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 01/07/2016 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 EDITORIALS & OP-EDS 
EDITORIALS & OP-EDS / Der Krieg um Gaza ist ein Krieg um Ressourcen
Date of publication at Tlaxcala: 13/08/2014
Translations available: Français 

Der Krieg um Gaza ist ein Krieg um Ressourcen

Susanne Schuster سوزان شوستر

 

 

Armes Gaza! Was die israelische Armee dort seit dem 8. Juli 2014 anrichtet, ist an Barbarei kaum noch zu überbieten. Die tendenziöse Berichterstattung darüber in den Mainstreammedien ist unerträglich. Jeder denkende und fühlende Mensch, der sich ein paar elementare Fakten über die Situation in Palästina/Israel for Augen hält, muss vor Verzweiflung aufstöhnen, wenn die israelische Propagandamaschine zum x-ten Male die abgedroschene Leier vom Recht auf Selbstverteidigung abspult. Nur Israel hat ein Recht auf Selbstverteidigung? Die Palästinenser, wir alle haben ein Recht auf Selbstverteidigung!

 
Deshalb habe ich am vergangenen Samstag (9. August) mit meinen Freunden an der bisher größten Gaza-Demo in London teilgenommen. 150 000 Menschen marschierten von der BBC-Zentrale im Zentrum Londons nach Hyde Park, an der US-Botschaft am Grosvenor Square vorbei – ein friedlicher, bunter, freudiger Ausdruck von Liebe und Solidarität. Wir hörten viele bewegende Beiträge von Rednern christlichen, muslimischen, jüdischen oder gar keinen Glaubens. Viele riefen dazu auf, an der BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen für Palästina) mitzumachen und forderten ein militärisches Embargo gegen Israel.
 
Was die Berichterstattung in Deutschland angeht, so habe ich insbesondere Jürgen Todenhöfers Berichte aus Gaza und die Fakten auf seiner Facebook-Seite verfolgt. Seine Seite hat über 200 000 „Gefällt mir“-Angaben und seine Beiträge werden von tausenden Anhängern kommentiert und geteilt und ich finde, er verdient große Anerkennung für seine sachliche und menschliche Berichterstattung, dafür, dass er den Lügen und Verzerrungen einige handfeste Wahrheiten entgegensetzt.
 
Allerdings irrt er sich meines Erachtens zumindest in einem Punkt, nämlich dass die US-Außenpolitik „dilettantisch“ ist. Das ist sie mitnichten. Die US-Regierung weiß genau, was sie tut, das von ihr gesäte Chaos ist Strategie und soll das eigentliche Ziel verschleiern: die Plünderung der Ressourcen zur Bereicherung vor allem des anglo-amerikanischen Kapitals.
 
Vor der Küste Gazas befinden sich gewaltige Gasreserven, 2010 wurde das Leviathan-Gasfeld entdeckt, dessen Gasreserven auf 16 TCF (entspricht 453 Mrd. Kubikmeter) geschätzt wird. Die Website Blue Star Indexes schreibt dazu: „... seit 2009 wurden im Levante-Becken vor der Küste Israels drei separate Gasfelder gefunden. Eines davon, das Leviathan-Feld enthält schätzungsweise 16 TCF – der größte Fund von Naturgas in den vergangenen zehn Jahren.“ [Betonung von S.S.] Vor der Küste Israels? Damit ist klar, was die Absichten sind.
 
Außerdem profitiert Israel massiv vom Raub des palästinensischen Landes und Wassers. Eine weitere wichtige Ressource ist die Besatzung Palästinas an sich als Testlabor für die Sicherheits- und Militärindustrie; die israelische Wirtschaft ist inzwischen maßgeblich von dieser Industrie abhängig (siehe hierzu auch Die Schock-Strategie von Naomi Klein).
 
Das ist nichts anderes als Imperialismus, das höchste Stadium des Kapitalismus. Das ist von progressiven Denkern und Aktivisten wie Noam Chomsky und Michael Parenti klar und deutlich beschrieben worden.
 
Wie sehr die israelische Sicherheits- und Militärindustrie von jeder neuen Aggression gegen die Palästinenser profitiert, lässt sich sehr gut illustrieren durch einen Blick auf die Entwicklung der Aktienkurse von israelischen Unternehmen wie Elbit Systems, dessen Kurs bis Ende Juli auf den höchsten Stand seit 2010 geklettert ist. Der TA-100 Index der 100 größten israelischen Firmen an der Börse Tel Aviv stieg von 2008 bis 2012 um 100 Prozent, wie einem Beitrag des Investor Verlags „Aktien kaufen wenn die Kanonen donnern?“ zu entnehmen ist, der an Unwahrheiten und Zynismus kaum zu überbieten ist.
 
Dieser Punkt wird von den meisten Kommentatoren, und auch den Rednern auf der Gaza-Demo, übersehen. Ich bin der Meinung, dass eine viel stärkere Betonung auf diesem Punkt uns dabei helfen würde, von der ethnisch-religiösen Ebene der Diskussion um Israel/Palästina, durch die man allzuleicht in die Anti-Semitismus-Ecke gedrängt wird, wegzukommen. Das wird unseren Blick dafür öffnen, dass es hier vor allem um knallharte Wirtschaftsinteressen geht.
 
 

Quellen:

https://de-de.facebook.com/JuergenTodenhoefer

http://www.neues-deutschland.de/artikel/941907.tag-des-zorns-hunderttausende-demonstrieren-fuer-gaza.html?sstr=gaza

http://stopwar.org.uk/resources/reports/9-august-2014-the-biggest-ever-uk-demonstration-for-gaza

http://einarschlereth.blogspot.co.uk/2014/07/michael-parenti-gegen-das-imperium.html

http://www.investor-verlag.de/aktien-und-aktienhandel/aktien-kaufen-wenn-die-kanonen-donnern/120150192/

http://bluestarindexes.com/why-invest/

http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=12987

 

 

 

 

 





Courtesy of Tlaxcala
Publication date of original article: 13/08/2014
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=13088

 

Tags: IsraelGazaPalästinaGasfeldLeviathanLevante-BeckenNeokolonialismusNaturgas
 

 
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