Familie dem Brandanschlag erlag: einer im Westjordanland und der andere an der Grenze zum Gazastreifen), wer sind wir dann, um uns über die Brandstifter in Duma zu beschweren? Wenn die Armee offiziell den Palästinensern das Leben nehmen darf, so ist ihr Blut in den Augen der israelischen Gesellschaft billig und die Siedlermilizen dürfen sie auch töten. Wenn es nach der IDF-Ethik im Gazastreifen erlaubt ist, alles zu tun, um einen einzigen Soldaten zu retten, wer sind wir dann, dass wir uns über Baruch Marzel* vom rechten Flügel beschweren, der mir an diesem Wochenende sagte, es wäre zulässig, Tausende von Palästinensern zu töten, um ein einziges Haar auf dem Kopf eines Juden zu retten? Dies ist die Atmosphäre, und dies ist die Folge. Die ursprüngliche Verantwortung liegt bei der IDF.
 
Nicht weniger anzuklagen sind natürlich die Regierungen und Politiker, die miteinander darüber konkurrieren, wer sich am meisten bei den Siedlern einschmeichelt. Wer auch immer ihnen für ihre Gewalt in der Siedlung Beit El 300 neue Wohneinheiten gibt, sagt ihnen nicht nur, dass Gewalt erlaubt ist, sondern dass sie sich auch bezahlt macht. Es ist schon schwierig, eine Linie zwischen dem Werfen von Plastiktüten voller Urin gegen Polizisten und dem Brandanschlag in Wohnungen zu ziehen.
 
Natürlich sind auch die Behörden mitschuldig, die das Gesetz anwenden, angefangen von der Bezirkspolizei von Judäa und Samaria, nicht zufällig der lächerlichste und skandalöseste aller Polizeibezirke. B’tselem zufolge wurde auf neun palästinensische Wohnungen in den letzten drei Jahren ein Brandanschlag verübt. Und niemand wurde strafrechtlich verfolgt. Was geschah also am Freitag in Duma? Das Feuer war in den Augen der Brandstifter und ihrer Lakaien einfach besser.
 
Und ihre Lakaien schließen auch die ein, die schweigen und vergeben und jene, die denken, das Übel würde das Westjordanland nicht verlassen. Ihre Lakaien schließen auch die Israelis ein, die davon überzeugt sind, dass das Volk Israel das „auserwählte Volk“ sei und ihm deshalb alles erlaubt sei, auch Brandanschläge auf Wohnungen von Nicht-Juden mit ihren Bewohnern auszuführen.
 
Viele von denen, die über diesen Akt schockiert waren, einschließlich derjenigen, die die Opfer im Sheba Medical-Center, außerhalb Tel Aviv besuchten – der Präsident, der Ministerpräsident, der Oppositionsführer und ihre Mitarbeiter haben mit der Muttermilch das rassistische, ärgerliche Prinzip „Du hast uns von allen Völkern ausgewählt“ eingesaugt.
 
Am Ende eines schrecklichen Tages ist es dies, das uns zum Verbrennen von Familien führt, die Gott nicht ausgewählt hat. Kein Prinzip ist in der israelischen Gesellschaft zerstörerischer oder gefährlicher als dieses Prinzip, das leider auch das am meisten verbreitete ist. Falls man näher untersucht, was unter der Haut der meisten Israelis steckt, würde man „das auserwählte Volk“ finden. Wenn dies ein Grundprinzip ist, dann wird der nächste Brandanschlag nur eine Frau der Zeit sein.
 
Ihre Lakaien sind überall und die meisten drücken ihre Betroffenheit über das Ereignis aus. Aber was geschah, war von den Belangen der Realität diktiert, der Realität Israels und seines Wertesystem. Was geschah, wird wieder geschehen, und keiner wird verschont bleiben. Wir alle haben die Dawabsheh-Familie verbrannt.

* Baruch Marzel, geboren in Boston, einer der Führer des faschistischen Grüppchens Otzma Yehudit (Jüdische Kraft), Nachfolger der Gruppe Kach des Rabbiners Kahane, die in Israel verboten ist. Er lebt in der Siedlung von Tel Rumeida, in der Nähe von Al Khalil (Hebron). Er ist ein Intensivtäter, der schon wegen Dutzender gewaltsamer Straftaten und Mordaufrufen gegen die Palästinenser, gegen kritische Juden, Homosexuelle (er hat den „heiligen Krieg“ gegen den Gay Pride erklärt) angeklagt und verurteilt wurde. Es ist auch ein aktiver Militant gegen die Mischehen. [Anmerkung von Tlaxcala]





Courtesy of Tlaxcala
Source: http://www.haaretz.com/beta/.premium-1.669005
Publication date of original article: 02/08/2015
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=15567

 

Tags: Ali DawabshehZionistische VerbrechenZionistische BesatzungPalästinaIsraelJüdischer Faschismus
 

 
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