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 30/09/2020 Tlaxcala, the international network of translators for linguistic diversity Tlaxcala's Manifesto  
English  
 LAND OF PALESTINE 
LAND OF PALESTINE / Der Boykott bedroht die israelische Wirtschaft
Date of publication at Tlaxcala: 07/02/2014
Original: المقاطعة تهدد الاقتصاد الإسرائيلي
Translations available: Español  Français  Italiano 

Der Boykott bedroht die israelische Wirtschaft

Helmi Moussa حلمي موسى

Translated by 
Edited by  Fausto Giudice Фаусто Джудиче فاوستو جيوديشي

 

 

Seit einiger Zeit flammt in Israel die Polemik wieder auf um die Gefahren, die der Wirtschaftsboykott über Israel verhängt. Die fehlende Aussicht auf ein regionales Friedensabkommen und auf eine Lösung für die palästinensische Frage macht diese Gefahren noch gravierender. Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos wollen die großen israelischen Entscheidungsträger den israelischen Premier Netanjahu vor der zerstörerischen Wirkung eines Scheiterns der Friedensverhandlungen auf die israelische Wirtschaft warnen.

 

Beunruhigend wirken vor allem die vielen Auswirkungen des europäischen Boykotts, der sich immer mehr verbreitet, mit der Gefahr, auch andere Gebiete weltweit zu erreichen. Aber der israelische Wirtschaftsminister und Chef der rechtsextremen Partei HaBayit HaYehudi   (Das jüdische Heim), Neftali Benett, behauptet für sein Teil, dass gerade die „Zwei-Staaten-Lösung“ Israels Wirtschaft zu Grunde richten würde.
 
Gestern - den 20. Januar - veröffentlichte die Yediot Aharonot auf ihrem Titelblatt ein Appell von führenden Unternehmern, das Netanjahu aufforderte, ein Friedensabkommen möglichst rasch zu schließen. Darin heißt es, dass nicht weniger als 100 große Geschäftsführer - darunter die Vorsitzende der Strauss-Gruppe, Ofra Strauss, der Leiter von Google-Israel Meir Brant, der Gründer von AMCDOS Maurice Kahan, der Geschäftsführer von Bezeq, Avi Gabay, der Industrieunternehmer Gad Proper, der ehemalige US-Botschafter Professor Itamar Rabinowitsch, der ehemalige UNO-Botschafter Dan Gillerman, die Geschäftsmänner Rami Lévy, der Boss der israelischen Hard-Discount-Supermärkte, Yossi Vardi, Benny Landa - Mitglieder einer als BTI (Breaking the Impass Initiative, Initiative Wege ausder Sackgasse) bekannten, parteipolitisch ungebundenen Gruppe sind, die Hunderte israelische und palästinensische Geschäftsleute umschließt und sich das Ziel gesetzt hat, ein politisches auf die Zwei-Staaten-Lösung basierendes Übereinkommen zu fördern. Sie meinen, es sei sowohl für die IsraelierInnen als auch die PalästinenserInnen lebenswichtig.
 
In der Zeitung heißt es auch, dass diese ProminentInnen auf dem WWF in Davos Netanjahu das Anliegen von voriger Woche noch mal vorlegen werden. Laut dessen Inhalt „ müssen Übereinkünfte gefunden werden, wenn Israel sich eine stabile Wirtschaft und eine bessere, vom ständigen Wirtschaftswachstum geprägte Zukunft wünscht.“ Dieses Anliegen unterstützen sie mit der Begründung, dass „der übrigen Welt allmählich die Geduld reiße, und die Gefahr von Sanktionen gegen Israel nur noch wachse. Insofern müsse man die Gelegenheit der Anreise von John Kerry in die Region beim Schopf fassen.“ Vor allem wird gegen die große Gefahr gewarnt, die der europäische Boykott mit sich bringe; neulich wurde er durch den Entschluss des größten holländischen Investmentfonds, seine Anlagen in Israel zurückzuziehen, noch verstärkt. Am gefährdetsten sollen die israelischen Institute erscheinen, welche die Kolonisationsprojekte in der Westbank finanzieren.
 
In einem Artikel mit dem Titel: „Netanjahu, hier geht's um Wirtschaft!“ hob seinerseits der Analyst für Wirtschaft der Yediot, Sever Plocker den Kontrast zwischen dem Wohlstand zur Zeit der Oslo-Abkommen und der derzeitigen Lage, die nicht mehr so glänzend ist, und die Verschlechterung der Sicherheitsverhältnisse hervor. Plocker bemerkt, dass die führenden wirtschaftlichen Kreise nun begriffen haben, dass sie nicht mehr untätig dasitzen dürfen. Und sie beziehen eine ganz andere Stellung als Netanjahu. Jener beteuertnämlich, dass Politik und Wirtschaft als getrennte Bereiche behandelt werden sollen und dass Israel auch ohne Friedenabkommen mit den Palästinensern seinen Wohlstand sichern kann. Weiter betontPlocker, dass die Geschäftskreise nun einsehen, dass ohne den Frieden kein wirtschaftlicher Aufschwung möglich ist, selbst wenn dieser Frieden nur ein unvollkommener und vom Pragmatismus bedingterist.
 
Gestern aber hat Neftali Bennet, in einer feurigen Rede die Geschäftsleute wieder angegriffen, die einen solchen Standpunkt verfechten und dabei eindringlich wiederholt, dass auf einer Zwei-Staaten-Lösung basierende Abkommen über Israel schweres Unheil bringen würden. Er hat zum Krieg gegen jene aufgerufen, die die Angst vor dem Boykott verbreiten und dadurch den Frieden aufzwingen wollen. Seine Rede begründet er mit Karten, die nach seiner Einschätzung beweisen, dass ein palästinensischer Staat den Ruin der israelischen Wirtschaft bedeuten würde. Weiter rief er aus: „In den letzten Tagen sind Kampagnen gestartet worden, laut welcher ein wachsender Druck auf die israelischen Wirtschaft ausgeübt werde, der unerträglich werden würde, falls Israel es weiter ablehne, das Land mit den Palästinensern zu teilen und ihnen die Hauptstadt Jerusalem zu schenken. Ich beteuere es: die Realität sieht ganz anders aus. Wir müssen ein für alle Mal verstehen - so warnt er - dass Judäa und Samaria (die Westbank) die ganze Region mit Tel-Aviv, Asrael und Herzlija - allen großen israelischen Geschäftszentren - beherrscht. Stellt Euch vor: wenn eine Rakete jeden Tag auf die Shenker-Straße in Herzlija fällt, was wird dann aus Israel? Fragt Euch nur: wenn auch nur einmal im Jahr ein Flugzeug bei der Landung in Lod abstürzt, was dann? Dann würde die israelische Wirtschaft zu Grunde gerichtet.“
 
Jedoch nimmt der Boykott gegen Israel immer konkretere und bedrohlichere Formen an. Vorigen Monat verkündete eine Vereinigung von 5000 Universitätsprofessoren in den USA (American Studies Association) ihre Absicht, die israelischen Universitäten zu boykottieren. Nur ein rezentes Beispiel unter anderen, die Israels Wirtschaft und wissenschaftliche Tätigkeit bedrohen. Kürzlich versammelten sich Dutzende, vom Boykott betroffene israelische Unternehmer, um sich die Lage zu überlegen. Und selbstverständlich steht auf der Tagesordnung die Einschätzung der Verluste, die sie schon kassiert und jene, die die Drohung eines Rückzugs der ausländischen Investitionen über sie verhängt, vor allem für die Unternehmen, die mit den Kolonien zusammenarbeiten.
 
Klar liegt, dass die im Industriegebiet Barkan (in der Nähe von der Siedlung Ariel in der Westbank) niedergelassenen Unternehmen nach 4-5 Jahren allmählich die Auswirkungen des Boykotts zu spüren bekommen, nachdem dieser sich verstärkt hat, wobei er anfangs nur von pro-palästinensischen Sektoren verfochten wurde. Heute wird die Lage noch bedrohlicher, seit die EU verbindliche Beschlüsse verabschiedet hat. Und nicht nur die Unternehmen in den Siedlungen werden bedroht, sondern auch jene, die mit denen zusammenarbeiten. Allem Anschein nach kommen die israelischen Geschäftskreise allmählich zur Einsicht, dass nach und nach allgemeiner Konsens um die Vorstellung bestehen wird, dass hauptsächlich die Siedlungen dem Frieden im Wege sind.
 
 
 
 

Das Industriegebiet Barkan, nahe der Siedlung Ariel, im nordöstlichen Teil der Westbank

 





Courtesy of السفير
Source: http://www.manar.com/page-14364-ar.html
Publication date of original article: 21/01/2014
URL of this page : http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=11341

 

Tags: Boykott IsraelsBDSIsraelPalästinaIsraelische Wirtschaftisraelisch-palästinensiche Geschäftskreise
 

 
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